Fußball-Mix
Fußball Eintrittskarten - print at home: Gebühren unzulässig

(Symbolfoto: Tim Kramer)

Fast alle Teams der Bundesliga ermöglichen es ihren Fans, die Tickets für ein Spiel in den heimischen vier Wänden auszudrücken. Werder Bremen bewarb das "print at home"-Verfahren (oft auch: print@home) in der Hinrunde der Saison 2016/17 beispielsweise sehr offensiv. Die für die Bundesliga zuständigen Ticket-Vermarktungsgesellschaften haben den Service ebenfalls häufig im Programm. Allerdings existieren keine einheitlichen Tarifstrukturen: Manche Anbieter erheben Gebühren für "print at home"-Angebote, andere nicht. Aktuelle Gerichtsentscheidungen deuten darauf hin, dass sich dies ändern könnte - zu Gunsten der Fans.

Gericht: Gebühren für ausgedruckte Tickets sind unzulässig
Die Ticket-Vermarktungsgesellschaft Eventim unterlag vor dem Bremer Landesgericht mit seiner Praxis, eine Gebühr von 2,50 Euro pro "print-at-home"-Ticket zu erheben. Die Richter urteilten, dass Fans jene sogar rückwirkend wieder zurückverlangen dürfen. Grundsätzlich ist dies ohne jeden Zweifel eine gute Nachricht für alle Fußballfreunde, die gerne im Stadion mit ihrem Team mitfiebern. Allerdings könnte das Urteil die Praxis des Selbstausdruckens mittel- und langfristig verändern. Fans müssen mehr Sorgfalt walten lassen.

Code muss eindeutig zu lesen sein
Eventim und andere Anbieter, die gebührenpflichtige "print-at-home"-Tickets im Angebot führen, rechtfertigen die Entgelte mit ihren Aufwendungen, die nötig sind, um die Tickets zu lesen. Auf den selbstausgedruckten Fußball Eintrittskarten befindet sich ein Code, der vom Lesegerät am Stadion erkannt wird. Druckt der Veranstalter selbst die Tickets, kann er sicherstellen, dass die Codes fachgerecht und gut lesbar sind. Die Lesegeräte haben keine Probleme.

Anders sieht es mit eigenständig ausgedruckten Karten aus: Die Codes verwischen häufig. Als Beispiel: Tonerkartuschen müssen rechtzeitig getauscht und fachgerecht entsorgt werden, beispielsweise bei Prindo. Geschieht der Wechsel nicht rechtzeitig, leidet die Druckqualität. Die Lesegeräte haben mehr Mühe, sie zu lesen und als zulässig zu betrachten. Dies führt dazu, dass die entsprechenden Geräte (bzw. die jeweils laufende Software) leistungsstärker sein müssen als die Maschinen für die Standardtickets. Ein finanzieller Aufwand entsteht. Jener wurde, so die Begründung für die Gebühren, bisher über die Entgelte gedeckt.

Versteckte Gebühren in Form von Preiserhöhungen?
Fallen die Gebühren nun weg, fehlt die Gegenfinanzierung für die Lesegeräte. Im Feldversuch muss sich zeigen, ob die Qualität der "print-at-home"-Tickets dauerhaft gut genug für die Lesegeräte ist - oder eben nicht. Die Veranstalter können es sich nicht leisten, dass Fans am Stadion mit gültigen und bezahlten Tickets abgewiesen werden, weil die Druckqualität des Codes auf der Eintrittskarte nicht ausreichend ist. Im Extremfall kann dies zu einer bitteren Konsequenz führen: Die Gebühren werden versteckt durch Preiserhöhungen wiedereingeführt.

Richter: Geräte sind angeschafft
Die Gerichte gehen übrigens nicht davon aus, dass es zu solchen Problemen kommt. Sie argumentieren, dass die entsprechenden Lesegeräte inzwischen angeschafft sind. Gebühren, die zur Gegenfinanzierung von Anschaffungen dienen, sind deshalb nicht mehr notwendig.