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Serie zur Ausgliederung
Preußen Münster: "Kapitalgesellschaft übernimmt Verbindlichkeiten... und das sind nicht wenige"

Frank Westermann, Rechtsanwalt und Aufsichtsratsvorsitzender des SC Preußen Münster. (Foto: Schulte)
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Münster – Das Thema Ausgliederung beim SC Preußen Münster bekommt Konturen. Termine stehen an, Infoveranstaltungen... und erstmals hat der Verein auch offiziell Verbindlichkeiten bestätigt.

Für Preußen-Fans, vor allem aber für Vereinsmitglieder, gibt es in den kommenden zwei Monaten reichlich Termine. Das Thema Ausgliederung geht in die entscheidende Phase. Aufsichtsratschef Frank Westermann bestätigte im Rahmen der 3. Preußen-Matinee, dass der Klub sich "entgegen der vorherigen Absicht" dazu entschieden habe, die Jahreshauptversammlung und die Ausgliederung terminlich zu trennen.

Am 17. Dezember findet zunächst die Mitgliederversammlung statt, vermutlich in der Hiltruper Stadthalle, wie Westermann verriet. Der Ort war noch gewählt worden mit Blick auf den potenziellen Besucherandrang. Die Entscheidung über eine Ausgliederung soll dann voraussichtlich im Januar auf einer außerordentlichen Versammlung getroffen werden.

Damit eine Entscheidung auch gut begründet fallen kann, wird der Verein nach eigener Aussage "spätestens 14 Tage" vor der Mitgliederversammlung am 17. Dezember alle notwendigen Unterlagen bereitstellen, vielleicht eher. Denn noch Anfang Dezember soll möglicherweise noch eine zweite Informationsveranstaltung stattfinden, auf der die Klubführung erheblich konkreter als bisher darstellen möchte, wie sich der SCP nach einer Ausgliederung aufstellen will.

Konkrete Informationen über die wirtschaftliche Lage hat das Beratungsunternehmen KPMG dazu in den vergangenen Monaten zusammengestellt.

Kapital stünde nicht voll zur Verfügung

Vor allem über die finanzielle Situation hat der Verein bisher aus gutem Grund Stillschweigen bewahrt. Schließlich ist der SCP vor allem seinen Mitgliedern Rechenschaft schuldig und will jene auch zuerst informieren. Aber am Sonntag auf der "Preußen-Matinee" bestätigte Frank Westermann erstmals auch ganz offiziell, dass den Verein hohe Verbindlichkeiten plagen. Wörtlich: "Wir werden den Verein nach einer Ausgliederung auf Null stellen. Die Verbindlichkeiten werden in die Kapitalgesellschaft übertragen - und das sind nicht wenige."

"Nicht wenige." Etwas mehr Kontur erhielt diese Aussage nur kurz danach. Da skizzierte Westermann die wirtschaftliche Lage nach einer Ausgliederung. Fünf Millionen zusätzliches Kapital wolle man einwerben - aber dieses Geld stünde dann nicht vollständig zur Verfügung. Sondern würde zunächst mit den Verbindlichkeiten verrechnet, vereinfacht gesprochen. Westermann: "Wenn man von 5 Millionen Euro spricht: Wir haben ja auch Verbindlichkeiten, die wir eingelagert bekommen. Der Spielraum wird sich dann konkret zeigen. Sollten am Ende 2,5 Millionen Euro übrigbleiben, würden wir die beispielsweise im Rahmen eines Wirtschaftsplanes über 5 Jahre anlegen." Pro Saison stünden dann rund 500.000 Euro mehr zur Verfügung für die erste Mannschaft.

Mangels offizieller Zahlen stützt sich die Interpretation auf Indizien - aber ganz zufällig hatte Westermann sicher nicht über verfügbare 2,5 von 5 Millionen Euro gesprochen.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Nicht alle Verbindlichkeiten wiegen gleich existenzbedrohend schwer. Darlehen beispielsweise, die der Verein erhalten hat, sind so finanziert, dass der Verein sie tragen kann.

Mehrfach hatte Westermann am Sonntag aber über die blanke wirtschaftliche Notwendigkeit gesprochen, zusätzliches Kapital zu erlangen. Und dass dieses Kapital schlicht nicht in der alten Vereinsstruktur zu erreichen wäre. "Wir wollen nicht aus Lust und Laune eine Ausgliederung", so Westermann. "Wir tun das auch aus wirtschaftlichen Zwängen."

Keine Schuldzuweisungen

Der Partner KPMG geht das Thema naturgemäß sachlich an - die Buchhalter interessieren sich nur für Zahlen und Fakten. Und ähnlich will es der Verein halten. "Wir werden die Verursachung der Entwicklung nicht Personen zuordnen", so Westermann deutlich. Dass auch die Vorgänger im besten Willen, den Verein zu führen, gehandelt hätten, steht demnach nicht zur Debatte. Und dass die Entwicklung eines Vereins nicht immer planbar ist, ist eine Binsenweisheit.

Im Zusammenhang mit der Diskussion bezog Westermann auch Position zum jüngsten Schreiben aus der aktiven Fanszene. Das Zusammenrücken der Kurve nahm er positiv zur Kenntnis. Gleichwohl hatte die Fanszene ihre neue gemeinsame Linie ja auch verknüpft mit der klaren Ablehnung einer Ausgliederung. Westermann dazu: "Nicht die Kapitalgesellschaft spielt Fußball, sondern das tut weiterhin Herr Scherder mit anderen guten Fußballern." Auch beim BVB werde weiter eine Mannschaft unterstützt. "Das hat nichts mit dem Gerüst darumherum zu tun."

Beim jüngsten Schreiben der Fanszene habe sicher auch "eine Frustration über ausbleibende Infos" eine Rolle gespielt, so Westermann. "Wir wollen nur Dinge tun, die im Sinne des Vereins sind. Ich kann also nur dafür werben, dass wir uns noch einmal sachlich damit auseinandersetzen. Es ist aber nicht sinnvoll, vorher seine Meinung zu zementieren."

Der Verein Preußen Münster habe es verdient, sich sportlich wieder besser zu präsentieren. Frank Westermann: "Es gibt keine Garantien, aber auf den heutigen Wegen sehe ich dafür keine Möglichkeiten."

 

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Jena1617:22-519
13SF Lotte1620:23-318
14Münster1717:24-717
15Chemnitz1721:28-716
16Würzburg1618:28-1016

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