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Zehn Spiele ungeschlagen
Der SC Verl wird vom Fehlstarter zum Serientäter

(Foto: westline)
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Verl – Zehn Spiele in Folge ist der SC Verl in der Regionalliga West nun ungeschlagen. Vom Kellerkind nach missratenem Start sind die Ostwestfalen nun auf Augenhöhe mit Favoriten wie Wuppertal, Mönchengladbach II oder Dortmund II. Dabei stand man an der Poststraße schon früh am Scheideweg – Trainer Guerino Capretti zog die richtigen Konsequenzen.

Kritik gab es, als Verl dem Wuppertaler SV nach Führung noch mit 1:5 unterlag und auf den vorletzten Platz abrutschte. Das war im September, sechs Spieltage waren absolviert, drei Zähler hatte der Sportclub erst auf dem Konto. Vom ursprünglichen Ziel, der oberen Tabellenhälfte, war Verl himmelweit entfernt.

Mittendrin: Guerino Capretti, ein Übungsleiter in seinen ersten Regionalliga-Monaten. Er war sofort mit der schweren Aufgabe konfrontiert, das Team trotz Misserfolg bei Laune zu halten, es vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren. „Wir mussten uns, auch wenn es teilweise ziemlich schwerfiel, auf die positiven Ansätze besinnen, die wir selbst in Wuppertal eine Halbzeit lang gezeigt hatten“, sagt der Trainer. Nur so und mit viel Ruhe habe er im Training die Konzentration aufrechterhalten können.

Selbstvertrauen mit Auswärtssiegen

Die Mannschaft zahlte es ihm zurück. Zunächst mit einem 0:0 gegen Uerdingen, dann mit dem erkämpften und erlösenden 2:0-Auswärtssieg beim 1. FC Köln II. Nun lief es wie geschmiert. In Wattenscheid und Mönchengladbach traf der SCV jeweils früh und siegte überraschend deutlich mit 3:0. „Das hat der Mannschaft nochmal richtig Selbstvertrauen gegeben“, sagt Capretti. Dies habe man auch beim 3:3 gegen den SV Rödinghausen gespürt. Ein Spiel, das die Zuschauer so richtig mitgerissen hat.

Nur vergab Verl wieder einmal den Sieg in der Nachspielzeit. Das war zuvor bereits in Oberhausen und Essen der Fall gewesen. „Mittlerweile gewöhnt man sich ja fast an diese Gegentore…“, erzählt ein zerknirschter Coach. Natürlich passiere das viel zu oft, natürlich würden viel zu viele Punkte verschenkt werden. Wo könnte Verl sonst stehen? Capretti interessiert das nicht. „Ich rechne mir nicht jede Woche die Tabelle schön oder schlecht“, sagt der 35-Jährige bestimmt.

Vor niemandem mehr verstecken

Muss er auch nicht. Verl ist im Soll, bewegt sich auf Augenhöhe oder sogar vor deutlich größeren Kalibern wie Wuppertal, Aachen, Essen oder diversen Bundesliga-Reserven. „Wir müssen uns vor niemandem mehr verstecken“, sagt Capretti auch im Hinblick auf das Jahresrestprogramm. Das hat es mit Viktoria Köln, dem BVB II und Rot-Weiß Oberhausen noch einmal so richtig in sich.

Respekt hat der SC Verl, Angst aber nicht. Denn Capretti verzeichnet Fortschritte: „Das Team ist zusammengewachsen, die Automatismen greifen von Woche zu Woche mehr“, sagt der ehemalige Kapitän der Schwarz-Weißen. Das führe dazu, dass auch gegen spielstarke Gegner besser gegen den Ball gearbeitet werde. Lediglich drei Gegentore kassierte Verl in den neun Spielen vor Rödinghausen. Diese neue Stabilität soll in einem erfolgreichen Jahresabschluss münden.

 


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