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Jahreshauptversammlung bei Arminia
„Wir haben unsere Seele nicht verkauft. Wir haben unsere Seele gerettet“

(Symbolfoto: Schulte (westline))
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Bielefeld – Sechs Stunden dauerte die Jahreshauptversammlung des DSC Arminia Bielefeld. 432 Mitglieder hatten sich eingefunden. Zentrale Punkte waren Details zur finanziellen Sanierung der Arminia-Gruppe sowie die Fremdkapitalisierung und der Verkauf des Stadions. Das Präsidium wurde mit deutlichem Gegenwind entlastet.

Samir Arabi, Geschäftsführer Sport, unterstrich die mit 35 Punkten sehr positiv verlaufene Hinrunde, obwohl mehr möglich gewesen wäre. Er betonte die Qualität des Kaders und die vielversprechenden Perspektivspieler aus dem Jugendbereich. Finn Holsing, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, schloss sich dem an. Beide merkten allerdings Defizite und Nachholbedarf bei der Infrastruktur an – so erklären sich auch die jüngsten Debatten rund um ein neues Trainingsgelände. Als sportliche Ziele gab Arabi den Klassenerhalt der Profis und der U19 sowie die Qualifikation der Frauenmannschaft für die eingleisige Zweite Bundesliga aus. Der Klassenerhalten der „Ersten Herren“ habe dabei Priorität, da deren sportliches Abschneiden erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Gesamtvereins habe.

Die Finanzlage

Geschäftsführer Finanzen Markus Rejek legte die Verbindlichkeiten der Arminia-Gruppe dar. Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2016/2017 hatte die Verbindlichkeiten in Höhe von 22,1 Millionen Euro. Davon beziehen sich 12,6 Millionen Euro auf institutionelle Gläubiger, 9,6 Millionen Euro auf private Gläubiger. Der eingetragene Verein trägt 400.000 Euro der Schuldenlast. 5,4 Millionen Euro entfallen auf die Arminia Bielefeld GmbH & Co.KGaA. Der Mammutanteil der Schuldenlast liegt aus Sicht der Arminia-Gruppe auf der ALM KG mit 16,9 Millionen Euro. Die ALM KG bezeichnete Rejek als „Sorgenkind“, auch der Beitrag der KGaA zur Schuldentilgung sei in den letzten Jahren nicht zufriedenstellend gelaufen. Arminia habe die letzten Jahre auf „dünnem Eis“ gestanden.

Auf Nachfrage gaben die Zuständigen an, dass dies auf den Altlasten wie dem Bau der Osttribüne und auch auf zu optimistische Finanzplanungen beruhe. Arminia habe zukünftige Erlöse in Bilanzen eingearbeitet, die noch nicht umgesetzt waren, und offenbar auch nicht in voller Höhe realisiert wurden. Die Notsituation sei, so Markus Rejek, in die Zukunft verlagert worden. Es entsteht der Eindruck, dass so die Liquiditätslücke in Höhe von 4,6 Mio. Euro zum Jahresende entstanden ist, die ohne Bündnis Ostwestfalen die Zahlungsunfähigkeit Arminias zur Folge gehabt hätte. Rejek betonte, dass Entwicklungen im Merchandising und Sponsoring nichts mit der finanziellen Malaise zu tun hätten. Auch sprach er den entlassenen Gerrit Meinke von Vorwürfen in diesem Zusammenhang frei.

