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Sebastian Kehl interessierte der Verlust der Tabellenführung nach dem 1:1 in Gladbach nicht. »Erst im Mai«, sagt der BVB-Kapitän, »werden die Früchte geerntet.« Foto: Defodi

200 Mal Schwarzgelb

Sebastian Kehl feierte gleich zwei Jubiläen

01. Februar 2012 08:04 Uhr von Matthias Dersch

DORTMUND Unter die Freude über den 3:1-Heimsieg mischten sich bei BVB-Kapitän Sebastian Kehl am vergangenen Samstag auch nostalgische Gefühle. Vor zehn Jahren und einem Tag hatte der 31-Jährige zum ersten Mal in einem Pflichtspiel das schwarzgelbe Trikot angezogen. Gegen Hoffenheim trug er es zum 200. Mal in der Bundesliga.

„Das war schon verrückt“, sagt Kehl mit ein paar Tagen Abstand. Ausgiebig gefeiert habe er sein doppeltes Jubiläum zwar nicht, „aber es war ein sehr schöner Abend“. Ein feines Lächeln umspielt dabei seine Lippen. Der gebürtige Fuldaer sieht zufrieden aus.

Starkes Sechser-Tandem

Kein Wunder: Es läuft wieder für den Mann mit der „5“ auf dem Rücken. 13 Mal stand er in dieser Bundesliga-Saison auf dem Platz, in den beiden Vorjahren kam er jeweils nur zu sechs Einsätzen. Und Kehl spielt nicht nur regelmäßig, er spielt auch regelmäßig gut.

Galt das Sechser-Duo Sven Bender und Kehl vor der Spielzeit als faktisch ausgeschlossen, weil zu defensiv, setzt BVB-Trainer Jürgen Klopp mittlerweile voll auf dieses Tandem. Und der 31-Jährige fällt gegen seinen fast zehn Jahre jüngeren Kollegen nicht ab: In den Rückrunden-Partien gegen Hamburg (Note 2,5) und Hoffenheim (2,0) stahl er Bender (jeweils 3,0) mit seinen starken Auftritten gar die Show.

Von Verletzungen ausgebremst

„Ich habe immer betont, dass ich regelmäßig trainieren und spielen muss, um wieder vernünftig bewertet werden zu können“, meint Kehl, „jetzt sieht man, dass das gut funktioniert.“ Wie gut, zeigte seine Balleroberung vor dem 1:0 gegen Hoffenheim. Mit acht Metern Anlauf nahm er Sebastian Rudy so leicht den Ball ab, als würde er einen Apfel vom Baum pflücken.

„Wie er das gewittert hat, wie er da mit Zug reingegangen ist – das war außergewöhnlich gut“, schwärmte Klopp anschließend von der Aktion des Dortmunder Anführers. Dass Kehl seine Qualität noch einmal so eindrucksvoll in der Bundesliga unter Beweis stellen würde, daran haben in den vergangenen Jahren nicht wenige gezweifelt. Immer wieder wurde der 31-fache Nationalspieler von Verletzungen ausgebremst.

„Riesige Qualität“

Seine Krankenakte erreichte seit dem folgenschweren Foul von Hasan Salihamidzic am 11. August 2006 fast den Umfang eines Kleinstadt-Telefonbuchs. Im Rückblick spricht Kehl „von zehn Jahren BVB mit allen Höhen und allen Tiefen“.

„Es ist schön zu beobachten, was derzeit mit Sebastian passiert“, sagt Klopp, und spricht von einer logischen Entwicklung. „Dass er eine riesige Qualität hat, wusste ich, bevor ich nach Dortmund gekommen bin. Leider hatten wir in den vergangenen Jahren viel zu selten die Gelegenheit, um auch was davon zu haben.“

Vertrag endet

Seit Saisonbeginn ist Kehl fit und frei von Rückschlägen. Selbst, als er im Champions-League-Spiel gegen Marseille böse am Auge getroffen wurde, stand er elf Tage später wieder auf dem Platz. Im Sommer endet sein Vertrag beim BVB, in Kürze soll es Gespräche über eine Verlängerung geben. Argumente dafür hat Kehl zuletzt genug gesammelt, um noch ein bisschen länger als die bisherigen zehn Jahre in Dortmund zu bleiben.


Bundesliga: 36. Spieltag

Samstag, 05.05.12 - 15:30 Uhr

Borussia Dortmund

SC Freiburg
4:0
(4:0)
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