Fußball-Mix
Die Top Fußball-Clubs im Westen

(Foto: P. Rentsch)

Der Fußball im Westen hat eine ganz besondere Tradition, gerade die Vereine im Ruhrgebiet spielen dabei eine maßgebliche Rolle im Fußballgeschehen. Die Region Deutschlands war einst stark durch den Bergbau geprägt; Arbeitersiedlungen der Bergmannsfamilien prägten die Landschaft, Kultur und Menschen. Oft war der Gang ins Stadion, um seinen Lieblingsverein anzufeuern, eine der ganz wenigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, den die Menschen im Westen hatten. Über die Jahre entwickelte sich daraus eine ganz eigene Kultur und das Geschäft nahm seinen Lauf. Der Fußball war dabei für die einen Freizeit und Ausgleich, für die anderen Karriere und Erfolg. So ist es nicht verwunderlich, dass die Teams im Westen der Republik zahlreiche Meistertitel und Pokalsiege erlangten. So gewann der BVB (Borussia Dortmund) im Jahr 1997 die Champions League und der FC Schalke 04 den heiß begehrten UEFA Pokal. Mehr als sieben Vereine aus der Region schafften es in die 1. Fußball Bundesliga – einige Clubs wie Dortmund und Schalke sind dort gar nicht mehr wegzudenken. Denn was wäre die Bundesliga ohne die vielen von seiner Kultur geprägten Arbeiter Clubs aus dem Westen. Viele dieser im Westen ansässigen Vereine brachten einige der ganz großen Namen im heutigen Fußball-Zirkus hervor. Nicht selten fanden Stars wie Weltmeister Torhüter Manuel Neuer seine Anfänge im Pott, aber auch derzeit international agierende Profis wie Mesut Özil, der neben der Deutschen Nationalmannschaft seit dem Jahr 2014 für den FC Arsenal in London spielt.

Schalke 04 – Ein Arbeiterverein mitten aus dem Pott

Auf Schalke wird Tradition großgeschrieben. Im Jahr 1904 gegründet, hat der Verein so einige Krisen gemeistert und auch den einen oder anderen Star aus seinen Reihen hervorgebracht. Leroy Sané beispielsweise begann seine Karriere und internationale Laufbahn beim FC Schalke 04 und steht derzeit beim englischen Erstligisten Manchester City unter Vertrag. Auch Nationaltorwart Manuel Neuer begann seine steile Karriere beim FC Schalke 04.

 

Die aktuelle Saison 2016/2017 ist für der FC Schalke 04 jedoch kein Zuckerschlecken, zumindest, wenn wir den Start einmal kurz in Augenschein nehmen. Verfolgt von Pleiten, Pech und Pannen schien die Saison gleich zu Beginn für den Verein quasi gelaufen zu sein. Der neue Trainer Markus Weinzierl verhieß ebenso Hoffnung wie die zahlreichen Neuzugänge, doch konnten weder Fans noch die Verantwortlichen hinter den Kulissen mit dem riesigen Verletzungspech einiger Spieler rechnen. Erst seit Kurzem steht Klaas-Jan Huntelaar wieder im Kader; Burgstaller und Bentaleb überzeugten gegen Berlin und auch gegen den FC Bayern München stimmte die Einstellung der Mannschaft, sodass Schalke bei dem Remis eine starke Figur abgab. Es Bleibt abzuwarten, wie es für den Verein weitergeht und ob Holger Badstuber sowie die Jungs ihre positive Einstellung beibehalten bei den kommenden Spielen in der Bundesliga und der Euro League. Denn trotz einer guten Ausgangslage in der Euroleague handeln weder Fans noch erfahrene Buchmacher den Pott-Club als echten Titel-Anwärter.  

