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Fußball, Arminia, EM
Die Sache mit Island und Bielefeld...

Bielefeld! (Foto: Grotevent)

Bielefeld – Die EM ist vorbei und wenn überhaupt irgend etwas in Erinnerung bleibt, dann sind es die Isländer. Europa ergötzte sich am unerschrockenen Kick der Nordmänner und am „Uh!“ ihrer Fans. Die TV-Kommentatoren wurden nicht müde, die Bevölkerungszahl Islands mit der Bielefelds zu vergleichen. Anlass genug für Jan-Hendrik Grotevent alias Jánvar Henðrikór Jörgenson, einen weitergehenden Vergleich der ostwestfälischen Metropole mit der Atlantikinsel anzustellen.

Islands Landschaftsbild wird geprägt von Vulkanen, magmatischen Gebirgen, den berühmten Geysiren und zwischendrin etwas grün. Die herbe Geomorphologie Islands war schon Hintergrund vieler Filmproduktionen, zum Beispiel zweier James-Bond-Filme. Der Vulkan Eyjafjallajökull bekam im Jahre 2010 Raucherhusten und setzte damit den gesamten Flugverkehr der Nordhalbkugel außer Gefecht. Bielefeld hat den Teutoburger Wald. Und den Obersee.

Der Teuto diente mal als Hintergrund für eine WDR-Dokumentation über Bielefeld. Der Obersee kam noch nicht mal darin vor. Dafür kann man „Teutoburger Wald“ und „Obersee“ aussprechen, ohne dass das Sprachzentrum mitten im Wort einen Drehwurm kriegt. Ähnliches gilt auch für Fußballernamen: Sigthorsson! Was für ein toller Running Gag! Aus dem Namen „Klos“ lassen sich nur Gags generieren, die dessen Siegtorgefährlichkeit nicht im mindesten gerecht werden. Aber er ist einfacher zu schreiben. Island ist 34. der UEFA-Rangliste. Arminia Bielefeld ist in den ewigen Tabellen wahlweise 23. der Bundesliga, 17. der Zweiten Liga, 16. der Dritten Liga. Werden diese Platzierungen jetzt noch vor unaussprechliche Vulkane bzw. aussprechliche WDR-Kulissen gestellt, wird klar: Island und Bielefeld sind stolze Fußballprovinz. Über dem ewigen Underdog machen sie es nicht. Entweder Halbfinale (Island: Viertelfinale) oder gar nicht erst ernsthaft in K.O.-Runden auftauchen. Die Provinzdenke führt bei Isfeldern und Bieleländern zu einer speziellen Inselmentalität. Und die stimmt fast überein. Fast...

Við erum Ostwestfalen

Die Autorin Alva Gehrmann führt im Interview aus, Isländer seien mutig, flexibel und spontan. Selbstverständlich sind Bielefelder im Allgemeinen und Arminen im Speziellen genau so. Zumindest soweit es „Stur, Hartnäckig, Kämpferisch“ zulässt. Anders ausgedrückt: Das Bielefelder Pendant zu Alva Gehrmanns Buch „Alles ganz Isi“ hieße: „Näääää, machichnich!“. Es ist die isländische Marotte überliefert, beim ersten Schnee, also, in etwa zwei Monaten, im Adamskostüm in die heißen geologischen Seen zu springen. Der Bielefelder...Nun, nicht dass er das nicht könnte. Es wäre kein geologischer See, sondern der Ententeich ums Eck. Und der wäre auch nicht warm, sondern biologisch umgekippt. Und es gäbe auch keinen ersten Schnee sondern den dreißigsten Regen. Dennoch, nackig reinspringen könnte er. „Näääää, machichnich!“.

Alva Gehrmann erzählt von einem Isländer, dem das Deprimiert-Sein nach der Finanzkrise auf Dauer zu langweilig wurde. Was macht ein Bielefelder, wenn Arminia eine Krise hat? Der springt hinein wie in den umgekippten Ententeich, der badet drin, der feiert die Krise und die Beschwerde! Wenn er etwas kommunikativer wäre, würde er glatt die Tische vor sein Haus stellen und mit der ganzen Straße eine Rumnöhl-Party veranstalten. Aber trotz der Meckerfreude ostwestfälischer Metropolisten: Es gibt sie dann doch, die Gemeinsamkeit von isländischer und Bielefelder Mentalität. Das Mantra der Nordmänner ist „þetta reddast“ – „Wird schon werden.“. Und das hätte von jedem einzelnen Arminen dieses Planeten stammen können.

Schwarzweißblaue Elfen

Die Zeit nennt eine interessante Statistik: 80% der Isländer glauben an Elfen. Das tun die Bielefelder nicht. Aber nur, weil Elfen nicht wie blaue Götter aussehen. Man stelle sich etwa Christoph Hemlein mit der Frisur und vor allem mit den Ohren von Legolas vor. Dennoch gibt es einige Parallelen zwischen dem Glauben an Elfen und den Glauben an elf Arminen. In der Mythologie sind Elfen gute, bodenständige Wesen, die sich als liebgewonnene Geschöpfe herrlich romantisieren lassen. Das entspricht dem Traum eines Bielefelders von seiner Arminia. Egal wie laut die Rumnöhl-Party gerade ist – Der Bielefelder wird seinen Glauben an die schwarzweißblauen Elfen nie in Frage stellen. Vor allem, wenn deren Pfeile, wie in letzter Zeit, immer besser treffen.

...“Uh!“?

In der Zusammenschau ist festzustellen, dass Island und Bielefeld wohl genauso wenig zu vergleichen sind wie ihre fußballerischen Representativ-Teams und deren Anhängerschaften. Dennoch haben sie eins gemeinsam: Sie sind der Beweis dafür, dass auch die Provinz schlagkräftig und sympathisch ist. Im Fußball sind sie der Beweis dafür, dass es eben doch nicht immer nur Geld und Glamour sind, die Tore schießen. Herz und Teamgeist kommen zwar immer seltener durch, doch sie versuchen es immer wieder und werden auch nicht kaputt zu kriegen sein. Und beide, sowohl die isländische Nationalmannschaft als auch Arminia Bielefeld, werden das auch in Zukunft wieder zeigen. Die nach der EM und vor der nächsten Zweitligasaison wichtigste Frage bleibt offen: Gibt es in Bielefeld ein „Uh!“?

Dazu demnächst mehr...

 

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1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld
Sonntag, 26. November, 13.30 Uhr
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Tabelle

15. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
7St. Pauli1414:17-320
8Duisburg1419:20-119
9Arminia1420:23-319
10Braunschw.1418:15318
11Darmstadt1527:28-118

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