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Bürgeranhörung
Planungen fürs Preußenstadion nehmen erste Hürde locker

Nur etwa 50 bos 60 Interessierte waren zur Bürgeranhörung gekommen. (Foto: Schulte)

Münster – Wer auf großes Drama gewartet hatte, wer Streit und Kritik befürchtet hatte, der sah sich am Donnerstagabend angenehm enttäuscht. Die erste Bürgeranhörung in Sachen Preußenstadion verlief weitgehend ruhig...

Vielleicht lag es am frühen Zeitpunkt, vielleicht an den noch nicht belastbaren Planungen - vielleicht ist aber das gesamte Projekt "Sportpark Berg Fidel" gar kein Aufreger. Sicher ist: Die erste Bürgeranhörung im langen Prozess verlief fast vollständig ruhig und ohne größere Aufreger.

Nur einmal wurde es hitzig, als sich ein Anwohner zu Wort meldete, der 2008 bereits gegen den Bau der Haupttribüne geklagt hatte. Er schloss später einen Vertrag mit der Stadt, der einen Lärmschutz vorsieht, sollte der Zuschauerschnitt im Halbjahr über 10.000 liegen. Er wollte Details zum Lärmschutz erfahren, über Materialien. Da musste Jörg Krause vom Stadtplanungsamt passen. Zu diesem frühen Zeitpunkt könne dazu noch nichts gesagt werden.

Der Anwohner musste sich dagegen ein paar heftige Worte eines anderen Besuchers anhören - aber diese kleine Spitze schliffen die Veranstalter souverän ab.

Stadion nur am Rande ein Thema

Tatsächlich war das Stadion und die Pläne überraschend wenig Thema. Es schien, als stelle niemand die Notwendigkeit eines Umbaus überhaupt in Frage. Überdachte Tribünen, zusätzliche Parkplätze - alles kein Thema. Überraschend? Eher nicht. Die Planungen könnten ja im Idealfall für eine deutliche Verbesserung im Umfeld sorgen und das schienen auch die Besucher zu wissen.

Die einzig inhaltliche Debatte entzündete sich am USC Münster. Der hatte bereits vor langer Zeit im Gespräch mit der Stadt seine Wünsche formuliert. Neue Beachvolleyball-Felder, eine zusätzliche Halle, Sanitäranlagen, Lagerräume. Als der Verein dann im Herbst das Strukturkonzept der Stadt für das Areal sah, fand er seine Wünsche nicht berücksichtigt und meldete sich dann Ende Januar 2015 erneut bei der Stadt. Zu spät allerdings, um an den aktuellen Plänen noch etwas zu ändern. Genau den vorliegenden Entwurf hatte der Rat ja längst verabschiedet.

Nun: Der USC soll aber nicht vergessen sein, wenngleich klar scheint, dass jede Erweiterung zu Lasten des geplanten Bürgerparks gehen wird. Der USC-Vorschlag, den Skatepark zu beseitigen und ggf. an anderer Stelle neu zu errichten, erntete vehementen Widerspruch und dürfte vom Tisch sein.

Ein paar gut gemeinte Vorschläge indes bekamen schnell eine sachlich begründete Ablehnung: Beachvolleyball-Felder unter der Westtribüne? Ein Eisfeld unter der Gegengerade? Nein, sprach der Architekt Uwe Landheer, der die ersten Entwürfe bereitgestellt hatte. Dafür sei einfach kein Platz. Es war aber wohl weniger ein ernsthafter Vorschlag als eine Anregung, kreativ zu denken.

Nach nicht eimal zwei Stunden war die Bürgeranhörung beendet - so schnell wird das gesamte Verfahren aber leider nicht laufen. Erst in 6 bis 9 Monaten könne der Bebauungsplan offengelegt werden. Dann ist Zeit für Einwände, Anregungen. Realistisch muss der SCP noch bis weit ins Jahr 2016 warten, ehe überhaupt eine Baumaßnahme realistisch wird.

Schneller könnte es mit dem Bürgerpark gehen. Der ist sowohl im alten Bebauungsplan vorgesehen wie auch im neuen Plan. Wenn die Stadt Geld gibt, könnte dort viel früher ein Aufenthaltsort für Anwohner geschaffen werden.