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Westfalen-Duell in Liga 2
VfL gegen Arminia: BiBo, graue Mäuse und entfernte Verwandtschaft

Der Bielefelder Tom Schütz (l) im Kampf um den Ball mit Nils Quaschner (r) aus Bochum. (Foto: dpa)
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Bielefeld – Am Sonntag steht ein westfälisches Derby an: Der VfL Bochum empfängt Arminia Bielefeld. Jan-Hendrik Grotevent gibt einen Rückblick als Einstimmung auf eine recht interessante Fußballnachbarschaft.

Der VfL wohnt genau in der Etage unter dem Luxusloft (Dortmund und Schalke) und über dem Souterrain (Essen, Oberhausen, ungezählte). Der MSV Duisburg wohnt ein kleines Stück zu weit den Flur runter, als dass man ernsthaft aneinander geraten könnte. Die Bochum-Bloggerin auf fankultur.com charakterisiert den VfL als „kleine dicke Schwester“ der großen Ruhrgebietsclubs charakterisiert: „Sie tut niemandem was und jeder hat etwas Mitleid“. In diesem Bild von Nachbarschaft und Verwandtschaft ist Arminia Bielefeld dann die sehr entfernte, leicht wunderliche Cousine, die irgendwo auf dem Land wohnt. Ihre unmittelbare Nachbarschaft nervt nur gelegentlich, und die fernen Angehörigen lästern hinter ihrem Rücken. DSC und VfL – entfernt verwandte Vorzeige-Ousider.

Der graue BiBo

Im Spätsommer 2007, als die Bundesligasaison noch jung war, titelten die vier großen Buchstaben, dass BiBo (Bielefeld und Bochum) die Bayern jagte. Die dicke Schwester und die Landei-Cousine standen damals hinter dem Dauertabellenführer auf den Plätzen Zwei und Drei. Der große gelbe Vogel aus der Sesamstraße weicht erfreulich ab vom eigentlichen Tiervergleich: Der grauen Maus. Beide kennen ein ständiges Auf und Nieder. Die Bochumer sind die „Unabsteigbaren“, die Bielefelder „Stur-Hartnäckig-Kämpferisch“. Beide Vereine sind – oder waren es lange – von der Potenz ihrer Strukturen und Umfelder vergleichbar. Auch die eine oder andere Schlingerei im Management sind beiden nicht unbekannt.

BI gegen BO

In der ewigen Tabelle der Bundesliga ist der VfL 13., Arminia ist 23. Zwei Pokalfinals und zwei UEFA-Cup-Teilnahmen stehen in seiner Chronik. Dafür hat Arminia auf regionaler Ebene die Nase vorn: Jeweils zwei westdeutsche Meistertitel und Pokalsiege stehen auf dem Briefkopf des DSC. Beide stiegen zweimal zusammen in die Bundesliga auf. Für Arminia stand der Aufstieg 1996 nach einer 0:2-Niederlage auf der Bochumer Meisterfeier fest. 2002 degradierten der VfL und Peter Neururer den FSV Mainz 05 zum besten Nichtaufsteiger aller Zeiten und die ebenfalls aufgestiegenen Bielefelder mussten „Ohne Bochum steigen wir jetzt auf“ spontan umdichten auf „Mainze“, was irgendwie weniger schmissig klang. Im direkten Vergleich hatte der VfL meist das gute Ende für sich – von wenigen Ausnahmen abgesehen gab es für Arminia meist Niederlagen im Ruhrstadion. Auch auf der Alm konnte Bochum einige Spiele gewinnen. Neuerdings scheint der VfL dem DSC etwas besser zu liegen – von den fünf Partien seit dem Aufstieg 2013 hat Arminia nur eins verloren. Die Spiele bekamen ihre besondere Brisanz dadurch, dass es für beide Clubs meist um die Ligazugehörigkeit der nächsten Saison ging – Das gilt heute nur noch für Arminia.


