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Michael Kirbschus kommentiert

BVB-Kolumne 53: Keine Wahl beim BVB

24. Januar 2012 10:03 Uhr von Michael Kirbschus | Quelle: westline

Funkstille in München, Platz da, der BVB kommt! Michael Kirbschus nennt den Auswärtssieg in Hamburg vor allem ein Signal nach innen. Und denkt noch einmal über den Karten-Protest der BVB-Fans nach.

Sie war nicht lang, doch endlich ist sie vorbei - die Winterpause. Was hat man sich nicht, in eben jener, in München die Lippen wund geredet als bekannt wurde, dass sich Marco Reus gegen den großen FC Bayern und für den BVB entschieden hat. Und ausgerechnet dieser Marco Reus leitet mit seinem Tor beim 3:1-Sieg der Gladbacher das große Schweigen des FC Bayern ein. Seit dem Wochenende herrscht Funkstille an der Säbener Straße.

Ein Signal nach innen

Dabei sehe ich den Transfer, trotz der hohen Ablösesumme, nicht als Kampfansage an die Bayern, doch sondern eher als ein Signal nach innen, nämlich an die Spieler, auch mit dem BVB dauerhaft höhere Ziele erreichen zu können. Das Echo der Mannschaft ließ nicht lange auf sich warten. Die Truppe wirkte heiß wie Frittenfett. Anders kann man den Rückrundenauftakt des BVB beim Bundesliga-Dino Hamburger SV nicht beschreiben.

Den vor der Winterpause im Aufwärtstrend befindlichen HSV mit 5:1 aus dem eigenen Stadion zu fegen, habe ich im Vorhinein nicht erwartet. Eine klasse Leistung und toll anzusehen. Im Kampf um die Titelverteidigung setzte die Mannschaft ein deutliches Zeichen, zumal der Sieg auch durchaus noch höher hätte ausfallen können. Bleibt die Frage, ob Holger Badstuber wohl den Schritt zu Borussia Dortmund wagen würde?

Der Protest

Ein Zeichen setzten auch die Anhänger des BVB. Die Initiative "Kein Zwanni für nen Steher“ hatte bekanntlich aus Protest gegen zu hohe Ticketpreise zum Boykott des Spiels aufgerufen. Wie viele genau kann niemand sagen, doch tausende treue BVB-Fans verzichteten auf die Reise nach Hamburg. Die Aktion "Ohren auf und Radios ein - Fußball muss bezahlbar sein" mobilisierte zudem rund 500 BVB-Fans.

Ein voller Erfolg aus Sicht der Veranstalter, denn nicht alle verfügbaren Gästekarten konnten verkauft werden und das Medieninteresse war riesig. Für aktive Protestler, ganz gleich ob BVB- oder HSV-Fan, ein schönes Gefühl und etwas worauf man stolz sein kann.

Doch stellt sich die Frage was die Aktion für die Zukunft effektiv bringen wird. Wird der HSV oder irgendein anderer Verein sich langfristig daran hindern lassen die Preise zu erhöhen? Das halte ich für bedenklich, auch Fußballvereine sind Wirtschaftsunternehmen.

Freie Marktwirtschaft

Was unterscheidet denn den Fußball von der Formel 1, einem Kino oder einem Musikkonzert? Gar nichts, denn die freie Marktwirtschaft macht, so hart es klingt, auch nicht vor dem Fußball halt. Ebenso beim Fußball bestimmen Nachfrage und Angebot den Preis. Das Prinzip der Gewinnmaximierung wird, der Nostalgie wegen,  sicherlich nicht außer Kraft gesetzt.

Fraglich ist auch wie häufig und wie lange Fans bereit sind den Protest aufrecht zu erhalten und zu verzichten. Nur mit einem konsequenten Verzicht kann diese Initiative Erfolg haben. Doch keiner kann anderen Fans verbieten ins Stadion zu gehen.

Sollte man deswegen resignieren? Nein, denn die Eintrittskarte ins Stadion ist das Einzige im Fußball, bei dem der Fan, gesetzt den Fall, er möchte seinen Verein live erleben, keine Wahl hat. Jeder kann selbst entscheiden, ob er sich eine Wurst im Stadion kauft, kann entscheiden, ob man kein oder drei Bier für je 3,50 Euro trinkt und auch, ob es jede Saison ein neues unverschämt teures Trikot sein muss. Dabei hat der Fan die Wahl. Beim Ticket nicht.



Der Autor: Michael Kirbschus

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Samstag, 05.05.12 - 15:30 Uhr

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