
Interview mit Neuzugang
Dennis Grote: "Oberes Mittelfeld ist drin"
30. Januar 2012 16:16 Uhr von Thomas Rellmann | Quelle: Münstersche Zeitung
Münster Der Premiumeinkauf des Winters geriet in den vergangenen beiden Wochen ein wenig in den Hintergrund. Nur einen Tag nach der Verpflichtung von Dennis Grote rückte die Trainerstelle bei Preußen Münster in den Fokus. Wie der 25-Jährige die turbulente Entwicklung erlebte, was er mit seinem neuen Klub anstrebt und wo er seine Stärken am besten einbringen kann, verrät er im Gespräch mit der MZ.
Ihre ersten Tage beim SCP waren von großer Aufruhr geprägt. Nehmen Sie sowas als früherer Bundesliga-Profi ganz gelassen wahr?
Grote: Ich habe natürlich schon so einige Trainerwechsel erlebt. Aber wie es hier abgelaufen ist, wie sich die Ereignisse überschlagen haben, war mir auch neu. Für die Mannschaft war das sicher nicht ganz einfach. Aber das müssen wir als Fußballer hinnehmen.
Mit welchen persönlichen Zielen sind Sie zu Ihrem Jugend-Verein zurückgekehrt?
Grote: Erstmal bin ich dankbar, dass Marc Fascher und der Vorstand mir die Chance gegeben haben. Jetzt will ich etwas zurückzahlen, möglichst viele gute Spiele machen.
Eine Klausel würde Ihnen trotz Vertrags bis 2013 einen Wechsel in eine Bundesliga erlauben. Bleiben Sie also vielleicht doch nur kurz?
Grote: Natürlich möchte ich so hoch wie möglich spielen. Aber am liebsten eben auch mit Preußen. Der Verein hat viel vor. Dieses Jahr sollten wir uns als Aufsteiger festigen und am Ende vielleicht das obere Mittelfeld anstreben. Das ist drin. Wir haben den Abstand auf Oberhausen trotz eines Spiels weniger bei acht Punkten gehalten. Und in der nächsten Saison kann man sich ja neue Ziele setzen.
Wie liefen die ersten Tage unter Pavel Dotchev?
Grote: Wir haben richtig ordentlich trainiert, ich habe einen sehr guten Eindruck. Der Trainer scheint auf ein 4-4-2 zu setzen. Daher rechne ich auch noch mit einer Verstärkung für die Offensive.
Wo sehen Sie Ihre Rolle? Auf der linken Außenbahn, auf einer Halbposition oder sogar auf der Sechs?
Grote: Ich kann mich mit allem anfreunden, egal ob außen oder im Zentrum.
Was sprach für die Preußen? War der Klub im Winter Ihre einzige Option?
Grote: Es gab auch Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen. Aber diesmal passte mit Münster alles zusammen. Ich wohne hier ohnehin schon seit eineinhalb Jahren, habe hier viele Freunde und auch meine Freundin. Und mit Stephan Küsters teile ich mir ja auch ein Sportartikelgeschäft. Die Stadt ist also eh mein Lebensmittelpunkt.
Warum sind Sie nicht schon im Sommer gekommen?
Grote: Vor der Saison gab es gar keinen Kontakt. Können Sie die 3. Liga schon einschätzen? Grote: Gespielt habe ich zwar erst einmal beim 2:2 in Oberhausen, aber ich war schon in der Hinrunde oft im Preußenstadion. Es gibt keine Mannschaft, die sich deutlich abhebt von den anderen. Aber es gibt auch keine, die nach hinten abfällt. Die Ausgeglichenheit ist tatsächlich signifikant für die Liga.
Sie waren nun ein halbes Jahr arbeitslos.Wie schwer fiel Ihnen diese Phase und wie haben Sie sie überbrückt?
Grote: Ich möchte das keinem wünschen. Wenn man zu Hause sitzt und nicht weiß, wie oder wo es weitergeht, ist das schon schlimm. Mal hier und mal da zu trainieren - so stellt man sich das nicht vor. Ich war bei Alemannia Aachen und beim VfL Osnabrück zu Gast, interessant wurde es aber erst mit Preußen. In dieser Zeit war es wenigstens schön zu wissen, wie viel Unterstützung ich erhalte.
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