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Karriereende bei Mönchengladbach
Ein Abschiedsbrief an Martin Stranzl

Martin Stranzl beendet im Sommer 2016 seine Karriere. (Foto: dpa)
Martin Stranzl beendet im Sommer 2016 seine Karriere. (Foto: dpa)
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Mönchengladbach – Martin Stranzl hört auf. Der Abwehrchef von Borussia Mönchengladbach hat am Dienstag sein Karriereende im kommenden Sommer verkündet. Schade, aber der 35-Jährige hört auf die Signale seines Körpers. Unser Redakteur David Nienhaus hat einen kurzen Abschiedsbrief an den Österreicher verfasst.

Lieber Martin Stranzl,

unter Tränen hast du gestern deinen Abschied verkündet, dein Karriereende. Eins ist sicher, viele Borussia-Fans weinen mit dir. Eigentlich aber solltet ihr freudig zurückblicken auf deine Karriere, in der du zum Leitwolf im Fohlenstall geworden bist.

Von ganz hinten hast du meist zugeschaut, wie deine Teamkollegen die Tore für Borussia Mönchengladbach geschossen haben. Deine Aufgabe war es, den Laden dicht zu halten, Gegentore zu verhindern. Während die Fußball-Fans Marco Reus, Juan Arango, Mike Hanke oder Patrick Herrmann für ihre Treffer feierten, feierten dich die Experten. Für deine Zweikampfstärke, für dein Stellungsspiel und für deinen Einsatz.

Martin Stranzl, der beste Zweikämpfer der Liga. Dein Spiel war nicht spektakulär, aber dein Timing war überragend. Nicht selten saßen wir auf der Pressetribüne und schnalzten mit der Zunge, wie du die gegnerischen Stürmer hast alt aussehen lassen. Sehr alt.

Martin Stranzl und Borussia Mönchengladbach - das funktionierte von Beginn an; seit fünf Jahren. Damals kamst du in der Winterpause ins Rheinland, die Fohlen waren mit 47 Gegentoren in 17 Spielen die Schießbude der Liga und abgeschlagen Tabellenletzter.  Zusammen mit deinem neuen Trainer Lucien Favre kümmertest du dich um das Problem. Mit dir als Abwehrchef kassierte deine Borussia nur noch 18 Tore in der verbleibenden Saison - zwei weniger als der damalige Meister Bayern München. Mit der gewonnenen Relegation und dem Klassenerhalt anne Castroper in Bochum begann der steile Aufstieg deines Klubs. Europa-League-Teilnahme und sogar die Rückkehr in die Königsklasse feierte die Borussia mit dir. Und auch dank dir. 

Ich kann mich an Gespräche mit Tony Jantschke oder Nico Elvedi erinnern, die dich als Vorbild nannten. Klar, da waren auch noch die Rio Ferdinands, Nemanja Vidics und Sergio Ramos’ dieser Welt. Große Namen, überragende Verteidiger, aber einer der besten Abwehrspieler der Bundesliga stand täglich mit ihnen auf dem Trainingsplatz. Du hast sie an die Hand genommen, du hast deine Erfahrung an die nächste Generation weitergegeben, du hast sie geführt.

Und uns Journalisten gegenüber warst du immer ehrlich und fair, hast deutliche Worte gefunden, wenn es nötig war, um die Mannschaft aufzurütteln. Deine harten Analysen haben zuletzt in den Mixedzonen der Bundesliga gefehlt. Und du auf dem Feld - als Leader, Führungspersönlichkeit, und Kämpfernatur. Oberschenkel- und Knieprobleme, sowie ein Muskelfaserriss haben dich in den vergangenen Wochen und Monaten außer Gefecht gesetzt. Dein Körper sendet dir unverkennbar die Signale, deine Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Sehr schade.

So aber willst du deine Karriere nicht beenden. Du willst noch mal auf den Platz, wie bei deinem Comeback vor ein paar Wochen gegen Werder Bremen, als du mit den Fans in der Nordkurve des Borussia-Park die Humba angestimmt hast. Du wirst dich wieder zurückkämpfen, so viel ist sicher.

Deshalb soll dieser Brief auch nicht allzu rührselig sein. Zu deinen 143 Pflichtspielen sollen noch ein paar hinzukommen. Beim letzten Heimspiel dann dürfen Tränen fließen.

 „Respekt muss man sich erarbeiten“, hast du vor ein paar Jahren gesagt.

Respekt, Martin Stranzl, für deine tolle Karriere. Und schön, dass du der Borussia erhalten bleibst. Wahrscheinlich. 

Dein David Nienhaus

 


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