Fußball-Mix
In der Arena findet ein permanenter Werbekampf statt

Nicht nur in der Fußballarena reißen sich die einzelnen Ausrüster darum, entsprechend präsent zu sein. (Quelle: Jaggat Rashidi – 84047974 / Shutterstock.com)

Nicht nur die einzelnen Sportvereine im Bereich des Fußballs zahlen immer höhere Preise für ihre Spieler, sondern das System wird zusätzlich durch etliche Sportartikelhersteller am Laufen gehalten. Zu diesen gehören vorrangig Nike und Adidas, aber auch Puma. Ein Ende des Wettkampfes zwischen den Ausstattern ist folglich nicht in Sicht, denn gerade im Fußball winkt schnell das ganz große Geld.

Beispiele für sportliche Kooperationen gibt es heutzutage sehr viele

 

Es ist für viele namhafte Sportartikelhersteller das Geschäft schlechthin: Die Rede ist von dem Ausrüsten diverser Sportvereine oder Sportler, die daraufhin mit stolz geschwellter Brust das Logo des Ausrüsters präsentieren. Im Gegenzug müssen die Ausrüster jedoch auch jede Menge Geld in die Hand nehmen, um eine der begehrten Kooperationen mit namhaften Athleten zustande zu bekommen. Zwei Firmen, die das gesamte System maßgeblich unterstützen sind Adidas und Nike. So investieren beide Konzerne inzwischen stetig höhere Beträge, wobei das Geld nicht nur direkt zu den Fußballstars, sondern manchmal auch über Umwege der einzelnen Mannschaften zu ihnen gelangt:

 

  1. Nike hat zuletzt den Vertrag mit dem FC Barcelona verlängert und muss hierfür ab dem kommenden Jahr 100 Millionen Euro bezahlen

  2. Nike ist beispielsweise auch in der NBA, der professionellen amerikanischen Basketball-Liga, aktiv und sponsert hier gleich alle Teams auf einmal.

 

 

Insbesondere mit dem zweitgenannten Deal sollen auch die Nike Air Max Schuhe weltweit vermarktet werden. Derartige Kooperationen sind also immer ein Geben und Nehmen. Ein gutes Beispiel, wie erfolgreich ein solches Marketing wirklich sein kann, ist auch der, inzwischen in Rente gegangene, Sprinter Usain Bolt. Er holte zwar zum Abschied seiner Karriere im 100-Meter-Sprint nur die Bronze-Medaille, kann sich in Anbetracht seiner vielen Titel und Rekorde aber problemlos darüber hinwegtrösten.

 

Ausstatter investieren im Sport immer höhere Summen in Werbung

Die Liste der Ausrüster, die sich für ein Sponsoring im Bereich des Fußballs interessieren, wird von Jahr zu Jahr länger. (Quelle: Ververidis Vasilis – 338021732 / Shutterstock.com)

Wie bereits erwähnt worden ist, sind es vor allem Nike und Adidas, die im Sport kräftig in Sachen Marketing investieren. Adidas steht dabei dem Konkurrenten Nike praktisch in Nichts nach, denn erst vor zwei Jahren hatte der Ausrüster den Vertrag mit dem FC Bayern München vorzeitig verlängert. Hierfür wird die Marke mit den drei Streifen allerdings von den Münchenern ordentlich zur Kasse gebeten. 60 Millionen Euro müssen jedes Jahr nach Süddeutschland überwiesen werden. Das ist besonders vor dem Hintergrund immens viel Geld, dass es bisher nur 25 Millionen Euro waren. Der satte Anstieg bei dem Preis dürfte auch auf die sportlichen Erfolge des FC Bayern München zurückzuführen sein. Doch Adidas unterhält auch noch weitere Sponsoring-Kooperationen:

 

  • Letztes Jahr gab Adidas den Deal mit Manchester United bekannt, der sich auf eine Summe von 100 Millionen Euro belief

  • Diese Kooperation war derjenige Deal, der bislang am höchsten dotiert ist

 

Bei Adidas kommt hinzu, dass derzeit auch ein Deal mit dem spanischen Ausnahme-Club Real Madrid im Raume steht. Unzweifelhaft dürfte es bei einem Zustandekommen der Kooperation so sein, dass 100 Millionen Euro bei weitem nicht ausreichend wären. Viel zu groß sind in der kommenden Saison auch wieder die Ambitionen der erfolgreichen Spanier.

