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Halbfinalist der Herzen:
Dramatik, Ohnmacht, Blick voraus: Schalker Gefühle nach dem Euro-Aus

(Foto: dpa)
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Gelsenkirchen – So bitter kann selbst ein Heimsieg sein: Schalkes 3:2 gegen Ajax Amsterdam war angesichts der Hinspiel-Hypothek zu wenig, um das Halbfinale der Europa League tatsächlich zu erreichen. Einen so wendungsreichen, dramatischen und langen Fußballabend hatten allerdings die wenigsten erwartet.

Die Bilder nach dem Abpfiff sagten eigentlich alles. Geknickte Schalker saßen auf dem Boden der Veltins-Arena, die Fans, die nicht sofort nach Hause rannten, verfielen in eine Schockstarre. Bis sich beide Seiten aufrappelten, die Spieler Richtung Kurve liefen und anerkennend Applaus spendiert bekamen. 

Es waren erst wenige Minuten vergangen, als ganz Schalke realisiert hatte, dass der Euro-Traum, der Traum von einer (erneuten) Wende gegen Amsterdam ausgeträumt ist. Erst der Abpfiff brachte Gewissheit.

Freude, Dramatik, Ohnmacht

Zu verrückt, zu unkalkulierbar waren die turbulenten 120 Minuten zuvor, in denen Schalke und Amsterdam viele Fehler, aber auch viel Spannung erzeugt hatten. Zwei Stunden, in denen die beiden Teams demonstrierten, dass Fußball nicht berechenbar ist. Wer hätte nach dem Hinspiel tatsächlich noch an eine Wende geglaubt? Und wer hätte gedacht, dass Schalke sich nach dem 3:0 in der 101. Minute den Halbfinaleinzug tatsächlich noch nehmen lassen würde?

Auf die kurze Freude folgte die Dramatik, schließlich die Ohnmacht. Dabei sah zunächst alles so gut aus. Schalke hielt die Null, spielte mutiger, konzentrierter, aggressiver als im Hinspiel. Die Tür zum Halbfinale öffnete sich unmittelbar nach der Halbzeitpause, als durch Leon Goretzka und Guido Burgstaller der Doppelschlag gelang. Als Ajax später sogar noch in Unterzahl spielen musste, schien nicht nur das Momentum auf Schalker Seite. Es ging in die Verlängerung, und Schalke traf, jubelte, schaffte wirklich die Wende. Die neuen Eurofighter-Shirts gingen wahrscheinlich schon in den Druck.

Doch Ajax, bis zum 1:0 quicklebendig, war doch nicht so mausetot wie alle dachten. Und sie hatten Glück, als Schalke entscheidend dabei mithalf, dass den Gästen der so wichtig Auswärtstreffer gelang. Noch war alles möglich, 10 Minuten auf der Uhr, nur ein Tor fehlte. Nein, es fiel nicht mehr, stattdessen traf Amsterdam erneut, zog – in Summe verdient – in die Runde der letzten Vier ein. Doch es hätte so wunderbar gepasst zu diesem Fußballabend, an dem alle Skeptiker und Mathegenies Lügen gestraft wurden.

Weil ein 0:2 in 90 – oder 120 – Minuten natürlich noch aufholbar ist. Weil manchmal wenige Minuten reichen, um ein ganzes Duell auf den Kopf zu stellen. Weil aber auch nur ein Fehler dazu führen kann, dass Schalke am Ende doch nur der Halbfinalist der Herzen ist.

Es geht um Europa, wieder einmal

Wer das wirklich Gute sehen möchte, sollte noch einmal zurückdenken an die Szenen nach dem Abpfiff; als Fans und Mannschaft wieder einen Schritt aufeinander zugegangen sind, als deutlich wurde, dass sie ein gemeinsames Gefühl eint. So unwichtig ist das nämlich gar nicht.

Denn dass es nicht leicht sein wird, die Gedanken an diese Niederlage schnell auszublenden, war in der Nacht deutlich zu spüren. Trainer, Spieler – sie alle deuteten an, Zeit zu brauchen, dieses dramatische Spiel zu verarbeiten. Zeit, die Schalke 04 eigentlich nicht hat, weil in der Liga wichtige und schwere Aufgaben warten, weil der Endspurt in der Bundesliga wegweisend ist. Es geht um Europa, wieder einmal.

 


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