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Interview nach Test-Pleite in Bochum
Gladbach-Manager Eberl: Schubert kam wie Phönix aus der Asche...

Max Eberl. (Foto: firo)
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Mönchengladbach – Ganz entspannt gönnte sich Borussia Mönchengladbach Manager vor dem Testspiel in Bochum eine Stulle und einen Kaffee in den Katakomben des ehemaligen Ruhrstadion. Nur musste Eberl, einst selbst aktiv für den VfL, viele Hände schütteln und an jeder Ecke ein Pläuschchen halten. Vor dem Spiel trafen wir den Gladbach Sportdirektor zum Interview und sprachen über das Relegationsspiel zwischen beiden Klubs, das Trainingslager und die Verletzungssorgen.

Man sieht Sie recht regelmäßig an der Castroper Straße, wenn hier der Ball rollt. Geht es dabei eher um Spiel- oder um Spielerbeobachtung?

Max Eberl: Beides. Das Niveau in dieser Liga ist sehr gut und wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder interessante Spieler in der zweiten Klasse gefunden. Es ist für mich also aus verschiedenen Gründen interessant, nach Bochum zu kommen und mich hier fortzubilden. Außerdem komme ich immer gerne nach Bochum, weil es einfach ein sehr schönes Stadion ist. Ich kenne noch viele Leute beim VfL - auch wenn es schon ein paar Tage her ist, dass ich in Bochum gespielt habe.

Der 25. Mai 2011 liegt mittlerweile viereinhalb Jahre zurück. Die Entwicklungen, die beide Klubs seitdem genommen haben, könnten unterschiedlicher nicht sein.

Eberl: An diesem Relegationsspiel und seinen Folgen kann man gut sehen, wie wichtig Kopf, Psyche und positive Energie sein können. Der VfL Bochum hat in der Folgesaison gegen den Abstieg in die Drittklassigkeit gespielt und wir um die Champions League - und beide Klubs hatten keine wirklich großen Veränderungen im Kader.

Der VfL aus dem Ruhrgebiet hatte lange daran zu knabbern.

Eberl: Bochum hat sich gefangen und will nun wieder um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen. Ich hoffe, dass sie es schaffen.

Und die Borussia spielt wieder mit um die Königsklasse…

Eberl: Wir haben uns nach der Relegationsrettung in den Jahren danach in der Einstelligkeit etabliert und sind mit der Entwicklung natürlich sehr zufrieden.

Wie bewerten Sie die Arbeit beim VfL von Ihrem Kollegen Christian Hochstätter, der in Bochum unter erschwerten Bedingungen arbeitet?

Eberl: Es ist schwer, das von außen einzuschätzen und ich glaube auch nicht, dass Christian Hochstätter möchte, dass ich seine Arbeit bewerte. Er macht einen tollen Job unter schwierigen Bedingungen. 

So wie einst in Gladbach.

Eberl: Ja, in Mönchengladbach kam er damals dazu, als die Borussia in die zweite Liga abgestiegen ist und finanziell völlig am Ende war. Zusammen mit Trainer Hans Meyer und der Vereinsführung hat er es geschafft, den Klub wieder in die richtige Spur zu bringen. Davon können wir heute profitieren. Jetzt hat er sich mit Bochum wieder ein Projekt ausgesucht, bei dem Tradition groß geschrieben wird. Es ist ein sehr besonderer Verein, der sich über Jahrzehnte immer wieder zwischen Schalke und Dortmund behauptet und immer wieder gute, junge Spieler hervorgebracht hat. Christian ist hier am richtigen Ort, um wieder etwas aufzubauen.

Junge Spieler ist ein gutes Stichwort. In Bochum wird auf die U23 verzichtet. Hätte Gladbach die U23 abgeschafft, hätte die Borussia wahrscheinlich nicht André Schubert in der zweiten Reihe gehabt.

Eberl: Jeder Verein muss für sich eine Strategie entwickeln, um erfolgreich zu sein. Einen Königsweg gibt es dafür nicht. Wir haben uns für einen Weg entschieden, bei dem wir besonders auf junge Spieler setzen und ihnen die bestmögliche Spielpraxis auf höchst möglichem Niveau geben wollen. Dafür brauchen wir die U23; der Unterbau ist enorm wichtig für uns. Das Team spielt im zweiten Jahr in Folge um den Aufstieg in die dritte Liga und in einer Liga mit Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen oder der SG Wattenscheid 09 — wenn das klappen würde, wäre es schön. Wenn nicht, auch kein Problem.

Zurück zur Frage mit André Schubert.

Eberl: Richtig. Neben den Spielern wollen wir natürlich auch jungen Trainern die Chance geben, zu lernen. Als Sven Demandt den Verein Richtung 3. Liga verlassen hat, haben wir mit André Schubert einen Coach gefunden, der die Denkweise unseres Klubs verinnerlicht hat. Das hat sich nicht nur damals als Glücksfall herausgestellt, sondern jetzt umso mehr.

Der Trainer hatte in Belek erstmals Zeit, intensiv mit der Mannschaft zu arbeiten und sie auf die Rückrunde vorzubereiten. Ihr Eindruck?

