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Watzke über den BVB
"Wir haben nach wie vor den Anspruch, ein großer Verein zu sein"

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Foto: Bernd Thissen (Bernd Thissen)
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Dortmund – Borussia Dortmund hat zuletzt schwierige Monate durchlebt. Unruhe im Verein, Unruhe vor allem in der Mannschaft und der Rückhalt der Fans ist nicht mehr gegeben wie das einst der Fall war. Darüber hat Hans-Joachim Watzke gesprochen. Und aufgezeigt, wohin die Reise in der Zukunft gehen soll.

Bei Borussia Dortmund ist in den letzten anderthalb Jahren vieles falsch gelaufen. Das darf man nicht wegdiskutieren. Und das sehen offenbar auch die Vereinsbosse so. In einem langen Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Auskunft über die Pläne und den Ist-Zustand des Klubs gegeben.

Für die Zukunft müsse es der BVB schaffen, wieder eine stärkere Einheit zwischen dem Klub und den Fans, aber auch zwischen der Mannschaft und den Fans zu schaffen. Hier gab es zuletzt deutliche Risse. Sei es die Internationalisierung des Klubs, die vielerorts kritisch gesehen wird oder sei es zum Beispiel die Kritik von Roman Bürki an einzelnen Teilen des Stadions. Der Rückhalt der Anhänger war in Dortmund schon einmal größer.

Höherer Anspruch

Watzke sagt dazu: "Wir haben da immer einen höheren Anspruch als viele andere. Das heißt: Wir müssen bei der Internationalisierung neue Geldquellen erschließen, aber wir dürfen keine Politik gegen das Gefühl unserer zehn Millionen Fans in Deutschland machen. Wir müssen in der Liga auch darüber diskutieren, ob die Montagsspiele – außer sie sind sportlich durch Europa-League-Einsätze indiziert – wirklich sein müssen. Borussia Dortmund wird dazu den Anstoß geben. Ich spüre bei allen Fans eine sehr große Aversion dagegen."

Deshalb müsse man nicht immer alles machen, nur weil es wirtschaftlich möglich ist. Auch wenn das mit weniger Einnahmen verbunden sei. "Ohne Montagsspiele werden wir ab 2021 vielleicht ein, zwei Millionen Euro weniger einnehmen. Aber eine größere Einheit mit den Fans ist uns mehr wert. Auch da gilt für Borussia Dortmund: back to the roots, zurück zu unseren Wurzeln", so Watzke.

Finanziell haben andere mehr Kraft

Denn was das Geld angeht, könne Borussia Dortmund mit den ganz Großen sowieso nie mithalten. Zwar habe der BVB im letzten Jahrzent Spieler mit dem Prädikat Weltklasse hervorgebracht, sie dann aber ob der wirtschaftlichen Situation eben nicht halten können. Es gebe auf dem Markt schlicht und ergreifend etwas mehr als eine handvoll Vereine, mit denen sich der BVB da nicht messen kann. Plus weitere gut 20 Klubs, die finanziell mehr Möglichkeiten haben. 

Dazu sagt Watzke: "Real Madrid, Barcelona und Bayern können jedes Problem der Welt mit Geld lösen. Wir nicht. Niemals. Das hemmt uns. Tatsache ist: Es ist unter rein finanziellen Aspekten mittlerweile leichter, einen Spieler aus dem Gefüge des BVB herauszubrechen als aus dem eines englischen Mittelfeldklubs."

Hoffnungslos müsse deshalb niemand sein. Denn auch wenn sie weniger werden, es gäbe sie noch, die Spieler mit der Gier nach sportlichem Erfolg. Und diese brauche der BVB in der Zukunft verstärkt. "Wir haben nach wie vor den Anspruch, ein großer Verein zu sein", sagt Watzke da auch mit genug Selbstvertrauen.

Nach den heftigen Enttäuschungen mit Ousmane Dembele und Pierre-Emerick Aubameyang hat der Boss den aktuellen Spielern schon mit auf den Weg gegeben, dass jeder neue Versuch sich aus dem Verein zu streiken, mit dem Platz auf der Tribüne, nicht aber mit einem Transfer belohnt wird.

Sport wichtiger als roter Teppich

Den Anspruch an einem Dortmunder Spieler formulierte er dann so: "Wir brauchen wieder Spieler, die das Publikum durch ein, zwei Aktionen emotional mitnehmen. Das ist viel wichtiger als die Anzahl der Follower auf Instagram. Die Tabelle muss bei einigen Spielern wieder im Fokus stehen, nicht die sozialen Netzwerke. Es geht heute natürlich nicht ohne sie. Wir nutzen sie ja auch. Aber der Schwerpunkt muss wieder stimmen. Man kann ja auch mal wieder das Foto von einen gewonnen Zweikampf posten – und nicht bloß eins vom roten Teppich."

Gleichzeitig gab er aber auch an, dass es im Sommer durchaus einen Schritt zurück geben kann. Dann nämlich, wenn der BVB die Qualifikation für die Champions League verpasst. Daraus könne man dann aber eben auch die nächsten Schritte nach vorne entwickeln.

Das Gesicht des Kaders wird sich im Sommer sowieso verändern. Es hängt vom Abschneiden in der Rückrunde ab, wie stark diese Veränderung ausfallen wird. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der BVB seine Mannschaft wieder und weiter verjüngen wird.

Laufende Saison schwer

Das die laufende Saison schwierig ist, will Watzke dabei gar nicht verschweigen. Verglichen mit den Problemen der Vergangenheit sei das aber noch gar nichts. "Aktuell stehen wir zweifelsfrei nicht so da, wie wir es uns wünschen, sind aber nur einen Punkt von Platz zwei entfernt. Das ist der Status quo. Es kann passieren, dass wir in dieser Saison zum ersten Mal unsere Ziele verfehlen. Wenn man deshalb vom „Auseinanderfallen“ spricht, dann sprechen wir aber vom Auseinanderfallen auf hohem Niveau. Ich habe nun wirklich andere Zeiten bei Borussia Dortmund erlebt."

Mit dem 3:2-Erfolg beim 1. FC Köln könnte die Mannschaft eine Trendwende eingeleitet haben, hofft der Geschäftsführer. Phasenweise sei das guter Fußball gewesen und er habe eine Mannschaft mit dem absoluten Willen zum Gewinnen gesehen. Und damit ist beim BVB nach den harten letzten Monaten schon vielen geholfen.

 


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4Bayer 042343:301338

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