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Testspiel
RWE gegen BVB: Ein Wiedersehen alter Freunde an der Hafenstraße

(Foto: Jan Ahlers)
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Essen – Der BVB reist am Dienstag zur Hafenstraße und trifft dort auf Rot-Weiss Essen. Ein Spiel mit Tradition, schließlich verbindet beide Vereine weit mehr als die Ruhrgebiets-Lebensader A 40. Viele Jahre pflegten beide Fangruppen eine innige Fanfreundschaft. Wieviel ist davon heute eigentlich noch übrig? Eine Spurensuche gemeinsam mit einem Essener Blogger.

Die jüngeren unter uns werden sich vielleicht nicht mehr erinnern, doch tatsächlich gab es eine Zeit, in der man sich gezielt mit Fans anderer Vereine verbrüderte. Die bekanntesten Fanfreundschaften beim BVB waren sicherlich die zum Hamburger SV (ja, liebe Kinder, es gab eine Zeit, in der man den HSV wirklich richtig sympathisch fand...), zu Celtic Glasgow und eben zu Rot-Weiss Essen. 

In seinem Buch "Unser ganzes Leben - Die Fans vom BVB" widmen Uli Hesse und Gregor Schnittker diesem Phänomen sogar ein ganzes Kapitel und lassen dort viele langjährige Fans zu Wort kommen. Die meisten Fanfreundschaften entstanden in den 70-er und 80-er Jahren. Häufig auch dadurch, dass Hooligan-Gruppen sich in brenzligen Situation gegenseitig beistanden, frei nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund". Dass auch RWE und der BVB die gemeinsame, innig gelebte Abneigung gegen Königsblau verbindet, mag wohl niemand bestreiten. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass sich die Freundschaft verstärkte, nachdem Rot-Weiss Essen infolge der Schalker Meineind-Geschichte in die zweite Liga absteigen musste. 

In der Essener Westkurve waren in diesen Zeiten viele BVB-Schals zu sehen, und die Essener Klamotte war auf der Dortmunder Südtribüne ebenso salonfähig. Sogar das Liedgut übernahm man zum Teil vom jeweils anderen. So ertönte selbst zu Beginn der 2000-er Jahre auf der Dortmunder Südtribüne noch regelmäßig "Wer ist der Schreck vom Niederrhein? Nur der BVB!" Dass dieser Schlachtruf, der eigentlich von der Hafenstraße stammt, irgendwie nicht passte, weil Dortmund ja in Westfalen und nicht am Niederrhein liegt - geschenkt. In dem Fall war es mehr als bloßer geistiger Diebstahl, sondern auch ein Ausdruck der noch immer währenden Verbundenheit. Sportlich trennen beide Vereine aber seit vielen Jahren Welten. Befand man sich in den 70-er Jahren noch in etwa auf dem gleichen sportlichen Niveau, so trennen heute drei Klassen die beiden Vereine. 

So war das 2008...

Letztmals in einem Pflichtspiel trafen die beiden Vereine sich 2008 in der ersten DFB-Pokalrunde, als der BVB in Essen 3:1 gewann und Jürgen Klopp seinen ersten Pflichtspielsieg als BVB-Trainer einfuhr. Auch André Schubert, Betreiber des RWE-Blogs "Catenaccio 07" war damals im Stadion: "Ich erinnere mich noch ganz gut an die erste Runde im DFB-Pokal 2008/2009. Stefan Lorenz glich eure Führung mit einem satten Kracher aus 25 Metern aus, in der zweiten Halbzeit gelangen euch dann leider noch zwei Buden. Irgendein BVB-Spieler sah auch noch nach seiner Einwechslung eine der schnellsten Roten Karten aller Zeiten. (Anm. der Red.: Bajram Sadrijaj) Insgesamt aber ein feiner Kick."

Vor drei Jahren fand dann im neuen Stadion Essen ein Testspiel statt. Zu spüren war die immer noch vorhandene Sympathie, nach dem Spiel sah man Essener und Dortmunder einträchtig zusammen mit einem kühlen Stauder am Hafenstübchen sehen. In Dortmund scheinen aber zumindest bei den jüngeren Fans neue Sympathien die alten Fanfreundschaften mittlerweile größtenteils abgelöst haben. Zu nennen sind da vor allem die Verbindungen zum 1. FC Köln, die ursprünglich vor allem darauf basierten, dass die jeweiligen Ultra-Gruppierungen befreundet sind, mittlerweile aber generell bei vielen BVB-Fans eine Sympathie zu den Domstädtern entfacht haben.

