02. Oktober 2012 11:32 Uhr

: Keine Nagelschere - Die richtige Fußpflege für Diabetiker

«
1/1
»

Diabetiker haben häufig sehr sensible Füße - und sollten sie entsprechend pflegen. Foto: dpa-infocom 

Berlin - Diabetiker haben häufig Probleme mit ihren Füßen. Wunden heilen schlechter, selbst Fußpilz wird schnell zum Problem. Ralf Lobmann von der Deutschen Diabetes Gesellschaft erklärt, worauf Diabetiker achten sollten.

Tausende Diabetiker verlieren jährlich einen Fuß durch ihre Krankheit - dabei ließen sich solche Amputationen mit der richtigen Pflege oft vermeiden. «Ich darf meine Nägel zum Beispiel niemals selbst mit scharfen Gegenständen schneiden», sagt Ralf Lobmann von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Schere und Knipser sind für die Fußnägel also tabu - stattdessen verwenden Diabetiker besser nur Bimssteine und Feilen. So sinkt das Risiko, sich selbst zu verletzen. Da Fußwunden bei Diabetikern schlecht heilen, können sie schlimmstenfalls eine Amputation zur Folge haben.

Jährlich werden der DDG zufolge 40 000 Fußamputationen bei Diabetikern vorgenommen. Davon wären 80 Prozent laut den Experten vermeidbar, wenn Fußwunden schneller und besser behandelt würden. «Das Problem wird zu häufig bagatellisiert», warnt Lobmann.

Diabetiker bekommen nicht nur leichter Fußwunden als andere - die Wunden heilen auch schlechter. Für die sensiblen Füße sind vor allem zwei Erkrankungen verantwortlich: eine Nervenschädigung (Neuropathie) oder die sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit. Das bedeutet, dass der Blutfluss in den Beinen und Füßen gestört ist. Beide Krankheiten sind bei Diabetikern häufiger verbreitet und können das diabetische Fußsyndrom auslösen. Der Fuß entzündet sich und heilt nicht mehr von alleine. Notfalls muss er dann amputiert werden.

Um dem vorzubeugen, ist Fußhygiene für Diabetiker besonders wichtig. So sollten die Zehenzwischenräume nach dem Duschen immer gut abgetrocknet werden, rät Lobmann. Denn auch Fußpilz wird für Diabetiker schnell zur Gefahr. Ein weiteres No-Go: barfuß laufen. Dabei lauern Bakterien und Keime, für die Diabetikerfüße anfälliger sind.

«Eines der häufigsten Fehlverhalten ist aber, das falsche Schuhwerk zu tragen», sagt Lobmann. Leidet ein Diabetiker an einer Nervenschädigung, verliert er das Gefühl in seinen Füßen. «Enge Schuhe geben ihm dann ein besseres Gefühl.» Der Gang fühlt sich dank enger Schuhe sicherer an. Aber Druckstellen und Blasen entstehen. Wegen des Gefühlsverlusts in den Füßen entdeckt der Betroffene sie oft zu spät.

Deshalb lautet Lobmanns wichtigster Tipp auch, den Fuß jeden Tag mit einem Spiegel zu inspizieren. «Und bei der kleinsten Verletzung direkt zum Arzt.» Eine Liste von Einrichtungen, die sich auf den Diabetischen Fuß spezialisiert haben, ist auf der Webseite der DDG zu finden.


Freizeit & Co.
ANZEIGE
Wellness und Fitness

Aktivurlaub bietet viel Erholung

Köln - Die Ferien sollen vor allem erholsam sein. Doch das muss nicht bedeuten, dass man sich während des Urlaubs die ganz Zeit ausruht. Mit Bewegung wird viel Kraft getankt, die lange anhält.

Pfirsich statt Orange: Cellulite den Kampf ansagen

Berlin - Kurze Röcke und Kleider: Für manche Frau kommt das gar nicht infrage. Sie schämt sich für die Dellen, die so am Oberschenkel sichtbar werden. Dabei steht sie nicht allein mit dem Problem da. (von Von Andrea Abrell, dpa)

Mit 9 Tricks den inneren Schweinehund überlisten

Düsseldorf - Mehr Sport, ein paar Kilo abspecken - das muss doch endlich mal klappen. Meist muss man sich geschlagen geben: Der innere Schweinehund ist einfach stärker - oder? Nein. Mit ein paar Tricks lassen sich sportliche Ziele trotzdem erreichen. (von Von Elena Zelle, dpa)

Sonderveröffentlichungen
Rund um die Ernährung

Frikadellen und Eierpfannkuchen sind ideal für die Reise

Berlin - Viele Speisen sind nach einigen Stunden Fahrt kaum noch genießbar. Wer lieber Reiseproviant dabei hat, dass lange appetitlich ist, sollte eine gute Auswahl treffen. Die Verbraucher Initiative gibt Tipps.

Selbst gemachte Würze fürs Grillfleisch: Eine Mop Soße

Berlin - Was wäre ein Steak vom Grill ohne Soße? Nur das halbe Vergnügen. Neu sind die Mop Soßen. Sie werden selbst zubereitet und am Ende des Grillens aufs Fleisch gegeben. Ein Profi erklärt, wie das Ganze genau geht.

Kühlschrank leeren: Vor dem Urlaub Speiseplan aufstellen

Bonn - Der Countdown bis zum Urlaub läuft. In der Phase gilt es, den Koffer zu packen und den Haushalt zu ordnen. Denn offene Milch und Säfte sowie Fleisch sollten nicht im Kühlschrank zurückbleiben. Es wäre schade, wenn sie verderben.

Rückruf für Gewürzmischung: Salmonellen-Verdacht

Berlin - Die Würzmischung mit Gemüse «Vegeta» steht unter Salmonellen-Verdacht. Betroffen sind nur bestimmte Chargen der 250-Gramm- und 500-Gramm-Packungen. Diese sollten Verbraucher auf keinen Fall verwenden.

Hersteller ruft Tiefkühlfisch zurück

Berlin - Kunden des Netto Marken-Discounters aufgepasst: Das «Schlemmerfilet Champignon» (400 g) von Greenland Seafood ist zurückgerufen worden. Die betroffenen Produkte können zurückgegeben werden.

Beim Fischkauf in die Augen schauen

Hamburg - Fisch sollte nicht zur sehr nach Fisch riechen. Dann ist er wahrscheinlich zu alt. Außerdem lässt sich an den Augen erkennen, ob das Tier auf den Tisch oder in die Tonne gehört.

Berichte

«Suchtmittel Nr. 1»: Weniger Jugendliche trinken Alkohol

Berlin - Die Drogenbeauftragte zeigt sich erfreut - doch noch immer betrinken sich viele Jugendliche immer und immer wieder. Was sind die jüngsten Entwicklungen? (von Von Basil Wegener, dpa)

Im Bierbauch kann gefährliches Fett schlummern

Tübingen - Manch einer schiebt ihn seit jeher stolz vor sich her. Aber jetzt erst recht, wo doch der Bierbauch unter dem neuen Namen Dadbod - also Papakörper - Karriere macht. Die Plauze ist aber kein optisches Problem, sie kann gefährlich werden. (von Von Elena Zelle, dpa)

Was gegen nächtliches Zähneknirschen hilft

Bonn - Man sollte meinen, dass die Nacht zum Schlafen da ist. Doch viele Menschen knirschen oder pressen nachts mit den Zähnen. Das kann zu ernsthaften Beschwerden führen und muss behandelt werden. (von Von Alexandra Bülow, dpa)