05. Oktober 2012 17:32 Uhr

: Erste-Hilfe-Set in den Wanderrucksack packen

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In den Wanderrucksack gehört ein Erste-Hilfe-Set - denn auf entlegenen Wegen kann es eine Weile dauern, bis Hilfe eintrifft. Foto: Patrick Pleul 

Berlin - Wer gerne und viel wandert, ist schon mal auf entlegenen, einsamen Wegen unterwegs. Gerade dann ist es wichtig, ein Erste-Hilfe-Set für den Notfall dabeizuhaben.

In einen Wanderrucksack gehört unbedingt ein Erste-Hilfe-Set. Denn auf entlegenen und unwegsamen Strecken könne es eine Weile dauern, bis professionelle Hilfe eintrifft, erläutert Volker Lischke, Sprecher der Bergwacht-Ärzte des Deutschen Roten Kreuzes. Das Set sollte Pflaster, Wundverband, Rettungsdecke, Dreieckstuch und ein Kühlelement umfassen. Zieht sich ein Wanderer eine Prellung oder Verstauchung etwa durch einen Sturz zu, befolgen er und seine Helfer am besten die PECH-Regel:

P steht für die Pause, die der Betroffene einlegen sollte, um das betroffene Körperteil nicht weiter zu belasten.

E steht für Eis und heißt, dass die verletzte Stelle so schnell wie möglich gekühlt werden sollte.

C wie Compression (Druck) meint, dass das betroffene Gelenk am besten durch einen elastischen Verband entlastet und stabilisiert wird.

H schließlich heißt, das Körperteil hochzulagern. Nach dieser Ersten Hilfe sollten Helfer einen Notruf unter 112 absetzen.

Damit es gar nicht erst zu Bergunfällen kommt, empfiehlt der Mediziner gutes Schuhwerk, das bis über die Knöchel reicht und damit vor Umknicken und Stürzen schützt. Auch die eigene Kondition dürfen Wanderer nicht überschätzen. Denn wer müde ist, stolpert schnell und kann nicht rasch genug reagieren, wenn er aus der Balance gerät. Um sich bei einsetzender Dunkelheit nicht in Gefahr zu bringen, ist es außerdem sinnvoll, eine Stirnlampe einzupacken.

Schon bei geringsten Anzeichen von Höhenkrankheit sollten Wanderer den Rückweg antreten. «Das können Kopfschmerzen, schnelle Atmung, Übelkeit oder Erbrechen sein», erklärt Prof. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden. Betroffene sollten dann mit Begleitung tiefere Lagen aufsuchen, wo es ihnen bessergeht. «Denn solche Anzeichen können schon Vorboten von einem lebensgefährlichen Hirn- oder Lungenödem sein.»

Menschen mit Gefäßkrankheiten oder starke Raucher sollten grundsätzlich nicht höher als 2500 Meter steigen, da mit zunehmender Höhe der Luftdruck und der Sauerstoffgehalt nach und nach abfallen. «Dadurch produziert das Blut mehr rote Blutkörperchen und hat eine höhere Dichte», erläutert Fölsch. Für Menschen mit Gefäßschädigungen ist das besonders gefährlich: Das Blut verdickt, und es droht eine Thrombose. Diese kann zu einer Lungenembolie und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Um der Höhenkrankheit vorzubeugen, sollte man seinen Körper zunächst an den veränderten Luftdruck und Sauerstoffgehalt gewöhnen. «Bergsteiger, die eine Höhe von 3000 bis 4000 Metern anstreben, legen am besten auf halber Höhe erst einmal eine ein- bis zweitägige Pause ein», rät Fölsch. Zudem sei wichtig, immer ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. «Bergsteiger müssen bewusst viel trinken.» Damit verhindern sie, dass ihr Blut verdickt.



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