Berichte aus der Oberliga Westfalen

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westline auf Hausbesuch
Reichlich Feuer im Hammer Stadtderby: Rhynern und HSV spielen 0:0, aber...

Und noch eine richtige Rudelbildung zum Schluss... (Foto: Schulte)
Inklusive Mini-Platzsturm einiger HSV-Fans, der allerdings ziemlich schnell beruhigt war. (Foto: Schulte)
(Foto: Schulte)
Vor dem Spiel: Die beiden Trainer Mehnert und Cerci. (Foto: Schulte)
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Hamm – Nur das Beste für die Gäste: Beim Stadtderby zwischen Westfalia Rhynern gegen die Hammer SV gab's erst einmal Musik von... Union Berlin. Auch sonst bot das Lokalduell reichlich Geschichten. Es ist eben etwas Besonderes. Unser Bericht von einem abwechslungsreichen "Hausbesuch"...

Es ist angerichtet fürs Stadtderby. Mittwochabend, 19.30 Uhr. Während die beiden Teams von Westfalia Rhynern und der Hammer SV in den Containern verschwunden sind, die als Umkleiden dienen, klingt plötzlich Berliner Musik aus den Boxen. "Eisern Union..."

Es ist ein kleiner Gruß an Gäste aus der brandenburgischen Partnerstadt Oranienburg. Die Union-Hymne für Freunde. Für die Hammer SV wird keine Hymne gespielt. Man muss es ja nicht übertreiben.

Frühlingshaftes Wetter über dem Papenloh, der Sportanlage im Grünen. Naja, fast im Grünen. Von der anderen Straßenseite rücken Wohnhäuser ziemlich nah heran - auch ein Grund für manchen Ärger. "Wenn hier unter der Woche 17 Nachwuchsteams trainieren..." sagt Westfalias 2. Vorsitzender Wilfried Ramacher und meint damit: Das Zusammenleben von Klub und Nachbarn wird in Sachen Lärm manchmal auf die Probe gestellt.

Am Mittwochabend sind wieder 1.200 Leute da. Soviele kommen im Grunde nur zum Derby gegen Hamm. Es sind bei diesem Nachholspiel am Ende nicht ganz so viele wie insgeheim erhofft, aber das tut dem Derby an sich keinen Abbruch. So oder so eine vernünftige Kulisse in der Oberliga Westfalen.

 

Vor dem Spiel wird neben der Tribüne die "Choreo" der Heimfans am Zaun angebracht. "Wir sind die Macht in Hamm. SV Westfalia Rhynern. 1935." Okay, bei "Macht" ist ein "h" irgendwie komisch geschrieben und 1935 trifft's strenggenommen auch nur halb, weil der heutige Klub erst seit 1946 existiert. Aber auf solche Formalien kommt's ja im Derby nicht an. Da geht's um die Kernaussage und die ist klar. Der Chef im Ring sind wir, Westfalia.

Auf der anderen Seite hat es sich eine kleine Fanschar der Hammer SV gemütlich gemacht. Hier hängen ein paar Banner. "Hammer Jungs" sind sie ja alle, irgendwie. Aber HSV und Westfalia sind Gegner im gleichen Haus, zumindest heute.

Um 19.30 Uhr geht's los, das Nachholspiel, das verspätete Derby. Das sollte ja schon viel früher im Jahr stattfinden, aber da war noch Winter. Also jetzt endlich bei Sonnenschein und Flutlicht.

Dann wird's nickelig

Die 12 alten Scheinwerfer tauchen die Anlage später in eher fahles Licht, aber für deutlich mehr Feuer sorgen die 22 Jungs auf dem Feld. Es wird schnell klar, wie das hier ablaufen wird. Hamm braucht Punkte, unbedingt. Rhynern muss gar nichts mehr, aber will gerne. Das Derby beginnt etwas mühsam, Westfalia kommt nur schwer in die Gänge. Und nickelig wird es auch bald.

"Simulant" ätzen ein paar Westfalia-Anhänger vom Spielfeldrand, während Hamms Giacomo Serrone erst liegen bleibt, dann dick bandagiert wird und ausgewechselt werden muss. Okay, war wohl doch etwas mehr. Minuten später knacken die Lautsprecher. "Bitte jemand die Kabine aufschließen für den verletzten Hammer Spieler..." Tja, so kann's laufen.

Die Stimmung entlang der Banden ist gespannt, aber fröhlich. Bierflaschen werden hier ausgegeben. Aus Glas. Keine Plastikbecher. Aber keine der Flaschen landet später auf dem Spielfeld. Wo sind denn diese kriminellen Fußballfans, wenn man sie mal braucht? Tja, die Oberliga Westfalen kann sich offenbar benehmen.

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