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1:4 gegen Erndtebrück
Pokalfrust in Wattenscheid: Nicht nur Ärger über das Ergebnis…

(Foto: Schulte)
(Foto: Schulte)
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Wattenscheid – Die SG Wattenscheid 09 hat den erneuten Einzug in den DFB-Pokal verpasst, verlor am Pfingstmontag mit 1:4 gegen den TuS Erndtebrück. Sportlich und finanziell hat der Traditionsklub damit eine große Chance verspielt. Am Abend gab die erste Vorsitzende zudem ihren Rücktritt bekannt.

Besondere Fußballtage sind in Wattenscheid selten geworden. Doch wenn für die heimische Sportgemeinschaft ein wichtiges Spiel ansteht, wenn es um die Qualifikation für den DFB-Pokal geht, dann lassen sich die Fans und Sympathisanten nicht lange bitten.

Vielleicht hätte man das auch den Verantwortlichen sagen sollen, deren Kalkulation daneben griff. Am Eingang bildeten sich eine Warteschlange, die bis zur Lohrheidestraße reichte und dafür sorgte, dass die Partie gegen die TuS Erndtebrück eine Viertelstunde später begann. Es ging schließlich um nichts Geringeres als den letzten freien Platz im DFB-Pokal. Und auch an den zwei (!) Getränkewagen für alle 2.773 Zuschauer entstand regelrecht ein Wettkampf.

Pokalqualifikation verpasst

All das passte zu diesem Fußballnachmittag, auf den viele hingefiebert hatten, an dessen Ende aber nur die Enttäuschung blieb. So sehr die Mannschaft von Trainer Farat Toku in der Regionalliga zu überzeugen wusste, so sehr mangelte es ihr zum Saisonabschluss an Power und Aggressivität, um ein sportlich erfolgreiches Jahr zu krönen. Mit einer 1:4-Niederlage hatte im Lager der Wattenscheider wohl kaum jemand gerechnet.

09 leistete sich ungewohnt viele Fehler und ging in der 15. Minute folgerichtig mit 0:1 in Rückstand. Stürmer Daniel Keita-Ruel, der den Verein im Sommer verlassen wird, erzielte allerdings noch vor der Pause den 1:1-Ausgleich (34.). Wattenscheid bemühte sich zwar, doch Erndtebrück schien cleverer, zielstrebiger. Jannik Jaeschke traf vom Elfmeterpunkt zum 1:2 (63.), gut ausgespielte Konter bescherten den Gästen aus dem Siegerland sogar noch den dritten (78.) und vierten Treffer (90+2.).

Toku enttäuscht, Vit zurückgetreten

„Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf sicher nicht wider. Aber wir haben aus unserem Ballbesitz zu wenig gemacht, wir hatten zu wenige Chancen. Wir waren nicht in der Lage, in diesem entscheidenden Spiel unsere beste Leistung abzurufen. Deshalb geht die Niederlage in Ordnung“, kommentierte der enttäuschte Coach die Partie.

Farat Toku, der nicht nur Trainer, sondern sportlicher Leiter in Personalunion ist, dürfte in den Stunden nach dem Spiel sicher auch kurz an die Finanzen gedacht haben. Seit März warten die Spieler wieder einmal auf ihre Gehälter; die Pokalprämie, die der DFB auslobt, hätte geholfen, um Löcher zu stopfen. Und wer weiß, welcher prominente Gegner in der ersten Runde gewartet hätte.

Darüber muss sich an der Lohrheide nun aber niemand mehr Gedanken machen, erst recht nicht Gabi Vit. Die Vorsitzende des Vorstandes teilte dem Aufsichtsrat noch am Montagabend mit, dem Verein in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Details waren nicht zu erfahren, Vit lehnte nach dem Spiel alle Interviewanfragen ab, die Erklärung auf der Homepage beschränkte auf einen Dank zum Abschied.

Blick in die Zukunft

Wie es in der Chefetage des Traditionsvereins nun weitergeht, bleibt offen. Reinhard Mokanski, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, weilt derzeit im Urlaub. Und Hartmut Fahnenstich, der die Arbeit auf Vorstandsebene unterstützt hatte, musste bereits im Februar seinen Hut nehmen. Die Verantwortung scheint Farat Toku also vorerst alleine tragen zu müssen. Immerhin: Für die neue Saison hat er bereits zehn Verträge verlängern können, und weitere werden, das kündigte er am Sonntag bereits an, in den nächsten Tagen folgen.

 


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