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Richter richtet - Teil 7
Der totalitäre Fußballstaat

Richter richtet.

Ein merk- und denkwürdiger Freitagabend neigt sich dem Ende. Durchgeschüttelt und –gefroren marschiert man zwischen den anderen in dicke Klamotten eingewickelten Zuschauern durch den Regen. Alleine lausche ich den Gesprächen über das Spiel, welches eigentlich nur noch die Kulisse für das Drumherum abzugeben scheint. Es wird geflucht und mit teils hanebüchenden reaktionären Ansichten auf die Ultras und ihre Aktionen reagiert. Und ich merke, wie gut doch ein totalitäres System funktionieren kann. Man benutze einfach die Hebel Propaganda, Diskriminierung, Kriminalisierung und finde genügend Vereine, die sich einen Dreck um ihre aktive Fanszene scheren. 

Mit diesem Mix lassen sich die Massen lenken und die Randgruppen effektiv in die Ecke drängen und am Ende wahrscheinlich auch zerstören. Hat schon früher funktioniert, klappt heute auch noch gut - mit etwas subtileren Mitteln. 

Das Schlimmste sind für mich diese saturierten Leute mit den dumpfen Parolen, die mit der Forderung nach Kollektivstrafen dieses System noch unterstützen und sich am Ende im Stadion wundern , warum in 88 von 90 Minuten eine Grabesstille herrschen wird. Doch genau sie sind es, die ein solches System stützen. 

Ja, ja, viele meinen wahrscheinlich, spielbezogenerSupport sei doch das einzig Wahre. Ich stelle mir gerade vor, wir haben in drei Jahren immer noch den gleichen Trainer und die gleiche Art Fußball zu spielen. Dann kann ich mir richtig „lebhaft“ vorstellen, wie spielbezogener Support aussehen wird. Oder bei irgendwelchen Auswärtsspielen im Osten, in denen der Gästeblock in etwa ausschaut wie der des SV Sandhausen bei einem Auswärtsspiel bei Union Berlin. 

Ich sehe mich wahrlich nicht als Ultra-Versteher, aber ich lehne zutiefst dieses öffentlich manipulierte Bild einer Gruppe ab, die ihre eigene Philosophie von Gleichmacherei betreiben möchte. Und die wahrlich nicht wirklich eine reale Bedrohung für den Rechtsstaat darstellt. Aber wahrscheinlich finden sich bei Ihnen keine Leute, die sich als V-Männer für die Exekutive herschenken möchten. 

Die Pyro- und Bölleraktionen vom Rostock-Spiel waren sicherlich alles andere als der Akt von pubertierenden, testosteron-schwangeren Kids. Sie waren ein Fanal für all das, was ihnen zuvor an Verrat vom Verein, Bespitzelung und Freiheitsbeschränkungen der Obrigkeit auferlegt wurde. Es wäre wünschenswert, wenn die Jungs und Mädels aus der Kurve vor dem Eingang noch eine Weile erhalten blieben und sie ihre Aktionen gegen die Institutionen einfach ein bisschen weniger konfrontativ gestalten. 

Mensch, schaltet bitte Eure Birne ein, seid einfachschlauer in Euren Mitteln gegen diese starre Maschinerie und gebt vor allem nicht auf! Ich und auch ein paar hundert andere würden uns das so sehr wünschen! 

 

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