 

Der Teufelskreis in diesem Bereich unterhält sich gewissermaßen selbst

 

Ohne Geld läuft im Bereich des Fußballs schon lange nichts mehr, aber auch in anderen Sportarten dreht sich alles in einem Teufelskreis. (Quelle: docstockmedia – 158023418 / Shutterstock.com)

Prekär ist die gesamte Lage auf dem Sponsoring-Markt vor allem deshalb, weil es gerade die Sportartikelhersteller selbst sind, die für die immer weiter steigenden Beträge verantwortlich sind. Dabei verläuft der Teufelskreis wie folgt:

 

Punkt

Erläuterung

Konsumenten sollen targetiert werden

Fans sehen Werbung im Stadion oder auf den Trikots

Größte und teuerste Namen werden benötigt

Die erfolgreichsten Spieler und Vereine werden bewusst ausgesucht

Umsatz und Gewinn erhöhen sich parallel

Verkäufe der Ausrüster sorgen für mehr Kapital, das reinvestiert werden kann

 

Das Ganze bekommt dadurch eine gewisse Eigendynamik, dass natürlich auch die Vereine mittlerweile wissen, dass die Ausrüster durchaus dazu bereit sind, extrem hohe Summen für den Bereich der Werbung auszugeben. Üblich ist bei den großen Ausrüstern, dass zehn und noch mehr Prozent des Umsatzes aus einem Jahr in den Bereich des Marketings investiert werden. Mit dazu gehören außerdem noch die Werbung und der Vertrieb. Somit bleibt für einzelne Sponsoring-Kooperationen Jahr für Jahr sehr viel Budget übrig, das aufgrund wachsender Umsätze ebenfalls von Jahr zu Jahr steigt. Bei Adidas umfasst das Budget stolze 2,5 Milliarden Euro, bei Nike sogar 3,5 Milliarden Euro. Anhand dieser Zahlen wird deutlich: Der Abstand zu anderen Marken wie beispielsweise Puma mit 450 Millionen Euro ist inzwischen sehr groß.

 

Ein Ende ist bei diesem gewaltigen Hype noch lange nicht in Sichtweite

 

Fraglich ist, wann und ob überhaupt ein Ende des enormen Hypes in Sichtweite ist. Experten gehen momentan davon aus, dass dieser kaum zu stoppen sein wird und das wissen im Übrigen natürlich auch die Ausrüster selbst. Um weiterhin die gewünschten Summen in Topclubs und Spitzenathleten investieren zu können, entledigen sie sich Vereinen, die nur über eine mittelmäßige Reputation verfügen und zu wenig Erfolg generieren. All das wirkt sich unmittelbar auf die Verkaufszahlen bei den folgenden Produkten aus:

 

  • Fußballschuhe

  • Laufschuhe

  • Trikots

  • Trainings-Outfits

 

In Regionen wie Westeuropa, China und Amerika ist der Konsumrausch der Verbraucher inzwischen so stark, dass die Ausrüster wie früher dazu übergehen, auch extrem teure und hochwertige Artikel zu produzieren, für die es mittlerweile wieder einen eigenen Markt gibt. Letztlich ist die Tatsache, dass die Preise für ein Sponsoring im professionellen Sport immer weiter ansteigen, aber auch ein wenig gefährlich. Schließlich laufen beispielsweise teure Kontrakte einfach weiter, während der Hype um junge Spieler wie zum Beispiel Kylian Mbappé irgendwann vorbei sein könnte.

 

Quellen:

Jaggat Rashidi – 84047974 / Shutterstock.com

Ververidis Vasilis – 338021732 / Shutterstock.com

docstockmedia – 158023418 / Shutterstock.com