Die Akte FIFA & DFB
Bisher keine FIFA-Anfrage wegen Dopingvorwürfen

Grigori Rodschenkow soll auch Informationen über Doping im russischen Fußball haben. Foto: Valeriy Melnikov (Valeriy Melnikov)

New York (dpa) – Der Anwalt des russischen Doping-Kronzeugen Grigori Rodschenkow hat Zweifel, dass der Fußball-Weltverband FIFA an Informationen interessiert ist, die Rodschenkow zu Vorwürfen gegen den russischen Fußball beisteuern könnte.

Rodschenkows Anwalt Jim Walden sagte der US-Nachrichtenagentur AP in New York, die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der WADA-Ermittler Richard McLaren hätten zahlreiche Fragen anderer Verbände weitergeleitet.

«Nicht ein einziges Mal haben sie angedeutet, dass die FIFA mit mir in Kontakt treten oder Informationen von Doktor Rodschenkow haben möchte», sagte Walden. «Die FIFA steckt den Kopf in den Sand.» Seine Kontaktdaten seien seit Monaten bekannt, die FIFA habe offenbar entschieden, sie nicht zu nutzen. Der Fußball-Weltverband habe auf eine Nachfrage nicht geantwortet, hieß in dem Bericht weiter.

Die FIFA hatte am 8. Dezember angekündigt, die Vorwürfe gegen den russischen Fußball weiter zu verfolgen. Als Teil der Untersuchung werde auch ein Kontakt mit Rodschenkow angestrebt, dem in die USA geflohenen früheren Leiter des Moskauer Doping-Kontrolllabors. Bis zum 22. November sei dies nicht gelungen. Die WADA habe die FIFA informiert, dass Rodschenkow nicht verfügbar sei. «Das ist jetzt mehr als einen Monat her, und sie haben nicht mal angerufen», sagte sein Anwalt Walden.

Wegen der Anschuldigungen zu mutmaßlich staatlich orchestriertem Doping in Russlands Sport kündigte Vizeregierungschef Witali Mutko an, sein Amt als Chef des Fußball-Verbandes ruhen zu lassen. Als Organisator der WM 2018 war er danach zurückgetreten. Das IOC hatte den Ex-Sportminister zuvor lebenslang für Olympia gesperrt.

IOC-Entscheidung zu Mutko

 

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