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Gegen Alemannia Aachen
Aufsteiger TuS Erndtebrück sehnt sich nach dem ersten Sieg

Florian Schnorrenberg (vorne), Trainer in Erndtebrück. (Foto: Loos)

Erndtebrück – TuS Erndtebrück gegen Alemannia Aachen: Das sind doch die Spiele, auf die sich der Aufsteiger so gefreut hatte. Auch wenn es dafür "nebenan" nach Siegen geht... Carsten Loos schaut für westline auf das Spiel.

Diesen Neuzugang hatte Florian Schnorrenberg, Trainer des TuS Erndtebrück, vor dem Spiel gegen Alemannia Aachen nicht auf dem Zettel: Martin Fröhlich. Der 35-jährige Fröhlich, seines Zeichens promovierter Jurist, wurde am Mittwochabend in einer knapp siebenstündigen Jahreshauptversammlung zum neuen Präsidenten des Traditionsvereins gewählt. Er hatte nach der zweiten Insolvenz im Frühjahr dieses Amt am Tivoli bereits kommissarisch übernommen. Aachen bekam in der vergangenen Saison neun Punkte abgezogen, wurde so am Ende nur Siebter statt Vierter.

Für Schnorrenberg ist Aachen in dieser Spielzeit kein Kandidat für die Plätze eins bis drei, schon gar nicht für die Rolle des Titelfavoriten, wenngleich er über die Mannschaft seines Trainer-Gegenübers Fuat Kilic sagt: „Aachen ist unheimlich flexibel, kann verschiedene Grundordnungen spielen.“ Und, empfiehlt Schnorrenberg, man müsse sich die Torjägerliste anschauen. Da steht der 23-jährige offensive Mittelfeldspieler Mergim Fejzullahu mit vier Treffern auf Position zwei. Mit Blick auf Neuzugang Joy-Slayd Mickels (einst in der Talentschmiede von Borussia Mönchengladbach) oder den aus Hachenburg stammenden Mittelstürmer Daniel Detlef Hammel, der zuletzt sogar nur auf der Ersatzbank saß, sagt der TuS-Trainer: „Da ist individuelle Qualität.“ Fejzullahu und Hammer sind in dieser Woche wieder ins Training eingestiegen.

Erndtebrücks Trainer musste schmunzeln, als er im „Kicker“ dieser Tage sah, was Deutschlands Fußball-Fachorgan für den Auftritt des direkten Wiederaufsteigers aus dem Wittgensteiner Land gegen die Alemannia prognostizierte. Von einem „sicheren Unentschieden“ sei da zu lesen gewesen, zitierte der Fußballlehrer des 14. der Rangliste aus dem Blatt.

Diese These ist nicht aus der Luft gegriffen. Vier Unentschieden haben beide Mannschaften an den bisher sechs Spieltagen eingefahren (wobei Erndtebrück nur fünfmal gespielt hat; das Nachholspiel gegen Borussia Mönchengladbach U-23 wird am 3. Oktober nachgeholt). Mehr dieser ebenso oft wie falsch so genannten „Punkteteilungen“ hat kein Team auf dem Konto. Weshalb Schnorrenberg gerne einräumt, dass die „Sehnsucht nach dem ersten Sieg“ groß sei. Vor diesem Wunsch baut sich jedoch eine „definitv große Nummer“ als nächste Hürde vor Erndtebrück auf. Derart stuft Schnorrenberg den Vorjahressiebten und aktuellen Tabellenelften aus Aachen ein: „Vom Namen her und auch sportlich.“

Schnorrenberg („Wir wollen drei Punkte holen“) hatte nach dem Training am Mittwoch allerdings noch einige personelle Baustellen in seinem Team. Tim Treude, der am vergangenen Saison beim 2:2 bei Titelverteidiger Viktoria Köln in der zweiten Halbzeit sein Comeback nach wochenlanger Verletzungspause gab, konnte wegen eines Magen-Darm-Infekts nicht trainieren. Dominik Jordan musste die Übungseinheit nach einem Schlag aufs Knie vorzeitig beenden. Und den Einsatz von Jan-Patrick Kadiata („Hat in Köln kein schlechtes Spiel gemacht“) gegen die Alemannia sieht Schnorrenberg derzeit sogar als „mehr als fraglich“. Der Offensivmann solle nach einer Knieverletzung aus dem Spiel gegen den SV Rödinghausen (0:3) für den weiteren Verlauf der Saison schmerzfrei sein, erklärt Schnorrenberg. Hedon Selishta (Innenbanddehnung) und Benjamin Kraft (Mittelhandbruch) trainieren inzwischen wieder, sind womöglich in zwei Wochen einsatzbereit.

Trotzdem: Es ist alles bereitet für das Spiel gegen Aachen. Auch wenn der Klub erneut ins Leimbachtalstadion der benachbarten Sportfreunde umziehen muss. Es geht halt nicht anders bei diesen "größeren" Spielen in der Regionalliga. Das Pulverwaldstadion passt da einfach nicht. Ärgerlich, aber darauf hatte sich Erndtebrück eingestellt.

Also: Erstmals in der Liga fährt Erndtebrück zum Heimspiel irgendwie auswärts...

 

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