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Offener Brief
Nach Kopfstoß-Attacke: Simon Schubert bleibt beim FC Gütersloh

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Gütersloh – Nein, richtig ruhig ist es nicht beim FC Gütersloh. Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, die Spieler sind durchaus abgelenkt und am Wochenende schenkte der FCG auch noch zwei Punkte her. Jetzt meldet sich Rotsünder Simon Schubert mit einem "Offenen Brief" zu Wort...

Das war ein ganz bitterer Auftritt für Simon Schubert und den FC Gütersloh am Sonntag. Das FCG-Urgestein Schubert (seit 1997 im Klub), der seinen Abschied aus Gütersloh schon angekündigt hatte, sollte eigentlich ein kleines "Abschiedsgeschenk" bekommen. Ein paar Spielminuten am Ende einer Partie gegen den SC Roland Beckum. Die Gütersloher führten da noch 1:0, Schubert kam ins Spiel und verpasste das 2:0 für seine Farben.

Dann wurde es hektisch. Schubert ließ sich zu einem Kopfstoß gegen den Beckumer Pascal Koopmann hinreißen und brach dem Gegenspieler dabei die Nase. Rot gab es dafür, nur Minuten nach seiner Einwechslung. Und schlimmer noch: In Unterzahl kassierte der FCG sogar noch den Ausgleich durch Daniel Feldkamp. Was für ein dramatisches Finale eines eigentlich unaufgeregten Oberliga-Spiels.

Die Sache nagte offenbar an Schubert, der sich nun mit einem Offenen Brief an Fans und Freunde des FCG wandte. Darin bittet er um Entschuldigung für seine "Kurzschluss-Reaktion" und kündigte zudem an, seinen Vertrag beim FC Gütersloh zu erfüllen. Ein Wechsel in der Winterpause ist damit vom Tisch.

Hier im Wortlaut:

"Liebe Freunde und Mitglieder des FC Gütersloh,

mein Herz hängt am FCG! Hier habe ich als Jugendlicher schon Fußball gespielt und hier trage ich seit vier Jahren sehr gerne das Trikot der Oberliga-Mannschaft.

Doch im Fußball fliegt der Ball manchmal in eine Richtung, die nicht beabsichtigt war. Die Situation im Verein hat mich in den letzten Wochen sehr belastet. Ich habe deshalb intensiv darüber nachgedacht, den FC Gütersloh zu verlassen. Um mit offenen Karten zu spielen, habe ich Trainerteam und sportliche Leitung frühzeitig über meine Wechselabsichten informiert – ohne schon mit anderen Vereinen zu sprechen. Weil ich sehr gerne für den FC Gütersloh Fußball spiele, habe ich mich mit der Entscheidung auch sehr schwer getan.

Als meine Wechselabsichten am Wochenende öffentlich wurden, hat die Belastung noch einmal erheblich zugenommen. Dies hat dann im Spiel am Sonntag gegen den SC Roland zu einer Kurzschlusshandlung geführt, die mir sehr leid tut. Dafür möchte ich mich bei Mannschaft, Fans und natürlich meinem Gegenspieler Pascal Koopman vom SC Roland entschuldigen. Es ist natürlich sehr ärgerlich, dass wir dadurch den Sieg und zwei wichtige Punkte verloren haben. Viel wichtiger ist mir aber, dass man als Oberliga-Spieler des FC Gütersloh auch eine Vorbildwirkung für die Kinder und Jugendlichen hat, die bei uns und in anderen Vereinen Fußball spielen. Und da hat so eine Kurzschlusshandlung natürlich nichts verloren. Ich habe deshalb mit der sportlichen Leitung vereinbart, der Jugendabteilung des FCG 300 Euro zu spenden. Nach reiflicher Überlegung habe ich auch beschlossen, meinen Vertrag beim FC Gütersloh zu erfüllen und das auch sehr gerne. Ich kann Euch versprechen, dass ich für Mannschaft und Verein weiter alles geben werde wie ich das in der Vergangenheit auch getan habe.

Mit sportlichen Grüßen

Simon Schubert"

 


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