Fußball-Mix
Karriereende bei Profifußballern: Was kommt danach?

( Bildrechte: Flickr BMW = money Andrew Dobos CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten)

Eine Verletzung oder eine Infektion kann für gut verdienende Profifußballer das Karriereende bedeuten. Wer im Ernstfall keinen Plan B hat, der den Lebensunterhalt sichert, ist im Alter oft mit finanziellen Problemen konfrontiert. 

„Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst.“ George Best, in den 1970er-Jahren der Popstar des Fußballs schlechthin, ist wohl das beste Beispiel dafür, wie tief der Fall nach dem Karrierehoch sein kann. Und dafür, dass Fußballer immer an die Zeit nach dem Sport denken sollten. Denn auch wenn die Bundesligaprofis den Vereinen teils Millionen wert sind – im Fußball endet das aktive Arbeitsleben eher früher als später. Der Grund dafür muss gar nicht wie im Fall von George Best Alkoholismus oder eine andere Suchterkrankung sein. Auch schlimme Verletzungen auf dem Platz können zu langen Ausfällen führen und im schlimmsten Fall die Karriere beenden. Denn der Körper ist das Kapital der Profis. Eine Sportinvaliditätsversicherung – für Fußballer das Pendant zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung – sichert ihnen den Lebensunterhalt nur für drei bis vier Jahre. Glücklicherweise sind die Unkenrufe zwar oft verfrüht, wie jüngst bei Zlatan Ibrahimovic. Der 36-Jährige hatte sich erst im April einen schweren Kreuzbandriss zugezogen und landete nun überraschend im Champions-League-Kader von Manchester United.

So viel Glück hat jedoch nicht jeder. Und auch nicht jeder Fußballprofi hat durch Sport und Werbeeinnahmen so viel Geld auf dem Konto wie Christiano Ronaldo – das Jahresgehalt des Real-Madrid-Stürmers liegt aktuell bei der astronomischen Summe von 51,7 Millionen Euro. Wer für einen Club wie den FC Ingolstadt oder SV Darmstadt 98 spielt, verdient nicht einmal ein Zehntel davon. Hinzu kommt, dass bei Spitzensportlern in Deutschland auch ein Spitzensteuersatz greift: 45 Prozent ihres Gehalts müssen Fußballer ans Finanzamt abführen. Es hat seine Gründe, warum immer wieder Stars den Verein wechseln und ins Ausland ziehen, wo die Steuersätze niedriger sind. Und der deutsche Steuersatz ist im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsstaaten nicht einmal der höchste – in den Niederlanden und in Spanien werden aktuell 52 % fällig, in Schweden sogar 61,85 %. In Italien jedoch nahmen die Finanzbehörden billigend in Kauf, dass die Spieler ihre Sponsoringverträge nicht meldeten. Und wer sein Geld in Steuerparadiese transferiert, umgeht die Abgaben gänzlich. Das jedoch nicht immer erfolgreich: So ist Lionel Messi bereits wegen Steuerhinterziehung verurteilt, er kam wegen seiner Reue noch einmal um einen Aufenthalt im Gefängnis herum. Nun macht Ronaldo Schlagzeilen: CR7 soll zwischen 2011 und 2014 mit drei Briefkastenfirmen auf den Virgin Islands Spanien um fast 15 Millionen Euro betrogen haben. Im Mittelpunkt des Gerichtsverfahrens stehen seine Werbeinnahmen – eine Einkommensquelle, die viele Fußballer auch nach ihrem Karriereende schätzen.

Denn Luxusautos, teure Villen und den Unterhalt für Kinder muss schließlich auch ein Fußball-Millionär erst einmal stemmen. Absolut sorgenfrei können nur die leben, die dauerhaft im Spitzenbereich der Bundesliga sind – diese Elite ist meist so gut abgesichert, dass sie sich keine Gedanken um den Lebensstandard nach der Karriere machen muss. Nach Schätzungen von Ulf Baranowsky, dem Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VdV (Vereinigung der Vertragsfußballer), hat jedoch nur jeder zehnte professionelle Fußballer nach der Karriere ausgesorgt. Laut Baranowsky können rund drei Viertel der Profis am Ende ihrer Karriere keine beruflichen Qualifikationen vorweisen. Angesichts dessen ist es für den Fußballnachwuchs nicht nur wichtig, sich Gedanken um Rente und verschiedene Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge zu machen, sondern schon in jungen Jahren einen Plan B in der Tasche zu haben.

Sonst ist der Traum vom Luxusleben schnell ausgeträumt. Wie einst gefeierte Fußballstars heute leben, zeigt ein Twitter-Projekt über die „dritte Halbzeit“ der Ex-Profis. 

Bildrechte: Flickr BMW = money Andrew Dobos CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten