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Ein Rückblick
Happy Birthday, UGE! 15 Jahre Ultras Gelsenkirchen

(Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Seit Anfang 2002 existieren die Ultras Gelsenkirchen. Als UGE sind sie im Stadion und auswärts nicht zu überhören und auch nicht zu übersehen. Susanne Hein-Reipen fasst Geschichte und Geschichten, aber auch die Kritik zusammen...

Anfang Januar 2002 gründete ein gutes Dutzend Schalker Fans die Ultras Gelsenkirchen, kurz UGE genannt. Rund ein halbes Jahr nach dem Umzug in die Veltins-Arena befand sich die Nordkurve ohnehin im Umbruch, die alten Mechanismen und Rituale aus dem legendären Block 5 des Parkstadions funktionierten in der „Donnerhalle“ nur sehr bedingt. In dieser Situation gelang es der neuen Gruppierung relativ schnell, Fuß zu fassen und die Führung des Supports in der Kurve zu übernehmen.

Die bedingungslose Unterstützung der eigenen Mannschaft sowohl durch Gesänge als auch optische Elemente wie Schals, Banner, Block- und Schwenkfahnen und Pyrotechnik ist charakteristisch für die ursprünglich aus Italien stammende Ultra-Bewegung, die sich in den 1980er Jahren auch in anderen Ländern Europas auszubreiten begann. Bezeichnungen wie „Capo“ für den „Vorsänger“ oder „Tifo-Material“ weisen bis heute auf die Anfänge im italienischen Fußball der 1950er und 1960 Jahre hin.

Ein gemeinsames Merkmal nahezu aller Ultragruppen ist zudem eine sehr kritisch-ablehnende Haltung gegenüber Polizeieinsätzen und restriktiven Maßnahmen bei Fußballspielen, ansonsten gibt es zahlreiche Unterschiede in den weiteren Aktivitäten der Gruppen, hinsichtlich politischer Betätigungen und Einstellungen und nicht zuletzt der Akzeptanz von Gewalt.

Die Ultras Gelsenkirchen halten sich bedeckt, was ihre innere Organisation und Struktur angeht; weder die genaue Mitgliederzahl – in Gelsenkirchen kursiert die Zahl 800 – noch Einzelheiten der angeblich zweijährigen „Probezeit“ bis zum Vollmitglied sind bekannt. Nicht bestätigt wurde auch, ob Manuel Neuer wirklich Mitglied bei den UGE war. Umso sichtbarer ist ihr Wirken im Stadion: Die von den UGE erstellten Choreographien lösen regelmäßig Begeisterung aus und setzen Maßstäbe. So wurde in ganz Europa anerkennend über die Video-Choreo „Schalker Geschichte“ berichtet, bei der im Dezember 2015 „klassische“ Choreo-Elemente mit einem eigens gedrehten Film über die wichtigsten Eckpunkte der Vereinsgeschichte verbunden wurden.

Die Choreo wurde von Fanzeit-Lesern mit riesigem Abstand zur besten Choreographie des Jahres 2015 gewählt; dasselbe gelang der „Schalker Helden“-Inszenierung im September 2016. Auch die Choreographien „Fußball ist unser Leben“, „Blau und Weiß wie lieb ich Dich“, „Kumpel- und Malocherclub“ oder „Die ganze Stadt steht hinter Dir“ und viele mehr sind unvergessen. So viel Einsatz wird auch von Schalkern, die ihnen sonst kritisch gegenüberstehen, honoriert: Bei einer Sammlung für die zum 20jährigen Jubiläum der Eurofighter geplante Choreographie durfte sich die UGE unlängst über 26.910 Euro an Spenden freuen.

Unüberhörbar - aber manchmal Kritik am Support

Zu überhören sind die Ultras in der Arena oder auswärts ebenfalls nicht: Nicht nur dank der eingesetzten Megaphone haben sie die akustische Lufthoheit. Die UGE zeichnet auch für viele kreative Kurvengesänge wie beispielsweise den „Mythos vom Schalker Markt“, „Kohle unter unseren Füßen“ und „Schalke, ich bin für Dich geboren“ verantwortlich. Die von ihnen in Eigenregie aufgelegte kleine Fibel „Lieder der Kurve“ war blitzschnell vergriffen.

Ganz unumstritten ist diese Koordination der Anfeuerung indes nicht: „Viel zu spielunabhängig“ oder „der hüpfende Kindergarten übertönt alle anderen Ansätze“ lauten zwei der Vorwürfe. Was allerdings passiert, wenn die UGE einen Stimmungsboykott ausruft oder bestimmten Spielen wie der Saisoneröffnung als Protest gegen ihrer Meinung nach übergroße Kommerzialisierung komplett fernbleibt, konnten die übrigen Besucher bereits mehrfach eindrucksvoll hören bzw. nicht hören, zuletzt bei den „45 Minuten – heute haben wir nur eine Halbzeit Bock“ im Heimspiel gegen Paderborn im Mai 2015.

Auch in puncto „Zugehen auf andere Fans“ hat sich seit den Anfängen der Ultras Gelsenkirchen sehr viel getan. Mit dem Projekt „Vorwärts Nordkurve“ und mehreren „Stimmungsgipfeln“ wurde gezeigt, dass jeder die Mannschaft unterstützen kann. Insbesondere bei „Schalke international“ ist der von ihnen ausgerufene Treffpunkt der Nordkurve Gelsenkirchen regelmäßig der zentrale Anlaufpunkt für alle Schalker.

Die UGE arbeitet mit allen anderen großen königsblauen Fanorganisationen zusammen. Ob Supporters Club, Faninitiative oder Fanprojekt, bei der Plattform schalkermarkt.de, der Information von Infoveranstaltungen oder der Bestückung des Gelsenkirchener Weihnachtsmarkts zugunsten caritativer Zwecke ziehen die „Fanorgas“ auch außerhalb des „TraFO“ (Treffen der Fanorganisationen) in unterschiedlichen Kombinationen an einem gemeinsamen königsblauen Strang. Die Supporters ließen es sich denn auch nicht nehmen, den Ultras zum 15. Geburtstag 1.500 Euro in die Choreokasse zu stecken.

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