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Kleine Typologie der Ex-Schalker
Fußballgötter, Irrtümer auf zwei Beinen und schwierige Typen...

(Foto: dpa)
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Gelsenkirchen – Es war nur eine kleine Meldung, doch sie löste in Schalker Fankreisen einen wehmütigen Seufzer aus: Der langjährige Schalker Rechtsverteidiger Atsuto Uchida löst nach wenigen Monaten seinen Vertrag mit dem Zweitligisten Union Berlin auf und geht zurück in seine Heimat. Der kleine Japaner ist damit nur einer von fast 200 Fußballprofis, die die Schalkefans alleine in den letzten zehn Jahren kommen und gehen gesehen haben – doch die Erinnerung an sie alle ist höchst unterschiedlich. Susanne Hein-Reipen mit einer augenzwinkernden Typologie der königsblauen „Verflossenen“.

Schade, was hätte aus dem Jungen werden können!

In diese Kategorie gehören in erster Linie Kicker, denen ihr Körper trotz aufopferungsvollen Kampfes immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Prominentes Beispiel neben Uchida ist Christian Pander; auch Gustavo Varela, der nach seinem Schädelbruch nie mehr wieder seine Topform erreichte und mit Abstrichen Levan Kenia, Mimoun Azaouagh und Ibrahim Afellay sind zu nennen. Und alle Schalker hoffen sehr, später nicht Breel Embolo hier wiederzufinden.

Mit dem Unterton „wenn der nur klarer in der Birne gewesen wäre“ denken Schalker an Spieler, die ihr Potential durch eigenes Verschulden nicht voll ausgeschöpft haben. Paradebeispiel dürfte Emile Mpenza sein, dessen Lebenswandel sich nicht mit seinen überragenden Fähigkeiten vertrug. Aber auch Alexander Baumjohann, Jose Manuel Jurado oder Marvin Pourie hätten mit einer vernünftigen Malochermentalität deutlich mehr „reißen“ können.

Gut, dass das A****loch weg ist!

Ganz unten in der Rangliste der Ex-Schalker stehen die wenigen Spieler, bei denen die Fans nahezu einhellig „drei Kreuze“ gemacht haben, als sie endlich Schalke verlassen hatten. Um sich dermaßen ungeteilte Ablehnung zu verdienen, muss man sich entweder wie ein veritables Charakterschwein benehmen, was zumindest auf Schalke niemand so exzellent hinbekommen hat wie Albert Streit – oder ein besonders krass empfundenes Missverhältnis zwischen Leistungen einerseits und Erwartungen/Gehalt andererseits aufweisen. Fragt nach bei Sidney „die Waffe“ Sam, Chinedu Obasi oder Orlando Engelaar.

Ein nicht ganz logischer – wann ist die Beziehung zum Ex schon logisch? - Sonderfall in dieser Gruppe sind die Spieler, denen viele Fans genau deshalb böse sind, weil sie Schalke in die falsche Richtung verlassen haben, obwohl große Hoffnungen auf ihnen ruhten. Manuel Neuer und Julian Draxler können davon ein (Schmäh)Liedchen singen.

Wer? Was haben wir uns nur bei DEM gedacht?!?

Nicht ganz so negativ, aber auch mit deutlichem Kopfschütteln denken Schalker an die nicht wenigen Ex-Spieler zurück, die sich zwar nicht explizit unbeliebt gemacht haben, deren Verpflichtung aber weder vorher noch hinterher irgendwie Sinn ergab. Beispiele gefällig? Holger Badstuber, Vicente Sanchez, Carlos Großmüller, ze Roberto II, Pierre Emile Höjbjerg, Tore Reginussen, Ciprian Deac, Junmin Hao, Vasileios Pliatsikas, Nicolas Plestan, Simon Cziommer, Danilo Avelar, Ali Karimi, Felipe Santana, Mario Gavranovic, Jan Kirchhoff, Mineiro, Besart Ibraimi, Junior Caicara, Anthony Annan, Erik Jendrisek… Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder Magaths Einkaufsliste sind rein zufällig.

Irrtum mit Unterhaltungswert

Einige Spieler haben es geschafft, trotz ziemlich überschaubaren sportlichen Werts für Schalke in guter Erinnerung zu bleiben. Hans „who the fuck is Chuck Norris“ Sarpei und kleines dickes Dschungelcamper Ailton haben zumindest abseits des Platzes für Amüsement gesorgt; Teemu Pukki hatte den Niedlichkeitsfaktor eines Monchichis. Und Edi Glieder Fußballgott oder 2:5-Torschütze Edu hatten zwar wenige Einsätze, ihre Mentalität und Dankbarkeit, auf Schalke kicken zu dürfen, traf aber den königsblauen Nerv.

Ach ja, der hat ja auch mal für uns gespielt

Dann gibt es da noch viele Akteure, die trotz z. T. etlicher Auftritte im königsblauen Dress kaum emotionale Spuren im kollektiven Fan-Gedächtnis hinterlassen haben. Bei diesen Spielern stellt ein Fan beim Betrachten eines beliebigen deutschen oder europäischen Matches plötzlich fest, ach ja, den gibt’s ja auch noch. Der war doch auch mal bei uns!

Adam Szalai, Matthias Abel, Eric Maxim Choupo-Moting, Christian Clemens, Heiko Westermann, Ciprian Marica, Timo Hildebrand, Lars Unnerstall, Marvin Friedrich, Kaan Ayhan, Younes Belhanda, Carlos Zambrano, Zlatan Bajramovic, Tranquillo Barnetta, Sören Larsen, Peter Lövenkrands, Sebastian Boenisch, Danny Latza, Michel Bastos, Christoph Metzelder, Tim Hoogland, Dennis Aogo, die Altintop-Zwillinge und einige andere sind Vertreter dieser Gruppe, deren weiteres Fußballschicksal Schalker bestenfalls am Rande interessiert. Aus den Augen, aus dem Sinn und nur noch bei der Frage „Was macht eigentlich…?“ zu finden.

Die Verrückten

Deutlich besser im Gedächtnis haften bleiben die verrückten Typen. Besonders gern erinnern sich die Fans an „positiv Bekloppte“ wie Jörg Böhme, No-Look-Pass-Lincoln und „in guter Laune bin ich Weltklasse“-Jefferson Farfan. Aber auch sehr umstrittene Paradiesvögel wie Jermaine „die Grätsche“ Jones, Nachbarschaftsschreck „an mir kommt entweder der Ball oder der Gegner vorbei, aber niemals beide“ Rafinha und Roman Neustädter haben ihren Platz in den königsblauen Erinnerungen sicher. 

Unvergessen, wenn auch mit einem deutlichen Augenrollen bleiben auch Kevin „mein Ego passt nicht durch diese Tür“ Prince Boateng, Lewis „am Ende ist der Pimmel dick“ Holtby und „Ich mache keine Gefangenen“ Kyriakos Papadopoulos. Donis Avdijaj schickt sich gerade an, auch in diese Gruppe aufzusteigen.

 


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31. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3081:225975
2Schalke 043047:331455
3Bayer 043055:371851
4Dortmund3057:411651

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