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Königsblaue Gedanken
Das echte Schalke - oder elf Marsmännchen?

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Mit sechs Punkten aus den ersten drei Bundesligapartien ist der FC Schalke 04 sportlich durchaus zufriedenstellend aus den Startlöchern gekommen, auch wenn spielerisch noch "satt Luft nach oben" ist. Trotzdem wird seit dem 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart in Medien, sozialen Netzwerken und Foren wieder munter aufeinander eingedroschen. Susanne Hein-Reipen mit der Bestandsaufnahme eines gefährlichen Konflikts.

Bereits der überraschende Wechsel von Ex-Kapitän Benedikt Höwedes hat die Schalke-Fans in zwei Lager gespalten. Die einen finden es gut, dass es ausdrücklich keine Stammplatzgarantien und Erbhöfe auf Schalke mehr geben soll und werfen Höwedes vor, wie ein beleidigtes Kind reagiert zu haben, statt den Konkurrenzkampf anzunehmen. Die Gegenseite findet den Umgang von Neu-Chefcoach Domenico Tedesco mit einem verdienten Urgestein und Weltmeister unangemessen und instinktlos. Was exakt zwischen den beiden und Manager Christian Heidel besprochen wurde, ist nicht an die Öffentlichkeit gedrungen.

Die Banner des Anstoßes

Am Wochenende hat sich die Kluft weiter verschärft. In der Nordkurve wurden mehrere Banner hochgehalten, in denen insbesondere Heidel wegen der Abgänge von Höwedes und anderen in der Knappenschmiede ausgebildeten Spielern scharf angegriffen wurde. "Die Wurzeln achten und nicht vernichten", "Identitätsverlust stoppen, Knappenschmiede stärken" und "Vom Autohändler zum TraditionsCHänder" machten deutlich, dass den Fans dort die Transferpolitik heftig gegen den Strich geht.

Die Ultras Gelsenkirchen, die für den Großteil der Transparente verantwortlich zeichnen, erklärten im "Blauen Brief", dass der Höwedes-Abschied Höhepunkt einer in ihren Augen falschen Entwicklung sei, verdiente Spieler respektlos zu behandeln und dem Nachwuchs aus der Knappenschmiede kaum noch Chancen zu geben. Heidel ließ verlauten, die Transparente täten ihm weh, weil er sich wie früher mit Mainz zu 100 % mit Schalke identifiziere. Es brauche Zeit und Erfolge, neue Identifikationsfiguren zu schaffen.

(Foto: Weber )
(Foto: Weber )
(Foto: Weber )
(Foto: Weber )

Heidelianer gegen Traditionalisten

Der Konflikt hat in vielen Medien einen deutlich größeren Raum eingenommen als der sportliche Erfolg. Von "es brodelt auf Schalke" (fussball.com) über "Heidel bewegt sich auf dünnem Eis" (reviersport) bis zum "Klub der Ungewissheit" (spiegel online) reichten die Schlagzeilen. Parallel dazu liefern sich "Heidelianer" und "Traditionalisten" unter den Fans heftige verbale Gefechte  und selbst Fans, die nicht reflexartig alles verdammen, was von "den Ultras" kommt, kritisieren die "Schänder"-Wortwahl.

Die Fraktion, die Manager und Trainer vertraut, verweist auf frühere Erfolge in Mainz und wirft den Plakatemalern vor, unnötige Unruhe in den Verein zu tragen und den Medien Steilvorlagen zu liefern, mal wieder das Klischee vom königsblauen Chaos-Club auszupacken. Die Verantwortlichen wüssten schon, was sie tun, es brauche nur Geduld. Die Vertreter der Gegenmeinung verweisen auf die deutliche Reduzierung der Eigengewächse im Kader und den jedenfalls in der vergangenen Saison trotz hoher Investitionen ausgebliebenen sportlichen Erfolg. Sie befürchten, dass Abwarten die Situation nur noch verschlimmert.

Alles schon mal dagewesen...

Beide Seiten können sich auf Schalker Historie berufen: Der Transfer von Andreas Möller vom Erzrivalen Borussia Dortmund beispielsweise jagte auch große Teile der Fanszene auf die Barrikaden, bis hin zu Vereinsaustritten - es folgte die beste Schalker Saison der letzten 20 Jahre, weil die "Kampfsuse" genau das fehlende Puzzleteilchen war. In anderen Fällen wie dem Ticketdealer viagogo oder der umstrittenen Satzungsänderung "Lex Magath" erwies sich hingegen die Schwarmintelligenz der Schalkefans als treffsicherer als das Gespür der Vereinsführung.

Parallelen zwischen Magath und Heidel?

Magath war seinerzeit unter den Fans ähnlich umstritten wie Heidel. Während viele sich einen "starken Mann" wünschten, der für den Erfolg rigoros "alte Zöpfe" abschneidet, sahen andere bei dem radikalen Umbruch die Besonderheiten auf Schalke nicht genügend respektiert und scheuten davor zurück, einem Mann ohne Schalker DNA die nahezu vollständige Handhabe über den Verein zu geben. Meisterschaft mit Wolfsburg, Transfererfolge in Mainz? Das heisst noch lange nicht, dass die Methoden auch auf Schalke funktionieren!

Tradition und Kommerz

Letztlich ist der Konflikt nur eine königsblaue Variante der Fußball-Gretchenfrage: Tradition oder Kommerz bzw. wie viel davon? Selbst Fußballromantiker glauben nicht mehr daran, nur mit Eigengewächsen erfolgreich sein zu können. Auch die Knappenschmiede kann nicht jedes Jahr einen künftigen Weltstar produzieren, nicht jeder Absolvent genügt den Ansprüchen eines ambitionierten Bundesligisten.

Auf der anderen Seite gibt es gerade auf Schalke sehr viele Fans, denen Erfolge um jeden Preis eben nicht wichtiger sind als das Gefühl, dass da wenigstens einige auf dem Platz stehen, für die Schalke mehr ist als ein lukrativer Arbeitgeber. Spieler, die das wie Benedikt Höwedes glaubhaft verkörpern, haben sofort einen dicken Stein im Brett. Auf der anderen Seite kommen auch sie nicht umhin, zuzugeben, dass nicht wenige der Schalker Helden der letzten Jahrzehnte nicht im Dunstkreis des Schalker Markts großgeworden sind: Auch wenn Wiege und Fußballschule von Raul, Bordon, Sand, Wilmots, Asamoah oder Uchida nicht auf dem Berger Feld standen, so verkörperten sie die Schalker Tugenden doch so gut, dass sie für immer zu Schalker Legenden wurden. Eine Fähigkeit, die aus dem aktuellen Kader unter anderem Sturm-Fighter Guido Burgstaller zuzutrauen ist.

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Tabelle

13. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern1230:82229
2Schalke 041216:10623
3RB Leipzig1220:15523
4M'gladbach1221:21021

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