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Marco Samson kommentiert

Die BVB-Kolumne 54: Gute Fans und schlechte Fans?

30. Januar 2012 21:07 Uhr | Quelle: westline

Dortmund 2 Spiele, 6 Punkte, toller Fußball: Sportlich ist der BVB grandios ins Jahr 2012 gestartet. Trotzdem ist Marco Samson etwas sauer - und zwar auf Teile der eigenen Fans. In seiner Kolumne setzt er sich noch einmal mit dem Boykott in Hamburg, der Diskussion darüber und der Stimmung auf der Südtribüne am Samstag auseinander.

Nun war es also endlich soweit, der 28.01.2012 und endlich das erste Heimspiel des Kalenderjahres 2012 – und das gegen unsere „Freunde“ aus Sinsheim.

Der Fanboykott war mit Ausnahme einiger Banner („Fußball muß bezahlbar sein“) für den überwiegenden Teil der Fans schon vergessen – nicht für mich. Mit großem Ärger habe ich in der letzten Woche den Bericht auf schwatzgelb.de „Man hatte es sich ja schlimm vorgestellt…“ gelesen.

Ich muß dabei sagen, daß ich absoluter Fan der Berichte bin, doch dieser Text hat für mich das Faß zum Überlaufen gebracht. Da wird über 15 Einheizer herzogen, wie es schlimmer kaum geht, es seien tatsächlich kaum Fahnen da gewesen und nahezu alle aktiven Gruppen hätten sich am Boykott beteiligt (auch das stimmt nur bedingt).

Stimmung am Samstag

Es wird gegen Ueckendorf gesungen (hört man auf der Süd ja nie...) und auch ansonsten ist die Liedauswahl so kreativ wie das Spiel des Gegners.

Aber am Samstag waren ja wieder alle da, am besagten 28. Januar 2012. Es gab eine zugegebenermaßen herausragende Choreo (TV-Kapital) und ich habe im weiteren Verlauf des Spiels bewußt den Support beobachtet.

In Halbzeit eins insgesamt in Ordnung, aber vor dem Hintergrund des Gegners und der Leistung der Mannschaft eigentlich auch nicht überragend. In Halbzeit 2  wurde tatsächlich nach dem deutschen Meister gefragt, wurde nicht gerade das so kritisiert an der Elbe? Nach dem 3-1 dann über längere Zeit Stille, wurde draußen boykottiert?

Support in HH war ok

Nicht falsch verstehen, ich bin absoluter Fan der Süd und bewundere auswärts sowohl Qualität als auch Quantität des Supports – und auch letzte Woche waren Augenzeugen nach ca. 8-10.000 „Boykott-Boykotteure“ im Stadion.

Letze Woche habe ich das Spiel bei Sky gesehen und fand den Support nicht überragend, aber bei weitem auch nicht schlecht  - so wie gestern. Auch gestern waren Lieder dabei, die die Welt nicht braucht und die ein nicht unerheblicher Teil des Stadions nicht kennt, sind das auch alles schlechtere Fans? „Dietmar Hopp du……“ durfte am Samstag natürlich auch nicht fehlen.

Sachlichkeit ist gefragt

Abschließend möchte ich natürlich meinen Respekt für die 500 (oder 800?) Fans bekunden, die in HH Radio gehört haben.Wenn ich aber lese, dass es das Ziel sein muß, alle anderen vom Boykott zu überzeugen, frage ich mich, ob ich in den 80ern in Ostberlin lebe.

Und wenn man schon alles und jeden Stadionbesucher vom 22.01.2012 in Hamburg kritisiert, sollte man 6 Tage später zeigen warum die „besseren Fans“ tatsächlich besser sein sollen, ich jedenfalls habe es nicht gemerkt.

Ein wenig mehr Sachlichkeit würde allen gut zu Gesicht stehen.



Der Autor: Marco Samson

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