Rot-Weiss Essen, so scheint es, haben die meisten nicht mehr so richtig auf dem Schirm. Der Verein ist vielen erst mal grundsätzlich eher sympathisch, allerdings haben einige Aktionen von Essener Fans, die dann doch eher in die Kategorie "unterste Schublade" passten, dem Ruf des Vereins nicht gut getan. Hochachtung haben viele Dortmunder vor den für Regionalliga-Verhältnisse wirklich exorbitanten Zuschauerzahlen. Und irgendwie würden sich viele wohl auch freuen, wenn es der Verein mal wieder nach oben schaffen würde. Allein: So richtig daran glauben mag wohl keiner.

Nicht mehr so präsent

Auch bei vielen Essenern ist die Fanfreundschaft nicht mehr so präsent wie früher, sagt André Schubert, der sich selbst "nicht unbedingt als Fan des BVB, eher als Sympathisanten" bezichnet. "Für einige ist diese Fanfreundschaft nach wie vor existent, was ja auch mit unserer gemeinsamen Abneigung gegen die Merkwürdigen aus Gelsenkirchen zu tun hat. Andere wiederum betrachten dieses Verhältnis als eher abgekühlt, einfach darum, weil die Kluft zwischen den Vereinen in den letzten Jahren schon sehr groß geworden ist. Sportlich wie auch wirtschaftlich. Fakt ist, dass man an der Hafenstraße vor 10, 12 Jahren deutlich mehr BVB-Schals sah als heute." Ein bisschen liegt es sicher aber auch daran, dass gelebte und aktive Fanfreundschaften vor allem ein Phänomen der 70-er, 80-er und frühen 90-er Jahre waren. Der Fußball hat sich geändert, Fankultur hat sich geändert.

Viele BVB-Schals wird man aber definitiv am 11. Juli sehen, wenn RWE und der BVB sich zum Testkick treffen. Trotz ungünstiger Anstoßzeit unter der Woche. Für beide ist es sicherlich eines der Highlights der Saisonvorbereitung. Schubert sieht aber neben der Folklore auch einen sportlichen Wert in der Partie. Er ist gespannt, "wie sich zum Beispiel unser punktuell (hoffentlich) verbesserter Kader gegen einen deutlich stärkeren Gegner behauptet. Ein Testspiel dieser Art bringt glaube ich deutlich mehr Erkenntnisse als ein 14:0 gegen einen Kreisligisten." 

Ein nettes Spiel wird es sicherlich werden, denn Verbindungen zwischen den Vereinen sind auf jeden Fall da. Davon zeugt alleine schon der gemeinsam betriebene Fanshop im Essener Einkaufszentrum Limbecker Platz. Der liegt übrigens nur wenige Meter vom S04-Fanshop entfernt. Alles wie früher: RWE und BVB gemeinsam gegen Königsblau. Auch wenn sich die Gemeinsamkeiten in jüngster Vergangenheit in Grenzen halten. Schubert: "Die gemeinsame Allergie gegen die Farbe Königsblau verbindet uns. Ansonsten fällt es doch schwer, von wirklichen Gemeinsamkeiten zu sprechen. Sicher, wir haben beide eine ähnlich lange und ansprechende Tradition, und Essener Stürmer wie Hrubesch, Mill, Burgsmüller und Wegmann haben später auch noch für den BVB gekickt. Aber es ist eben eine Tatsache, dass sich die Wege unserer Klubs schon vor längerer Zeit deutlich getrennt haben. Was natürlich Fans beider Vereine nicht davon abhalten soll, Sympathie für den jeweils anderen Verein zu empfinden."

Dazu haben Essener und Dortmunder am Dienstag jedenfalls wieder einmal die Gelegenheit. Und darauf, zusammen das eine oder andere Stauder auf die alten Zeiten zu leeren. Und dabei ist es sicher nicht ausgeschlossen, dass wie in den alten Zeiten und wie zuletzt 2008 und 2014 zu späterer Stunde gemeinsam das "Conny-Kramer"-Lied angestimmt wird...
 

 


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1Dortmund823:51819
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3RB Leipzig815:10516
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