09. März 2012 19:03 Uhr

Endlich ein Jahr alt: Happy Birthday, Jakob

«
1/1
»

Jakob. Ein Jahr alt.  

Von Carsten Schulte

Zack, schon ist das erste Jahr vorüber. Herzlichen Glückwunsch, Jakob, zum ersten Geburtstag. Zum kleinen Festtag schreibt der Papa einen Brief an den Sohnemann.

Mein lieber Jakob,

an deinen ersten Geburtstag wirst du dich später kaum erinnern können. Und natürlich ist auch uns klar, dass der Geburtstag eher eine Sache für uns war. Dir war das nämlich alles gleich. Du hast Geschenke bekommen, die du irgendwann einmal auf Fotos sehen wirst. Ja, damit hast du mal gespielt. Dein erster Laufwagen, Jakob, erinnerst du dich noch? Vermutlich nicht.

Dein erstes "Bobbycar", von deinem Ur-Opa. Na, weißt du noch? Nein? Heute war das alles aber ganz furchtbar interessant und spannend.

Geschenke und Geschenkpapier

Natürlich hat dich bei all deinen Geschenken vor allem das Papier drumherum interessiert. Das hast du in kleine Stücke zerrissen und dich dann mit Hingabe den Fetzen gewidmet. Ich darf dir schon heute sagen, dass du dich niemals wieder im Leben so über Geschenkpapier freuen wirst.

Deine Mutter hatte sich übrigens auf deinen ersten Geburtstag so gefreut, dass sie sich damit selbst ganz verrückt gemacht hat. Ein tolles Geschenk wollte sie dir machen. Aber dann ist passiert, was in diesem Jahr ganz häufig passiert ist. Es war keine Zeit mehr für große Vorbereitungen, weil sie sich einfach um dich kümmern musste. Du bist nämlich ganz schön schnell unterwegs für deine zwölf Monate und willst ständig beschäftigt werden. Da war einfach keine Zeit mehr für ein Geschenk.

Als Papa darf ich dir sagen, dass ich das nicht so schlimm finde. Du solltest nämlich eine Puppe bekommen und das fand ich durchaus eigenartig.

Außerdem wollte Mama dir noch eine gewaltige Torte backen. Nicht, dass du dir da etwas draus gemacht hättest. Aber es sollte eben eine Geste sein. Am Ende wurde es dann ein Fertigkuchen aus dem Tiefkühlregal. Onkel Coppenrath oder so. Naja, gebacken hat deine Mutter trotzdem noch. Einen Marmorkuchen. Mehr war einfach nicht zu machen. Na und? Es war der tollste Marmorkuchen aller Zeiten. Du durftest vom Teig naschen und das war vermutlich wieder einer der vielen kleinen Höhepunkte in einem Leben.

Tausend kleine Dinge

Überhaupt sind es ja die kleinen Dinge gewesen, die deine ersten zwölf Monate spannend gemacht haben. Dein erster Zahn. Als du dich zum ersten Mal selber gedreht hast. Als du dich zum ersten Mal hingestellt hast. Als du zum ersten Mal auf unser Sofa geklettert bist. Deine erste Beule, deine erste Träne. All die tausend kleinen Dinge, die du gelernt hast. Dein "babababa... hö!", dein erster Brei. Dein erster Keks und dein erster Schnupfen. Tausend und tausend kleine erste Male. Das ist dein tolles erstes Jahr gewesen.

Heute gab's dann deine erste Kerze. Jetzt hast du ein richtiges Alter. Du bist eins. Nicht mehr ein Kind ohne Alter, sondern ein kleiner Kerl mit einer Zahl.

Jakobs erstes Jahr in Bildern...


Ein Jahr, das fühlt sich fast erwachsen an. Nicht für dich, das ist klar. Du hast heute wieder auf deinem Spielzeug herumgekaut, hast dich an deiner eigenen Spucke verschluckt, fandest Wasser widerlich, aber Sahne spannend. Du hast ein Stück Staub angestaunt, wie du irgendwann später mal vielleicht ein Auto bestaunen wirst.

Ein Jahr alt also. Noch ganz weit weg von all den Dingen in der Zukunft. Vorerst bist du einfach hier und saugst alles auf, was du siehst, was du riechst, was du anfasst. Alles ist noch neu und spannend.

Sichere dir ein Stück Neugier

Es ist fast schade, dass diese Neugier und die Faszination an den kleinen Dingen irgendwann verfliegt - zumindest überdeckt wird von all dem täglichen Unsinn, mit dem wir uns als Erwachsene beschäftigen. Für dich ist jedes kleine "jetzt" spannend, jeder Moment und jeder Eindruck.

Wenn ich dir etwas wünschen soll, dann wünsche ich dir, dass du dir ein Stück kindlicher Neugier sicherst. Irgendwo in deinem Babykopf räumst du einen Regalboden frei und hältst ihn für später frei. Ok?

Also, mein Kleiner: Herzlichen Glückwunsch zu deinen ersten zwölf Monaten in unserem Leben. Mama und ich sind so gespannt, wie es weitergeht.

Dein Papa
 

Quelle: westline

Vater werden ist nicht...
Wie sich das Vatersein so mit dem Leben verträgt, darüber bloggt hier Carsten Schulte. Seine ersten Schritte als Papa. Das kann ja heiter werden...

In den Hauptrollen dieses Blogs:

Carsten - der Papa. Mittlerweile 42 Jahre alt und vollauf damit beschäftigt, dem Nachwuchs hinterherzurennen.
Kerstin - die Mama. jetzt 36 Jahre alt und als Diplom-Psychologin in der Lage, hormonell bedingt zu weinen und dabei über sich selbst zu lachen.
Jakob Benjamin - der Sohn. Geboren am 9. März 2011 um 3.04 Uhr. Hier zu lesen in einer Doppelrolle als Dr. Jekyll und Mr. Hyde.
 
Juni 2014
ANZEIGE
Januar 2014
September 2013
August 2013
Juli 2013
Mai 2013
April 2013
März 2013
Februar 2013
Januar 2013
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Artikel aus 2011