SV Meppen wartet in den Aufstiegsspielen
Waldhof Mannheim: Im zweiten Anlauf in die 3. Liga?

Letztes Jahr in Lotte brannte es im Waldhof-Block - aber nicht auf dem Rasen, denn der SVW erzielte in 180 Minuten kein einziges Tor. (Foto: Schulte)
Wann weht die Waldhof-Wahne...äh, Fahne wieder in der 3. Liga? (Foto: Schulte)
Damals scheiterte Waldhof Mannheim an den Sportfreunden Lotte... (Foto: Schulte)
1

Mannheim – Die offizielle Saison ist seit dem Sonntagnachmittag in allen deutschen Profiligen beendet. Noch aber steht die endgültige Konstellation nicht fest: So warten diverse Relegationsspiele von der Bundes- bis zur Regionalliga. In den Aufstiegsspielen zur 3. Liga möchte sich unter anderem Waldhof Mannheim im zweiten Anlauf endlich durchsetzen.

Alle Relegations-Termine im Überblick

Es sind die Geschichten, die das Nadelöhr Relegation in der Regionalliga schreibt. So wird die Regionalliga Südwest in der Breite als stärkste Viertliga-Staffel in Deutschland angesehen – „geschafft hat es in den letzten beiden Jahren trotzdem keiner der vier Klubs“, bemerkt Waldhof-Trainer Gerd Dais im Gespräch. Die Bilanz spricht Bände, und sie traf den SVW im letzten Jahr hart: Sie trafen auf die Sportfreunde Lotte, die aus der nahezu gleich stark anzusiedelnden Regionalliga West emporsteigen wollten.

Das Resultat ist bekannt, Waldhof Mannheim verlor nach zwei Spielen mit 0:2 – Lotte ging hoch und hat sich wie auch der FSV Zwickau und Jahn Regensburg schnell etabliert. Mannheim hingegen musste sich neu erfinden: Trainer Kenan Kocak zog es zum SV Sandhausen, der Kader wurde ausgemistet und auch unter dem neuen Übungsleiter Gerd Dais nochmals geschliffen.

Von der Bundesliga in den Amateurfußball

Dais, der einst mit dem SV Sandhausen aus der Oberliga bis in die 2. Bundesliga stürmte, hat nach drei Jahren Pause die Rückkehr ins Profigeschäft im Blick. „Es wäre eine schöne zweite Chance, auch für den Verein“, stellt der 53-Jährige klar. Waldhof lechzt nach Profifußball, zwischen 1983 und 1990 wurde am Alsenweg – respektive in der Ausweichstätte Südweststadion in Ludwigshafen – sogar erstklassig gespielt.

Doch Mannheim ging nach dem Abstieg den Weg, den viele gingen: Mit der Brechstange wollte der SVW zurück ins Oberhaus, häufte Schulden an und verstrickte sich so immer mehr in finanziellen Problemen. Vielleicht hätte der Wiederaufstieg in die Bundesliga im Jahr 2001 viele Sorgen beseitigt, bis kurz vor Schluss fühlte sich der SVW als Erstligist. Dann traf St. Pauli, ging als Dritter hoch und schrieb wenig später als „Weltpokalsiegerbesieger“ ein Kapitel persönlicher Vereinsgeschichte.

Über 2.000 Waldhof-Fans reisen nach Meppen

Waldhof Mannheim war hingegen nicht mehr zu retten: Lizenzentzug im Jahr 2003, von der 2. Bundesliga ging es direkt in die viertklassige Oberliga. 2010 das gleiche Schema, wieder erhielt Waldhof für die ebenfalls viertklassige Regionalliga West keine Zulassung – die Badener kickten erstmals fünftklassig, zumindest für ein Jahr. Sieben Jahre später klopft Mannheim wieder ans Tor zur 3. Liga, zum nationalen Fußball. Legenden sterben nie, möchte man meinen.

Mit dem SV Meppen steht allerdings eines von fünf ähnlich schweren Losen ins Haus – sämtliche Regionalliga-Sieger (plus der Zweite der Südwest-Staffel) qualifizierten sich mit souveränem Abstand, hätten den Aufstieg mehr als verdient. „Vielleicht geben uns die 2.000 bis 2.500 Fans im Emsland Schwung“, hofft Trainer Dais. „Die Unterstützung seitens der Anhänger ist unglaublich. Wir befinden uns nur in der Regionalliga, das darf nicht vergessen werden.“

Nur ein Aufstieg kann die Euphorie konservieren

Aber auch dort ist die Geduld endlich. Kamen in der Saison 2015/16 noch 6.500 Zuschauer im Schnitt, waren es in dieser Spielzeit „nur“ noch 4.800. Nur ein Aufstieg könnte für den neuerlichen Schub an Euphorie sorgen – wie beim 1. FC Magdeburg könnte ein weiterer schlafender Riese mit Wackersteinen geweckt werden. „Defensiv sicher stehen, vorne den Nadelstich setzen“, streicht Dais eine altbekannte Taktikwand mit neuer Farbe.

Klar ist: Gelingt dem SVW zweimal in Folge der Aufstieg nicht, das gab es in den Aufstiegsspielen bislang noch nie, dann kann ein neuerlicher Aderlass folgen – einige Akteure stehen auf der Liste höherklassiger Klubs. Und natürlich würden auch die Diskussionen um die umstrittene Aufstiegsregelung neue Fahrt aufnehmen. Gerd Dais nimmt es pragmatisch: „Solang niemand eine bessere Lösung präsentieren kann, müssen wir mit der bestehenden Situation umgehen.“


Lade Umfrage...

 


Lade Forenbeiträge...

3. Liga - Das sind die 20 Klubs