 

Borussia Dortmund – ein Traditionsverein in der Krise

Ob man es wahrhaben mag oder nicht, der Fußball Club unter Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Präsident Reinhard Rauball und Trainer Thomas Tuchel sieht derzeit keine besonders rosigen Zeiten entgegen. In der Bundesliga ist man abgeschlagen hinter Bayern München nur auf Platz vier und sogar von Aufsteiger RB Leipzig überholt worden; in der Champions League musste man sich kürzlich erst Benfica Lissabon geschlagen geben. Hinzu kommen die Sperrung der Südtribüne für ein Spiel aufgrund einiger Vorkommnisse radikaler Fans in jüngster Vergangenheit sowie Wechselgerüchte um Pierre-Emerick Aubameyang, dem beim Spiel gegen die eigentlich unterlegenen Portugiesen nichts gelingen wollte. Spielerisch ist der Verein auf einem guten Weg; gearbeitet werden muss wohl noch an der Konstanz und den Abschlüssen, schenkt man den Worten des Trainers Glauben. Trotzdem sollte die Borussia einen Champions League Platz als Ziel sich setzen, das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden.

(Foto: Ahlers)

MSV-Duisburg: Ein Verein zwischen Kohle und Stahl

Genau hier in Duisburg finden wird den derzeit kämpferisch außergewöhnlich starken Verein aus dem Ruhrgebiet. Im Jahre 1902 gegründet, scheint es aktuell richtig rund zu laufen. Zu den wichtigsten Erfolgen des Meidericher Spielvereins zählt wohl ohne Zweifel der Titel des Deutschen Vizemeisters im Jahr 1964 sowie zahlreiche Teilnahmen am DFB-Pokalfinale und der Gewinn des Niederrhein-Pokals im Jahre 2014.  In der dritten Liga, doch ganz weit vorne, finden wir den MSV-Duisburg. Die Jungs aus Meiderich beanspruchen unangefochten, ziemlich selbstsicher und komfortabel den ersten Platz der Tabelle für sich und gelten als heißer Aufstiegskandidat. Das ist auf jeden Fall eine Leistung, auf die der Verein und Fans gemeinsam stolz sein können. Erst im Februar hat Trainer Ilia Gruev seinen Vertrag vorzeitig verlängert; der Weg für den so wichtigen Aufstieg in die 2. Liga ist somit geebnet.

(Quelle: dpa)

Rot Weiss Essen – die Star-Kicker von der Hafenstraße

Der Verein mitten aus der Ruhrmetropole hat eine lange Tradition, die Fans und Mannschaft eng miteinander verbindet und über die Jahre den einen oder anderen internationalen Fußball-Star hervorbrachte. Der Verein selbst wurde im Februar 1907 ins Leben gerufen und feierte damit erst kürzlich seinen 110. Geburtstag. Über 330 geladenen Gäste erschienen zu der 110 Jahre Feier, die ganz zu Beginn mit einer Überraschung für alle Beteiligten begann, denn niemand geringeres als Fußball-Weltmeister Mesut Özil sendete eine Videobotschaft an den Verein, in dem der gebürtige Gelsenkirchener von 2000 bis zum Jahr 2005 spielte.

Die bislang größten Erfolge der Vereinsgeschichte feierte der Club in den 1950er Jahren. Und auch wenn wir den RWE derzeit eher unter den ersten vier Plätzen der Regionalliga West wiederfinden, so sprechen wir dennoch von zahlreichen Titeln, die im Laufe des letzten Jahrhunderts erspielt wurden. Im Jahre 1955 wurde der Club Deutscher Meister. Darüber hinaus erlangte der Traditions-Club weitere Pokal-Erfolge, unter anderem wurde er so oft wie kein anderer Verein Niederrhein Pokalsieger. Unter seinen größten Entdeckungen und Stars, die zu den ganz Großen im internationalen Fußballgeschäft zählten, finden sich Namen wie Helmut Rahn, der sich durch sein Siegtor beim WM- Finale 1954 gegen Ungarn selbst in die Geschichtsbücher schoss, Fritz Heckenrath (Torwart), Otto Rehagel und eben auch besagter Mesut Özil. Abzuwarten bleibt, ob es dem Verein noch einmal aus der Regionalliga wieder ganz nach oben gelingt.