Eberl: André hat auch in der Phase mit vielen Englischen Wochen sehr gut mit der Mannschaft gearbeitet - das haben nicht nur die Ergebnisse gezeigt. Jetzt hatte er in der Türkei aber tatsächlich etwas mehr Ruhe, gewisse Dinge im Training intensiver vorzubereiten, zu vertiefen. Seine Arbeit ist nach wie vor sehr akribisch, sehr innovativ und sehr von Selbstbewusstsein getragen. Er hat eine klare Ansprache und die Mannschaft setzt hervorragend um, was der Trainer verlangt.

Im Kicker-Interview gibt sich Schubert sehr zurückhaltend, fast schon tiefenentspannt. Ist diese Einstellung erfrischend im sehr ergebnisorientierten Elitefußball?

Eberl: Er kam ja wie Phoenix aus der Asche in eine Situation, die für den Klub prekär war. Er hat es mit kleinen Maßnahmen zu Beginn und dann mit etwas größeren Umstellungen im Laufe der Zeit geschafft, die Qualität des Kaders wieder herauszukitzeln und die Mannschaft wieder auf die Bahn zu bringen. Es war eine heiße, sehr schnelllebige Phase, aber André hat eben diese Gelassenheit und Ruhe, um einfach gute Entscheidung zu fällen. Wir hoffen, dass das in der Rückrunde so weitergeht, denn jetzt steht das Team vor einer neuen Herausforderung.

Sich im Kreise der Champions-League-Kandidaten festzusetzen?

Eberl: Wir sind nur noch in einem Wettbewerb vertreten und der Trainer muss auch unpopuläre Entscheidungen fällen, wenn er den Kader zusammenstellt: Wer ist dabei, wer ist nicht dabei? Wer ist auf dem Platz, wer auf der Tribüne? Das sind neue Dinge, die auf uns zukommen werden. Aber wir als Verein und auch André als Trainer haben die Ruhe und Gelassenheit, um gute Entscheidungen zu fällen.

Max Eberl. (Foto: firo)

Man sieht Sie im Trainingslager häufig auf dem Feld im Kreise der Spieler und joggend an der Seitenlinie. Sind Sie zufrieden mit Ihren sportlichen Leistungen in Belek?

Eberl: Ich muss gestehen, dass ich in diesem Winter den Fokus eher auf die spielerischen Elemente gelegt habe und nicht so viel Sport nebenbei gemacht habe. Die Erfolgsbilanz von Fußballtennis und der Partie gegen die Presseabteilung liegt bei 50 Prozent. Deshalb fühle ich mich ganz gut. Es war ein gutes Trainingslager für alle Beteiligten (lacht).

Sie haben mit Jonas Hofmann und Martin Hinteregger zwei Spieler geholt, die in Belek neu zur Mannschaft gestoßen sind. Wie ist Ihr Eindruck?

Eberl: Beide haben sich menschlich sehr gut und sehr schnell integriert, was aber auch ein Verdienst unserer Mannschaft ist, die es den Neuen immer leicht macht, sich einzugewöhnen. Sportlich dauert das vielleicht noch ein bisschen. Jonas und Martin müssen sich natürlich auch an uns gewöhnen, an die Art und Weise, wie wir Fußball spielen. Aber beide kennen das aktive Verteidigen, das Spiel nach vorne und beide haben international schon Erfahrungen gesammelt.

Und die anderen Hausaufgaben? Der Vertrag von Havard Nordtveit läuft aus und nicht nur England ist offenbar interessant für ihn, sondern auch der BVB.

Eberl: Ich lasse mich von den ganzen Spekulationen nicht beeinflussen. Wir haben mit Howie sehr gute Gespräche geführt und arbeiten schon seit fünf Jahren zusammen. In der Zeit haben wir alle Höhen und Tiefen gemeinsam durchgestanden und er ist ein unglaublich wichtiger Spieler für uns. Wir wollen unbedingt mit ihm verlängern, aber es überrascht nicht, dass er andere Möglichkeiten hat. Wir hoffen, dass wir eine Einigung hinbekommen.

Gibt es eine Frist, die Sie dem Spieler gesetzt haben?

Eberl: Ich glaube, die Fragen der Journalisten werden irgendwann so nervig sein, dass wir auch irgendwann mal eine Entscheidung haben möchten. (lacht) Im Ernst: Er kennt den Klub, hat ein Angebot vorliegen und ich bin sicher, dass es zeitnah eine Entscheidung geben wird.

Wie ist der Stand der Dinge bei den Verletzten?

Eberl: Wir haben die Situation, dass André Hahn relativ zügig zurückkommen wird und in den kommenden drei Wochen zumindest wieder auf dem Platz steht. Es wird sicherlich noch etwas dauern, bis er wieder spielfähig ist, aber er ist auf einem guten Weg. Auch Patrick Herrmann hat sehr gute Fortschritte gemacht. Wir müssen abwarten, wie er die Belastung wegsteckt und wie das Knie reagiert. Bei Tony Jantschke, Alvaro Dominguez und Nico Schulz sprechen wir von März, April. Da ist die Saison ja fast schon wieder zu Ende. Aber es wäre schön, wenn sie mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen, damit sie in der kommenden Saison wieder voll angreifen können.

 


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