Expertenkommission gefordert
Drittliga-Klubs reagieren mit Ablehnung auf Reformpläne

(Foto: DFB)
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Frankfurt – Der DFB plant die Aufstiegsregelung in die 3. Liga zu ändern. Gegen das Modell, dass zwei von fünf Regionalligen einen direkten Aufstiegsplatz erhalten und die restlichen Meister einen weiteren Aufsteiger ausspielen, machen nun die Vereine der 3. Liga mobil. Statt eine Änderung zu beschließen, solle auf dem DFB-Bundestag in der kommenden Woche lieber eine Expertenkommision eingesetzt werden.

Es ist ein seit Jahren bekanntes Problem: In die 3. Liga können derzeit nur drei Vereine aufsteigen. Da es aber fünf Regionalligen gibt, heißt das: Der Meister steigt nicht direkt auf, sondern muss erst noch Aufstiegsspiele absolvieren. Sportlich fair ist das nicht. Die Mühen und der Erfolg einer ganzen Saison kann in 180 Minuten zunichte gemacht werden.

Das soll sich in Zukunft zumindest teilweise ändern. Dem DFB schwebt ein Modell vor, nach dem die Regionalliga West sowie Südwest ein direktes Aufstiegsrecht erhält. Die Meister dieser beiden Staffeln wären fortan also sichere Aufsteiger. Die anderen Staffeln müssten jedoch weiterhin Aufstiegsspiele austragen. 

In einer gemeinsamen Stellungnahme haben sich nun alle 20 Teams der 3. Liga zu diesem Vorschlag geäußert. Und ihn dabei unmissverständlich abgelehnt. Anstatt in der kommenden Woche auf dem DFB-Bundestag ein neues Modell zu beschließen, solle der Verband lieber eine Expertenkommision einsetzen, die eine nachhaltige und vor allem sportlich faire Aufstiegsregelung ausarbeitet. Denn durch den bekannt gewordenen Vorschlag würde das generelle Problem weiterhin bestehen.

"Nach wie vor steigen nicht alle Meister der Regionalligen auf. Dies entbehrt jeglicher sportlichen Fairness in der Wertschätzung der erbrachten Leistungen der Meisterteams und Vereine über eine gesamte Saison hinweg. Gerade Absteigern aus der 3. Liga droht durch die teilweise fehlende Möglichkeit des direkten Wiederaufstiegs in dieser Zweiklassengesellschaft der Regionalligen finanziell der Kollaps", heißt es in der Mitteilung.

Dazu würden die Interessen der 3. Liga weiterhin nicht berücksichtigt. Die Liga habe bereits im September einen Forderungskatalog beim DFB hinterlegt. Dieser würde neben den Vorschlag, die Regionalliga von fünf auf vier Staffeln mit direktem Auf- und Abstieg auch weitere Punkte zu einer strukturellen Verbesserung der 3. Liga beinhalten. Doch bis jetzt habe sich der DFB dazu leider nicht geäußert. Das sei eine absolute Enttäuschung. Gerade auch mit dem Blick darauf, dass der DFB die Bedeutung der Liga immer und immer wieder hervorhebt.

Weiter heißt es: "Bis heute hat die 3. Liga als Profiliga mit rund 160 Millionen Euro Umsatz keinen Sitz und keine Stimme beim DFB. Es scheint, als habe der Verband auch bei der aktuellen Thematik die Belange der Liga aus den Augen verloren. Die jetzt praktizierte Vorgehensweise widerspricht in unseren Augen deutlich der von DFB-Präsident Reinhard Grindel immer wieder propagierten Vertrauenskultur."

 

 


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