1. FC Magdeburg rockt die 3. Liga
1. FC Magdeburg: Coach Jens Härtel spricht über den Traum vom Aufstieg

Jubel pur beim 1. FC Magdeburg - bereits zum zehnten Mal in dieser Spielzeit! (Foto: Jan Ahlers)

Lotte – Mit einem 3:1-Erfolg über die Sportfreunde Lotte hat der 1. FC Magdeburg das Fußballjahr 2016 abgeschlossen. Dem Aufstiegs-Vorjahr standen die vergangenen zwölf Monaten dabei in nichts nach – wieder wurde oft gejubelt, wieder ist der FCM oben mit dabei. Und auch Trainer Jens Härtel konnte sich eine erste Andeutung nicht mehr verkneifen…

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„Für uns zählen zuallererst nur die 33 Punkte – dass wir aktuell auf dem zweiten Platz stehen, ist nicht mehr als ein schöner Nebeneffekt“, antwortete Härtel auf Nachfrage zunächst mit dem üblichen Profifußball-Understatement, stellte dann aber klar: „Am 38. Spieltag würde ich gerne dort oben stehen! Bis dahin registrieren wir unsere Leistungen und auch den Tabellenstand, wissen aber, dass wir unsere Leistung bis dahin immer wieder genauso abrufen müssen, um die Position halten zu können.“

Der 1. FC Magdeburg und die Frage nach dem Aufstieg – so ganz kann sie nach der Hinrunde nicht mehr aus dem Weg geräumt werden. Sechs Wochen Zeit hat der FCM nun, um sich zu überlegen, ob in dieser Spielzeit nicht vielleicht sogar alle Weichen auf Angriff gestellt werden. Sportchef Mario Kallnik blieb in die Mixed Zone gewohnt zurückhaltend, äußerte sich defensiv. „Wir wollen noch immer zuerst die 45 Punkten holen“, sagte dieser. Wohlwissend, dass dieses Ziel aller Voraussicht nach ähnlich früh wie bereits in der vergangenen Saison geknackt werden wird.

Warum der 1. FC Magdeburg oben dranbleiben kann

Die Voraussetzungen sind jedenfalls gut wie lange nicht. Da wäre zum einen die Konkurrenz, die sich überhaupt nicht einig scheint. Ist abseits des MSV Duisburg ein echter Aufstiegskandidat dabei? Osnabrück? Erzrivale HFC? Vielleicht Holstein Kiel, oder der klamme Chemnitzer FC? Die Leistungsdichte ist selbst im Spitzenfeld der 3. Liga enorm. Nach Analyse der Hinrunde erscheint es ziemlich wahrscheinlich, dass sich keines der genannten Teams frühzeitig vom Rest absetzen wird.

Und dann ist da noch der FCM selbst: Ein Jahr dauerte der Reifeprozess in der neuen Spielklasse. Befürchtet wurde nach schwachem Auftakt schon, dass das Aufsteiger-Überraschungsmoment der Vorsaison nun dahin sei. Denkste! Fünf Erfolge in Serie hat Magdeburg angehäuft – und das ausnahmsweise nicht nur dank Christian Beck, der seine Flaute in Lotte beendete. Sondern dank des blauen Kollektivs. Dank Tobias Schwede, dank Julius Düker, dank Sebastian Ernst oder Jan Löhmannsröben.

Das Kollektiv als größte FCM-Stärke

Der Club kommt über die Gemeinschaft und besitzt genau deswegen gute Aufstiegschancen. Was zeichnete schließlich die Würzburger Kickers, Darmstadt 98 oder Erzgebirge Aue aus? „Es ist bewundernswert, wie sich die ganze Mannschaft beim 1. FC Magdeburg in die Abschlüsse wirft – auch so kann man sich einen Sieg verdienen“, lobte Lotte-Trainer Ismail Atalan die Kompaktheit und den Zusammenhalt beim FCM in hohen Tönen. Und scherzte: „Wenn der Fußballclub am 38. Spieltag Zweiter ist und wir Achter, dann laufe ich nach Magdeburg und gebe allen einen aus.“

Unwahrscheinlich erscheint das Szenario auf beiden Seiten nicht. Die Frage ist: Will Magdeburg den Aufstieg? Einen Versuch scheint es allemal wert. Ein, zwei punktuelle Verstärkungen im Winter braucht die Härtel-Elf allerdings noch, um sich gegen mögliche Krisen abzuhärten. Und wer aufmerksam dem in der Bild geforderten Spielerprofil seitens Mario Kallnik lauschte, der dürfte ahnen, wo der Weg des 1. FC Magdeburg so bald wie möglich hinführen soll: „Wir holen nur Spieler, denen wir die 2. Bundesliga zutrauen.“ Ein erster Anlauf kann schon im Jahr 2017 beginnen.


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