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0:6 gegen Bayern München
SC Paderborn: Der Drittligist, der alle überrascht

(Foto: dpa)
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Mit einer Pokalsensation gegen die Bayern hatten in Paderborn wohl selbst die größten Optimisten nicht gerechnet. Der Drittligist zog sich am Dienstagabend achtbar aus der Affäre, verlor zwar mit sechs Toren Unterschied, spielte sich aber erneut in die Herzen der Fans.

Als die Bayern in Paderborns Bundesligajahr in der Benteler-Arena vorbeischauten, da bedankte sich Andre Breitenreiter, damals Trainer der Ostwestfalen, bei den Gästen noch artig für das „tolle Erlebnis“. Mit 0:6 war der Underdog im Februar 2015 unter die Räder gekommen.

Paderborner Powerfußball

Dieses Ergebnis stand auch drei Jahre später am Ende des Pokalspiels der beiden Vereine auf der Anzeigetafel. Doch das Verhalten der Paderborner, vor allem auf dem Platz, war dieses Mal ein ganzes anderes – obwohl die beiden Teams mittlerweile zwei Ligen trennen.

Wer angesichts dieser Umstände erwartet hatte, dass sich der SC Paderborn gegen die übermächtigen Gäste aus dem Süden der Republik wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange verhalten würde, sah sich schnell getäuscht. Eine solche Mauer-Taktik hätte auch gar nicht zu Steffen Baumgarts Powerfußball gepasst, mit dem die Schwarz-Blauen seit Monaten durch die dritte Liga marschieren und mit St. Pauli, Bochum und Ingolstadt gleich drei Zweitligisten verdientermaßen aus dem Pokal gekegelt haben.

Den Ehrentreffer knapp verpasst

Als „brutal mutig“ bezeichnete Bayerns Joshua Kimmich nach Abpfiff die Spielweise der Paderborner. „So einen Drittligisten habe ich noch nie gesehen.“ Der Nationalspieler muss es wissen, war er in dieser Klasse noch vor wenigen Jahren selbst aktiv. Steffen Baumgart konnte mit diesem Lob jedoch wenig anfangen: „Wenn einer die Mannschaft ins Verderben geschickt hat, dann war ich das.“ Er habe mutigen Fußball gefordert, und diesen Plan habe seine Mannschaft auch umgesetzt.

Insbesondere in der Anfangsphase, aber auch später im zweiten Durchgang kombinierte sich der Drittligist ein ums andere Mal durch die Bayern-Defensive, Ben Zolinski traf nur den Pfosten, Phillip Tietz verpasste den Ehrentreffer ebenfalls nur um Haaresbreite. Selbst im Spielaufbau blieb die Mannschaft ihrem Stil treu, setzte nicht auf Langholz, sondern auf ein gepflegtes Kombinationsspiel, wohlwissend um die Risiken. Die Fehler, die sich der Außenseiter leistete, und die Räume, die sich zwangsläufig ergaben, nutzten die Bayern gnadenlos aus; dreimal in der ersten, dreimal in der zweiten Hälfte.

Volle Konzentration auf die Liga

Voller Trübsal muss in Paderborn trotzdem niemand sein. Es genügt bereits ein Blick auf die Zahlen, um zu zeigen, warum die Pokalsaison trotz der klaren Niederlage im Viertelfinale einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Allein aus dem offiziellen Prämientopf des Verbandes hat der klamme Drittligist rund zwei Millionen Euro eingestrichen. Alle vier Pokalpartien waren zudem ausverkauft. Hinzukommt nach äußerst schwierigen Jahren mit drei sportlichen Abstiegen in Folge ein noch nicht zu beziffernder Imagegewinn.

Und nicht zuletzt dürften die Pokalabende auch den Ehrgeiz für den Endspurt in der Liga geweckt haben, die Lust darauf, dauerhaft auf die große Fußballbühne zurückzukehren. Bereits am Freitag empfängt der SC Paderborn Rot-Weiß Erfurt an der Almeaue. Dass der Tabellenerste der dritten Liga im nächsten Jahr wieder eine Klasse höher spielen wird, daran hat Bayern-Coach und Trainer-Legende Jupp Heynckes jedenfalls keine Zweifel: "Das ist ein guter Fußball, der hier gespielt wird. Im nächsten Jahr gucke ich mir das in der zweiten Liga an."

Spielplan

23.02.2018
Fortuna Köln
19:00
Werder Bremen II
24.02.2018
FC Hansa Rostock
14:00
1. FC Magdeburg
FSV Zwickau
14:00
SC Preußen Münster
SC Paderborn 07
14:00
FC Würzburger Kickers
SV Wehen Wiesbaden
14:00
Hallescher FC
SpVgg Unterhaching
14:00
Sportfreunde Lotte
VfL Osnabrück
14:00
SG Sonnenhof Großaspach
VfR Aalen
14:00
SV Meppen
25.02.2018
FC Carl Zeiss Jena
14:00
Rot-Weiß Erfurt
Karlsruher SC
14:00
Chemnitzer FC

 


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SC Paderborn - Würzburger Kickers
Samstag, 24. Februar, 14 Uhr

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