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Dariusz, Delron und Dabrowski

Ach ja, das Personal. Ernst Middendorp wurde in Bielefeld zum Jahrhunderttrainer. Und dreimal vom Hof gejagt. In Bochum wurde er nur vom Hof gejagt. Der Deutsch-Senegalese Momo Diabang schaffte seinen Durchbruch beim DSC und gab dann in einer heißen Saisonphase seinen Wechsel nach Bochum bekannt. Danach galt er in Bielefeld als Judas‘ Taktikberater, selbst dann, als es nichts mit der großen Karriere wurde und er zufällig im Trikot des VfL Osnabrück wieder auf der Alm auftauchte. Ein ähnliches Ansehen genießt Delron Buckley in Bochum. Der Südafrikaner kam 2005 von der Castroper Straße auf die Alm, erzielte seinen ersten Saisontreffer gegen den Ex-Club, nicht ohne demonstrativ in Tränen auszubrechen und das Arminia-Emblem auf dem Jersey zu küssen. Auch bei Buckley wurde es nichts mit dem großen Wurf – er ist im Moment vereinslos. Ein positiver Gegenentwurf zu diesen Fußball-Nicht-ganz-so-Größen ist Christoph Dabrowski. In beiden Clubs machte er in beiden Vereinen und war in beiden Fanszenen beliebt. Die Bielefelder Reizfigur schlechthin ist Dariusz Wosz. Der Ex-Nationalspieler provozierte in den Spätneunzigern mehrfach das Bielefelder Publikum, das daraufhin einen nicht zitierfähigen Diss verfasste und ihn auf Flugblättern auf der Alm verteilte.

„Trotzdem“

Die Fanszenen an sich sind so wie die Clubs selbst: Klein aber fein, leidenschaftlich und leidgeprüft. Der großartige Frank Goosen, von Kindesbeinen an Fan und seit 2010 im Aufsichtsrat des VfL, schrieb einmal, das Lieblingswort eines Bochumfans sei: „Trotzdem.“. Eine Aussage, die auch in Ostwestfalen oft gehört wird. Vielleicht mit dem Zusatz „Aber erstmal bemitleide ich mich“. Eine Hooligan-Rivalität soll es seit den 1970er Jahren geben. In den Neunzigern und Nullern, als VfL und DSC sportlich im Gleichschritt gingen, heizte sich die Rivalität auf. „Ruhrpottkanacken“ hüben und „Kühe- Schweine- Bielefeld“ drüben war die Standardmunition. Landei-Cousine und dicke Schwester mit Zickenkriegen, die durch die sportliche Rivalität sowie Buckley, Wosz und Co. noch zusätzlich befeuert wurden. Auch heute bleibt kein Pyroeinsatz unbeantwortet. Vielleicht sind die dicke Schwester und die Landei-Cousine sich einfach zu ähnlich, vielleicht sind die Mäuse zu grau, um sich mögen zu können. Gleiches stößt sich ab?

Auf ein Nächstes

In den letzten Jahren haben sich die Wege wieder etwas getrennt. Jetzt, zum 32. Spieltag 2016/2017, ist der VfL ist zu 99,99 Prozent gerettet, Arminia steckt mitten im Schlamassel und muss gewinnen. Etwas über 2.000 Karten hat der DSC abgesetzt, mit steigender Tendenz. Es sieht so aus, als würde am Sonntag wieder Derby-Stimmung im Ruhrstadion herrschen. Wie heiß dieses westfälische Derby diesmal wird, hängt vom Spielverlauf ab. Eine Auswärtsfahrt nach Bochum ist für Arminen immer ein Highlight und darf sich im nächsten Jahr gern wiederholen.

Eins ist aber klar: Die Bielefelder dürfen während der 90 Minuten am Sonntag keine Verwandten kennen (sonst gerne!).


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2. Bundesliga, 15. Spieltag
1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld
Sonntag, 26. November, 13.30 Uhr
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Tabelle

15. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
7St. Pauli1414:17-320
8Duisburg1419:20-119
9Arminia1420:23-319
10Braunschw.1418:15318
11Aue1415:19-418

Arminia