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Amateurfußball
Aus für Gütersloh: Eintracht Rheine schreibt bitteren Kommentar

FC Eintracht Rheine... (Foto: Schulte)

Rheine – Der FC Gütersloh hat Insolvenz angemeldet - das ist die bittere Nachricht aus der Oberliga Westfalen. Kein Einzelfall, wie ein Kommentar zeigt, den Ligakonkurrent Eintracht Rheine nun veröffentlicht hat...

Der FC Gütersloh hat Insolvenz angemeldet und steht zugleich ohne Vorstand da. Die Lage beim früheren Zweitligisten ist (wieder einmal) alarmierend, dabei sind die im Raum stehenden Summen vergleichsweise absurd niedrig - aber für Amateurvereine nicht mehr zu stemmen.

Genau das formuliert Liga-Konkurrent Eintracht Rheine am Mittwoch in einem bitteren Kommentar auf der eigenen Internetseite. Denn sportlich ist der Verein Konkurrent, als ambitionierter Amateurverein sitzt Rheine allerdings im gleichen Boot.

Eintracht Rheine verweist in seinem Kommentar darauf, dass die Entwicklung in Gütersloh ja nicht neu ist. In den vergangenen Monaten ging auch Klubs wie dem VfB Hüls (freiwilliger Rückzug) oder TuS Lingen die Luft aus. Manche Vereine verzichten gar auf ihr Aufstiegsrecht in die Oberliga (oder auch die Regionalliga). Grund überall: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind kaum zu erfüllen. Das beginnt mit den Kosten für Spieler und reicht bis zu den Auflagen für die Stadien und Sportplätze.

Während im internationalen Profifußball hohe Millionenbeträge für durchschnittliche Fußballer (Julian Draxlers Transfer zu Paris als aktueller Gipfel des Wahnsinns) gezahlt werden, TV-Gelder in schwindelerregende Höhen steigen, Millionen von Zuschauern in die Multi-Funktionsarenen pilgern, bleibt der Amateursport brutal auf der Strecke.

So schreibt es der FCE auf seiner Seite. Passend dazu kommt am Mittwoch die Meldung aus China, wonach den BVB angeblich ein Angebot für Pierre-Emerick Aubameyang über 150 Millionen Euro erreichen soll. Aus Frankreich kassiert Wolfsburg gerade über 40 Millionen Euro für Julian Draxler. Und zeitgleich streicht Gütersloh wegen 60.000 Euro die Segel.

Zuschauerschwund

Für das jüngste Heimspiel des FC Eintracht Rheine meldete der Klub 309 Zuschauer. Und die Zahl ist fast schon hoch verglichen mit anderen Partien. Wer sonntags über die Plätze der Oberliga oder Westfalenliga schaut, sieht allenthalben leere Ränge. Gerade einmal auf rund 270 Zuschauer pro Partie beläuft sich der Schnitt in der Oberliga Westfalen.

Der Zuschauerschwund ist ein Problem, mit dem fast alle Oberligisten zu kämpfen haben. Denn mangels TV-Geldern und potenter Geldgeber sind Zuschauereinnahmen wichtiger Bestandteil der Etats. Rheine verortet die Ursachen für das Ausbleiben der Fans weiter "oben". Dass nämlich der Profi-Fußball sich in den vergangenen Jahren Räume erobert hat, die früher nur dem Amateurfußball gehörten.

Künftig könnten Bundesliga-Spiele auch sonntags um 13.30 Uhr angesetzt werden - diese Anstoßzeit ist derzeit noch auf wenige Partien beschränkt, schmerzt dennoch. Denn der Profi-Fußball in der 1. und 2. Liga spannt sich schon jetzt vom frühen Freitagabend bis zum Montagabend. Und jedes Spiel ist im TV zu sehen. In der Jagd nach immer mehr TV-Geldern geraten die Amateurvereine schlicht zwischen die Räder - da kann der DFB noch so viel über die Bedeutung des Amateurfußballs schwadronieren. Die Realität ist, dass die Bundesliga für ihre immer neuen Bestmarken und Rekorde eben auch immer neue Grenzen setzt. Und die gehen zu Lasten der "kleinen" Vereine.

"Amateure und Profis halten in Deutschland zusammen wie sonst nirgendwo in Europa. Das macht uns stark, das müssen wir erhalten!" So sprach es der DFB-Präsident Reinhard Grindel noch im November 2016. Über diese Aussagen können Vertreter der Amateurklubs bestenfalls müde lächeln.

Das Problem dabei ist: Derzeit gibt es keinerlei Aussicht, wie sich an der Lage etwas ändern könnte.