Frauenfußball
Popp fordert interne Aussprache: «Es muss knallen»

Bundestrainerin Steffi Jones (l) und Alexandra Popp sind nach dem 2:3 bitter enttäuscht. Foto: Thomas Frey (Thomas Frey)

Wiesbaden (dpa) – Nach dem 2:3 gegen Island müssen die deutschen Fußball-Frauen sogar um die direkte Qualifikation für die WM 2019 bangen. Popp fordert nach dem desolaten Auftritt eine interne Aussprache. Bundestrainerin Jones ist enttäuscht und entsetzt.

Fußball-Nationalspielerin Alexandra Popp sprach Klartext und forderte nach der 2:3-Pleite der deutschen Frauen gegen Island eine interne Aussprache.

«So geht es nicht weiter. Es muss knallen innerhalb des Teams», sagte die 26-Jährige vom VfL Wolfsburg nach der historischen Niederlage im dritten WM-Qualifikationsspiel in Wiesbaden. Erstmals nach 20 Jahren und 26 Erfolgen in Serie ging die DFB-Auswahl in einer WM-Qualifikationspartie nicht als Sieger vom Platz. «Wir machen gerade alles kaputt, was wir uns im deutschen Frauenfußball über Jahre aufgebaut haben», sagte Popp.

Bundestrainerin Steffi Jones war nach dem desaströsen Auftritt ihrer Auswahl wütend und enttäuscht, wirkte zudem ratlos. «Da kann man von einem Tiefpunkt sprechen. Das war zu wenig», schimpfte sie. «Die Ampel ist auf Rot. Wir müssen sehen, dass wir uns schnell aus dem Tal wieder herausspielen», sagte Jones, die die Spielerinnen in die Pflicht nahm: «Den Worten müssen auch mal Taten folgen.»

In der Gruppe 5 hat das DFB-Team trotz der Siege gegen Slowenien (6:0) und Tschechien (1:0) seine Tabellenführung an die punktgleichen Isländerinnen verloren, die dank der Treffer von Dagny Brynjarsdottir (15./58. Minute) und Elin Jensen (47.) den ersten Sieg im 15. Duell mit Deutschland feierten. Popp (42.) und die eingewechselte Lea Schüller (88.) in ihrem ersten Länderspiel trafen für die DFB-Elf.

Nur die sieben Gruppen-Ersten qualifizieren sich direkt für die WM 2019 in Frankreich. Die vier besten Gruppen-Zweiten spielen dann in Playoff-Spielen das letzte Europa-Ticket aus. So muss der zweimalige Weltmeister schon jetzt um seine Teilnahme bangen.

Jones hatte gewarnt vor den robusten und laufstarken Isländerinnen, die der verunsicherten DFB-Elf mit einfachen Mitteln den Schneid abkauften. Aber auch die überraschende Entscheidung der Trainerin, erneut Laura Benkarth statt der Nummer eins, Almuth Schult, zu vertrauen, erwies sich im Nachhinein als unglücklich. Benkarth ging vor dem 0:1 nicht energisch dazwischen und wirkte auch danach wenig souverän.

Auch die häufigen System-Wechsel tun dem Team offensichtlich nicht gut. Gegen Island agierte die DFB-Elf plötzlich wieder im 4-2-3-1 wie bei Vorgängerin Silvia Neid, obwohl Jones davon eigentlich abgerückt war. Popp nahm das Trainerteam jedoch aus der Verantwortung: «Wir waren auf alles vorbereitet, setzen es aber nicht um.»