Die Finanzrettung – Konzept „Hermann“

Das „Bündnis Ostwestfalen“ ist nun wirklich kein Geheimnis mehr. Auf der Jahreshauptversammlung stellte Markus Rejek nun das Sanierungskonzept vor, das den Namen „Hermann“ trägt. „Hermann“ soll die Arminia-Gruppe nahezu komplett sanieren. Ziele des Konzeptes seien die Schuldenbereinigung und der Zufluss frischen Kapitals. Im Rahmen der Umsetzung des Konzeptes sollen die Schulden auf 0,8 Millionen Euro reduziert werden. Voraussetzung sei allerdings der Verkauf des Stadions. Den Anträgen, das Stadion zu verkaufen sowie den Zufluss von Fremdkapital zu ermöglichen, wurde mit deutlicher Mehrheit stattgegeben. Bis Juni muss ein Käufer gefunden werden. Durch „Hermann“ sei, laut Rejek, die Chance gegeben, operativ vernünftig zu arbeiten. Ein kontinuierlicher Geschäftsbetrieb war bei Arminia offenbar aufgrund der „Von der Hand in den Mund“-Finanzierung in den letzten Jahren nicht möglich.

Zudem werde der Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz ausgeglichen, der durch das ständige „Lücken stopfen“ entstehe. Das bisher dazu aufgewendete Geld könne nun in die Weiterentwicklung investiert werden, erklärte Rejek und bezeichnete dies als „Meilenstein“. In Zukunft wolle man nicht mehr ausgeben, als eingenommen wird und finanzielle Rücklagen erwirtschaften. Der Geschäftsführer Finanzen unterstrich darüber hinaus die Einzigartigkeit des Sanierungskonzeptes: Den Zusammenschluss vieler regionaler Unternehmen, um einen Fußballverein und damit die Region nach vorne zu bringen. Das betonte auch Präsident Laufer zur Eröffnung der Jahreshauptversammlung: „Wir haben unsere Seele nicht verkauft. Wir haben unsere Seele gerettet.“. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Im Falle eines Abstiegs würde sich das Konzept nichmehr rechnen. Es entstünde, so Rejek, eine „veränderte Situation“. Somit sind die Blauen auch in dieser Hinsicht in der sportlichen Pflicht.

Oetker-Konzern im Wirtschaftsrat, deutlicher Denkzettel für Präsidium

Das Präsidium, bestehend aus Hans-Jürgen Laufer, Hermann J. Richter und Bernard Kiezewski wurde entlastet, bei 18 Gegenstimmen und 31 Enthaltungen. Das Ergebnis weicht deutlich von den Entlastungen der Vergangenheit ab – ein Denkzettel der Mitglieder, der wohl der dargestellten Arbeit sowie der Kommunikationspolitik der letzten Wochen gestundet ist. Gleiches gilt für die Entlastung des Wirtschaftsrates: Er wurde mit 14 Gegenstimmen und 46 Enthaltungen entlastet. Mit 38 Enthaltungen wurde das Präsidium wiedergewählt. Es gab keine Gegenkandidaten. Der Ehrenrat besteht aus Michael Fredebeul, Hans-Joachim Faber, Augustin Kwamo-Kamdem, Friedrich Straetmanns, und demneuen Mitglied Jörn Euscher-Klingmann. Neuer Rechnungsprüfer ist Günter Schröder. Nachträglich in den Wirtschafts- und Aufsichtsrat wurde Mathias Gerner gewählt. Gerner leitet die Hauptabteilungen für Steuern und Finanzen bei Dr. Oetker und wird die Interessen des Bündnis Ostwestfalen im Verein vertreten und wohl auch die Arbeit im Sinne des Bündnisses kontrollieren.

Ehre, wem Ehre gebührt

Die Hartalm – oder Weichalm – wird in „Hannes-Scholz-Platz“ umbenannt. Damit ehrt Arminia ihr in 2017 verstorbenes Urgestein. Dr. Uli Zweetz, legendärer Arminia-Radioreporter, erhielt die silberne Verdienstnadel des Vereins. Die goldene Dienstnadel verlieh der Club seinem jahrelangen Gönner und mehrfachen Retter Gerhard „Gerry“ Weber. Dass beide die Auszeichnungen verdient haben, ist unstrittig.

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
2Nürnberg3461:392260
3Holstein3471:442756
4Arminia3451:47448
5Regensburg3453:53048
6Bochum3437:40-348

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