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Serie zur Ausgliederung
Am (Ent)Scheideweg

Preußen-Präsident Christoph Strässer. (Foto: Schulte)
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Münster – Demokratie lebt von den großen Entscheidungen. Im Mikrokosmos SC Preußen Münster entscheiden die Mitglieder des Traditionsvereins am 14. Januar in einer für den Verein historischen Entscheidung, ob der Bereich des professionellen Fußballs in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert werden soll.

Der Gesetzgeber verlangt eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Mitglieder, bewusst wurde eine sehr hohe Hürde aufgelegt. Denn diese Umwandlung verändert vieles, das Wenigste davon erscheint umkehrbar.

Einher geht diese Veränderung auch mit einem Verlust von Identität. Ein e.V. gilt vielen Anhängern als volkseigen, eine Kapitalgesellschaft hört auf das Kapital. Zwei miteinander auf dem ersten Blick unvereinbare Positionen, die dazu führen, dass sich Lager bilden, wovon drei herausstechen. Die Befürworter, die einen solchen Wechsel entweder begrüßen oder denen die Rechtsform reichlich gleichgültig daher kommt. Die Zauderer, die nur mit (großen) Bauchschmerzen diesem Vorgang zustimmen. Und dann die Ablehner, denen der eingetragene Verein als Identitätsbild erhalten bleiben muss.

Der Kampf um die Stimmen zielt also auf den Block der Wähler, die nur mit Bauchschmerzen einer Wandlung zustimmen würden, gefangen im Zwiespalt von Idealismus und Pragmatismus. Es werden hierbei vor allem Argumente auf der emotionalen Ebene ausgetauscht, von der Rettung vor der Auflösung hin zum Verlust der elementaren Werte. Man muss gar nicht so sehr auf diese Extreme achten, die Wahrheit liegt natürlich in der Mitte.

Diese Inszenierung von Horror-Szenarien bringt die Diskussion um das Grundthema aber nicht weiter. Wir können uns gegenseitig stundenlang vorhalten, dass Investoren ganz sicher den Verein zerstören werden, die Mitbestimmung der Mitglieder abgeschafft wird oder der Fußball in Münster fremdgesteuert wird. Oder uns auf der anderen Seite die goldene Zukunft ausmalen und die Sicherheit des Vereins, selbst wenn die Kapitalgesellschaft insolvent sein sollte.

All das sind Argumente, die nicht unberücksichtigt bleiben dürfen, das steht natürlich fest. Aber man darf anmerken, dass hier kein Mateschitz im Dunkeln lauert, kein Kind ans Licht der Welt drängt. Es darf als deutlich wahrscheinlicher angesehen werden, dass nach einem Scheitern der Ausgliederung die finanzielle Situation das Comeback eines Thomas Bäumer hervorbringt.

Mitbestimmung für die Mitglieder würde indirekt erfolgen, der Verein hätte in den Gremien satzungsgemäß stets die Stimmenhoheit. Die Mitgliederversammlung als entscheidendes Gremium bei der Besetzung zentraler Positionen wird gerne von den Kritikern als unzuverlässig angesehen. So habe diese in der Vergangenheit sich als unzuverlässig erwiesen, da sie falsche oder schlechte Entscheidungen im Sinne vieler Mitglieder getroffen hätte. Beißt sich hier der Wunsch nach mehr Demokratie mit der Kritik an der Realität, so ist es dennoch ein für Gegenwart und Zukunft wichtiger Appell: Die Mitgliederversammlung, egal ob Ausgliederung oder nicht, muss sich mehr und ausgeprägter ihrer Verantwortung, dem Wohle des Vereins stellen.

Bedeutet eine Ausgliederung im Gegenzug, dass bei Preußen Münster zukünftig Milch und Honig fließen wird? Das lässt sich ganz leicht beantworten. Eine Kapitalgesellschaft ist keine Gelddruckmaschine, auch wenn zu Beginn eine gute Anschubfinanzierung erfolgen sollte. Aber Summen im zweistelligen Millionenbereich sind genauso unsinnig als Argument wie das Herbeireden des Untergangs des identitätsstiftenden Vereins.  

Doch was bedeutet für den Sonntag?

Preußen Münster steht vor einer Richtungsentscheidung. Soll der SCP seinen Profifußball in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern oder soll diese unter dem Dach des e.V. verweilen? Eine Grundsatzentscheidung, bei der möglichst viele Mitglieder teilnehmen sollten. Kein Mitglied des Vereins sollte bei der Versammlung fehlen und sich im Anschluss über das Ergebnis erregen.

Und hoffentlich haben sich die Mitglieder vorbereitet und für sich eine Entscheidung getroffen. Es wäre fatal, mit so einer Entscheidung bis zum letzten Augenblick zu warten. Und es mag sein, dass es für die Entscheidungsfindung Zeit braucht - und sie am Ende nicht vollends glücklich oder gar aus tiefster Überzeugung getroffen wird.

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
15Osnabrück1921:29-821
16Zwickau2020:32-1221
17Münster1918:28-1018
18Bremen II2018:32-1417
19Chemnitz2026:37-1116

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