
USA-Wechsel perfekt
Güvenisik künftig in Kalifornien am Ball
27. Januar 2012 12:38 Uhr von Thomas Rellmann | Quelle: Münstersche Zeitung
Münster Der große Traum von Sercan Güvenisik ist nun Realität geworden. Der Stürmer des SC Preußen Münster, der erst am Donnerstag seinen Vertrag beim Fußball-Drittligisten auflöste, schließt sich künftig den San Jos Earthquakes an. Güvenisik ist damit der erste türkische Spieler, der in der Major Soccer League (MLS) auf Torejagd geht. Wir haben mit dem Ex-Preußen gesprochen.
Publikumsliebling und Enfant Terrible. Starstürmer und Sorgenkind. In diesem Jahrtausend polarisierte kein Fußballer des SC Preußen so wie Sercan Güvenisik. Am Donnerstag endete das Kapitel des Mannes, der im ersten Halbjahr 2006 und seit 2010 wieder in Münster kickte. Es zieht den 31-Jährigen in die USA, er wird der erste Türke in der Major Soccer League (MLS) sein, bei den San Jos Earthquakes. Er soll helfen, das kalifornische Team von Platz 11 im Vorjahr bis zu den Spitzenrängen zu führen.
"Ich habe in meiner Karriere weniger erreicht, als möglich war. Jetzt will ich zum Ende nochmal allen beweisen, zu was ich befähigt bin", sagt er. "Das Angebot war eine willkommene Chance." Im Sommer 2011 absolvierte er ein Probetraining, überzeugte dabei - jetzt klappte der Deal. In zwei Wochen geht's los "Natürlich gehe ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits freue ich mich auf mein neues Leben. Andererseits hinterlasse ich hier viele Freunde mit viel Wehmut."
In zwei Wochen siedelt er über, in Amerika wartet seine Freundin Terra, die allerdings in Florida lebt, wo er sie vor eineinhalb Jahren kennen lernte. Zum Abschied aus Westfalen spricht Güvenisik nochmal über seine Pläne und seine Zeit hier.Der SC Preußen: "Der Verein lag mir immer am Herzen, ich werde ihn intensiv weiterverfolgen. Kontakte bleiben bestehen. Die Mannschaft wird niemals absteigen. Da habe ich keine Bedenken. Pavel Dotchev wird attraktiven Fußball zeigen."
"Das ist sehr schade"
Das letzte halbe Jahr: "Wäre es besser für mich gelaufen, wäre mir der Abschied schwerer gefallen. Was zuletzt im Verein passierte, ist sehr schade. Dafür gibt es mehrere Faktoren."
Eigene Fehler: "Ja, die gab es. Mit denen habe ich mir selber geschadet. Ich hätte mich manchmal zurückhalten müssen, einige Dinge anders machen müssen. Aber so bin ich."
"Es hat nicht gepasst"
Ex-Trainer Marc Fascher: "Es hat nicht gepasst zwischen uns. Als Offensivspieler konnte man sich in seinem System nicht richtig entfalten. Später hatte ich das Gefühl, keine faire Chance mehr zu bekommen. Es ist nicht richtig, den Aufstieg nur an ihm fest zu machen. Das Präsidium hat Riesensummen aufgestellt, um ihm diesen Kader zu ermöglichen."
Präsident Dr. Marco de Angelis: "Alle wussten, dass ich mit ihm befreundet bin. Ich weiß nicht, ob ich diesen Schritt nochmal machen würde. Vieles wurde falsch aufgefasst. Ich wurde nie als Lieblingskind behandelt und wurde für jeden Ausraster bestraft, habe sogar Abmahnungen bekommen und stand immer unter besonderer Beobachtung. Am Ende war ich für alle eine Belastung."
"Ich habe mich wohl gefühlt"
Das Umfeld in Münster: "Ich habe mich immer wohl gefühlt, keine Frage. Vielleicht war aber mein Gastspiel 2006 zu kurz, um zu sehen, welche Kräfte hier wirken."
Seine persönliche Bilanz: "Solange ich gespielt habe, waren wir oben dabei. Wenn ich das Vertrauen hatte, habe ich gut gespielt. Aber natürlich hätte ich mir selbst auch konstantere Leistungen gewünscht."
"Ich freue mich auf die Ruhe"
Sein Ruf als Diva: "Der kommt sicher nicht von ungefähr. Ich wurde aber auch etwas in die Rolle reingedrückt und habe das Spiel gern mitgespielt. Natürlich ist die Belastung nervlich extrem hoch, wenn man immer im Fokus steht. Wo ich hinkam, hatte ich oft die Schlagzeilen sicher. In den USA bin ich nur einer von vielen. Ich freue mich auf die Ruhe."
Seine Zukunft: "Ich habe einen Drei-Jahres-Vertrag mit der MLS. Von der hat mich San Jos für ein Jahr plus Option ausgeliehen. Meine Gegner heißen jetzt Thierry Henry oder David Beckham, nicht mehr Heidenheim oder Burghausen. Ich spiele bald vor 20 000 Zuschauern, das Niveau ist erstklassig. In der Winterpause könnte ich nochmal für ein paar Monate in Deutschland spielen. So wie Henry jetzt bei Arsenal London."
Fußball
- Bundesliga-Tippspiel
- 1. Bundesliga
- Fußball-Nachrichten
- 2. Bundesliga
- Borussia Dortmund
- 3. Liga
- FC Schalke 04
- Champions League
- VfL Bochum 1848
- UEFA Europa League
- SC Preußen Münster
- Frauen-Fußball
- DFB-Pokal
- Fußball International
- Nationalmannschaft
- Regionalliga West
- NRW-Liga
- Bücher, DVDs und mehr
- Fußball-Termine
- Spezial: Relegationsspiel in Düsseldorf
3. Liga: 38. Spieltag

Preußen Münster

Kickers Offenbach
(1:0)