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Schalke-Beobachtungen
Amine Harit: Malocher statt Partytier

Amine Harit (Foto: Torsten Mannek/mannek pixls)
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Gelsenkirchen – Als die Schalker Mannschaft in Freiburg gemeinsam mit den Fans den Auswärtssieg bejubelte, fielen zwei Spieler durch besondere Ausgelassenheit auf: Thilo Kehrer und Amine Harit hüpften nicht nur im Rhythmus der Welle, sondern tanzten begeistert vor der Reihe herum und warfen die Arme in die Luft. Doch der französisch-marokkanische Mittelfeldflitzer ist nicht nur beim Feiern vorne, er glänzt auch mit viel Einsatz und als vierfacher Vorlagengeber. Ein Spielerportrait von Susanne Hein-Reipen.

Die Verpflichtung des 20jährigen Nachwuchstalentes vom FC Nantes wurde von einigem Kulissendonner begleitet. Von Manager Christian Heidel frühzeitig als „sehr interessanter Spieler“ geadelt, wollte Nantes-Präsident Waldemar Kita den talentierten Youngster nicht ziehen lassen und ließ öffentlich verlautbaren, der Spieler mache „Zirkus“ und schwänze das Training, um seinen Wechsel zu Schalke zu erzwingen. Zudem machten Gerüchte von einem ungenehmigten Disco-Besuch und angeblichen Undiszipliniertheiten die Runde;  dazu kam das übliche Ballyhoo um die Ablösesumme. Einige Schlagzeilen und Erkenntnisse später – das „Schwänzen“ entpuppte sich als vom Trainer genehmigter Sonderurlaub wegen der Teilnahme an der U 20-WM -  einigten sich beide Vereine auf 8 Millionen Euro.

Kann der watt?

Die Schalker Fans blieben zunächst trotzdem etwas skeptisch. Ziemlich schmächtiges Kerlchen, oder?! Außerdem standen in 34 Pflichtspielen für Harit genau ein Tor und eine Vorlage zu Buche, nicht gerade eine überragende Quote für einen Offensivmann. Hoffnung machte, dass Harit ein knappes Jahr zuvor von den französischen Medien trotz Mannschaftskameraden wie Dembele und Mbappe zum überragenden Spieler des U 19-EM-Finales gekürt wurde. Außerdem galt er bereits in seiner ersten Saison in der Ligue 1 als Dribbelkönig, der fast zwei Drittel seiner Dribblings erfolgreich abschließen konnte.

Amine Harit (Foto: Torsten Mannek/mannek pixls)
Amine Harit (Foto: Torsten Mannek/mannek pixls)
Amine Harit (Foto: Torsten Mannek/mannek pixls)
Amine Harit (Foto: Torsten Mannek/mannek pixls)

Auf Schalke präsentierte sich Harit von Beginn an als Musterprofi, der oft der Erste und der Letzte auf dem Trainingsplatz ist und geduldig die Autogramm- und Fotowünsche der königsblauen Anhänger erfüllt. Auch Aussagen wie „es ist eine Riesenehre, die Rückennummer eines so großen Spielers wie  Klaas-Jan Huntelaar zu übernehmen“ oder „Wenn Du so ein Angebot eines Vereins wie Schalke bekommst, sagst Du nicht ab!“ kommen gut an.  

Oh-là-là, ist der schnell!

Noch viel wichtiger: Harit bringt, anders als viele andere sehr junge Spieler, „seine PS schnell auf die Straße“. Bereits im ersten Ligaspiel gegen RB Leipzig ist er notenbester Schalker und bereitet mit einem klugen Pass den 2:0-Siegtreffer durch Yevhen Konoplyanka vor. Er kommt außer beim Pokalspiel in Wiesbaden in allen bisherigen Pflichtspielen zum Einsatz und glänzt auf Rechtsaußen neben seiner Dribbelstärke auch durch enorme Schnelligkeit und präzise Technik.  „Er sucht oft mutige Offensivlösungen und kann dadurch den Unterschied ausmachen. Er bringt unfassbar viel mit.“ lobt Cheftrainer Domenico Tedesco.

Doch Harit kann nicht nur offensiv, er arbeitet auch nach hinten mit und wirft sich trotz seines Fliegengewichts von nur 67 Kilogramm energisch und oft erfolgreich in die Zweikämpfe. Endlich mal wieder ein richtiger „Straßenfußballer“ auf Schalke!  Und er bleibt trotz des vielen Lobs selbstkritisch: Er könne von jedem Mitspieler etwas lernen, ließ er jüngst das Vereinsmagazin „Kreisel“ wissen. Er wolle sich in allen Bereichen noch verbessern, vor allem müsse er torgefährlicher werden. Und er „hasse“ Niederlagen!

Auf dem Weg zum Publikumsliebling

Kürzlich stellte Christian Heidel das von ihm initiierte neue Scouting-System vor, bei dem 27 Talentspäher ebenso viele Ligen überwachen und Rankings aussichtsreicher Spieler erstellen. Die neue königsblaue Nummer 25 ist der erste Spieler, der so entdeckt und verpflichtet wurde.

Außerdem wurde bekannt, dass neben Paris St. Germain und englischen Vereinen auch Bayern München an einer Verpflichtung Harits interessiert war. Doch Harit, der sämtliche französischen Jugendnationalmannschaften durchlaufen, sich dann aber „aus Herzensgründen“ für die A-Elf Marokkos entschieden hat, wechselte lieber auf Schalke: Zum einen aufgrund der besseren Einsatzchancen – und zum anderen wegen der emotionalen Schalke-Fans. „Ich unterhalte die Fans gerne und sauge die Reaktionen im Stadion auf, die Anfeuerungen, den Applaus, das Raunen nach starken Dribblings oder guten Pässen. Das gibt mir Energie!“ Ein viel besseres Ticket in die Herzen der Schalker gibt es nicht…

 


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Samstag, 25. November, 15.30 Uhr
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Tabelle

13. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern1230:82229
2Schalke 041216:10623
3RB Leipzig1220:15523
4M'gladbach1221:21021

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