Borussia Dortmund
07. August 2012 07:22 Uhr

Neuer BVB-Rechtsverteidiger: Klopp will das Tier in Oliver Kirch wecken

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Neu-Rechtsverteidiger Oliver Kirch (hinten) muss auf der ungewohnten Position noch zulegen. (Foto: Defodi)

Von Matthias Dersch

DORTMUND - Als Jürgen Klopp Michael Zorc im Sommer vorschlug, den Mittelfeldspieler Oliver Kirch als neuen Rechtsverteidiger zu verpflichten, willigte der BVB-Sportdirektor sofort ein. Bei Lukasz Piszczek hat die Idee schließlich gut funktioniert ...

Als im Juli 2010 Lukasz Piszczek seinen Dienst bei Borussia Dortmund antrat, schüttelten nicht wenige Beobachter mit dem Kopf: Ein Mittelfeld-Mitläufer von einem Bundesliga-Absteiger soll künftig die Rechtsverteidiger-Position beim ambitionierten BVB übernehmen? Wie bitte soll das funktionieren?

Kirch-Transfer erntete Stirnrunzeln

Zwei Jahre später sind diese kritischen Stimmen verschwunden. Niemand im Umfeld des Doublesiegers will es gewesen sein, der damals über die Verpflichtung gemault hat. Piszczek gilt mittlerweile als bester Rechtsverteidiger der Liga. Schnell, ausdauernd, zweikampf- und offensivstark – der Pole vereint alle Eigenschaften, die im Anforderungsprofil für einen modernen Außenverteidiger zusammengefasst sind.

Was Piszczek mit Oliver Kirch, dem Sommer-Neuzugang des BVB, verbindet? Nun, eine ganze Menge. Denn auch Kirch kommt von einem Absteiger. Auch der 29-Jährige ist kein gelernter Verteidiger. Und auch beim Ex-Lauterer gibt es nicht wenige Menschen, die angesichts Kirchs Verpflichtung mit der Stirn runzeln.

400.000 Euro Ablöse

Wie also kam er zum Überraschungstransfer? „Wir sind der Idee, die wir damals bei Lukasz Piszczek hatten, noch mal gefolgt“, erklärte BVB-Trainer Jürgen Klopp am Sonntag. Kirch sei schnell, habe Ausdauer – und ist bezahlbar gewesen. Deshalb „war er der erste Name, der mir eingefallen ist.“ Klopp fragte an, Kirch sagte zu, Kaiserslautern benötigte Geld – und so wechselte der Allrounder für 400.000 Euro zum BVB.

Wie weit der Weg für Kirch, der in der Vergangenheit vor allem im zentralen und rechten Mittelfeld eingesetzt wurde, auf seiner neuen Position noch ist, bekam er gegen Bremen zu spüren. Im Liga-Total-Cup-Finale hieß sein Gegenspieler Eljero Elia. Und der ausgewiesene Flügelexperte dribbelte Kirch vor allem in der vogelwilden Anfangsphase der Borussia fast um den Verstand.

"Er muss jetzt verteidigen lernen"

Natürlich dürften Klopp die Fehler nicht gefallen haben, doch schon bei der Verpflichtung des 29-Jährigen wird er eine gewisse Eingewöhnungsphase einkalkuliert haben. In den ersten Wochen bekam Kirch in zwei Trainingslagern zu spüren, wie körperlich intensiv das Dortmunder Spiel ist. Jetzt geht es an die Arbeit an der wichtigsten Kernkompetenz seiner neuen Position: richtiges Abwehrverhalten. „Er ist ein richtig guter Fußballer, aber er muss jetzt verteidigen lernen“, erklärte Klopp schon vor dem Spiel gegen Bremen. „Wir müssen das Tier in ihm wecken. Da sind wir gerade dabei.“

Doch Kirch ist ohnehin nur als Back-Up auf der Rechtsverteidiger-Position eingeplant. Er dürfte nur dann zum Einsatz kommen, wenn der gesetzte Piszczek verletzt ausfällt oder eine Pause benötigt. In der vergangenen Saison absolvierte der Pole allerdings 45 von 47 Pflichtspielen. Kirch, dem Klopp attestiert, „das Ausbildungsding“ voll angenommen zu haben, dürfte also, wenn alles normal läuft, noch ein wenig Zeit bleiben, um sich an seine Aufgabe in der Defensive zu gewöhnen.
Quelle: Ruhr Nachrichten

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