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Eindrücke aus Schalke vs. Wolfsburg
"Nie mehr, Julian Draxler… nie mehr, nie mehr…"

(Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Wohl selten ist die Rückkehr eines Spielers an seine frühere Wirkungsstätte so grandios in die Hose gegangen wie der erste Auftritt von Julian Draxler im Trikot des VfL Wolfsburg auf Schalke. Nicht nur, dass die Knappen einen auch in dieser Höhe verdienten und nie gefährdeten 3:0-Erfolg über den Konkurrenten landeten; Draxler selber bot trotz vollmundiger Ankündigungen der Vorwoche eine schwache und mutlose Leistung und bekam sowohl in der Arena als auch im Internet Hohn und Spott direkt kübelweise zu spüren...

Bereits beim Warmmachen schallten dem 36-Millionen-Einkauf der Niedersachsen neben gellenden Pfiffen auch wenig schmeichelhafte Vermutungen zu seiner Abstammung entgegen, verbunden mit der Aufforderung „alle auf die 10!“ Der so Gescholtene bemühte sich um unbewegte Miene zum bösen Spiel, doch von seiner vor der Partie zur Schau getragenen Coolness war wenig zu spüren. Er rechne mit dem Schlimmsten, aber da müsse man halt hart sein, hatte er in die Mikrofone diktiert. „So hart wie grüner Wackelpudding!“ kommentierte ein Schalker trocken. Auch die Versuche von Klaus Allofs und Dieter Hecking, einen „fairen Empfang“ für den Neu-Wolf zu beschwören, scheiterten. „Den nächsten Schritt hat der Julian laut Allofs mit dem Wechsel gemacht? Ok, auch ein Rückschritt ist ein Schritt!“

Auf dem Rasen boten beide Mannschaften eine offene Anfangsphase; die Königsblauen kamen dabei früh durch Choupo-Moting zur ersten Chance. Wolfsburg konterte mit Jung, gegen dessen Schuss Ralf Fährmann sein ganzes Können aufbieten musste, und einen Lattenschuss von Caligiuri. Ein Schüsschen von Draxler konnte Fährmann festhalten und – Spieleröffnungstraining  olé -  umgehend zu Junior Caicara, der den Vorzug vor Ex-Wolf Riether erhalten hatte, abwerfen. Dieser marschierte über den halben Platz und bediente Klaas-Jan Huntelaar, dessen Distanzschuss von Wölfe-Keeper Benaglio ins eigene Tor abgefälscht wurde. 1:0 für Schalke! Der zuletzt viel kritisierte Torschütze schrie seine Freude heraus; der ehemalige Mannschaftskollege nahm mit verkniffener Miene zum Wiederanstoß Platz.

Nach dem Führungstreffer dominierte Schalke den Rest der ersten Halbzeit fast nach Belieben und erzielten durch einen schönen direkt verwandelten Freistoß von Johannes Geis in der 35. Minute das 2:0. Der königsblaue Anhang wechselte zwischen Spottgesängen auf den zunehmend nervöser wirkenden Draxler und frenetischen Anfeuerungs-Wechselgesängen. Schalalalalala, Draxler hat die Hosen voll…

In der Pause gab es auf den Rängen nur zufriedene königsblaue Mienen, die ohnehin sehr ruhige Gästekurve versank in brütendem Schweigen. Zu Beginn der zweiten 45 Minuten wurden die Gäste dann etwas aktiver, ohne jedoch zu zwingenden Chancen zu kommen. Die Schalker Viererkette um Joel Matip stand sicher, davor lieferten Johannes Geis und Geburtstagskind Leon Goretzka eine starke Partie.

Etwas Unmut regte sich beim Schalker Anhang nur einmal, als Trainer André Breitenreiter in der 78. Minute Neuzugang Belhanda für Max Meyer aufs Spielfeld schickte, obwohl der kurz zuvor bereits minutenlang an der Seitenlinie behandelte Choupo-Moting sich kaum noch auf den Beinen halten konnte und sichtlich Schmerzen hatte. „Da würde meine blinde Schwiegermutter ja noch besser wechseln!“ tönte es aus Block O. Kurze Zeit später durfte sich der empörte Rufer bestätigt sehen: Breitenreiter hatte ein Einsehen und erlöste den Angeschlagenen. Für ihn kam mit Alessandro Schöpf auch der zweite  Wintertransfer aufs Feld. Der Ex-Nürnberger bedankte sich nur wenige Minuten später nach Vorarbeit des bienenfleißigen Caicara mit seinem ersten Bundesligatreffer zum 3:0 Endstand. Einhellige Meinung: Hochverdient - und manchmal kann Breitenreiter ja doch wechseln…

Nach dem Schlusspfiff dröhnte aus der Nordkurve „nie mehr, Julian Draxler, nie mehr, nie mehr…“. Dieser wurde indes auf dem Feld von den ehemaligen Mannschaftskameraden getröstet und schlich nach einem kurzen Abstecher vor die Gästekurve mit hängendem Kopf in die Kabine. Mitleid vom Gegner, Höchststrafe. „Jaja, der Druck und die Erwartungshaltung auf Schalke waren mal wieder zu schlimm für den Kleinen“ kommentierte ein älterer Schalker in Anspielung auf Draxlers Aussagen nach dem Wechsel schadenfroh.  „Schalke und Wolfsburg sind diese Saison auf Augenhöhe: Jeweils 3:3 Tore und 3:3 Punkte“, stellte ein Anderer fest, „nur Draxler hat das Kunststück von 0:6 fertiggebracht. Das nennt man wohl Arschkarte!“

Wenig geschickte Aussagen...

Auch die wenig geschickten Aussagen nach der Winterpause, mit denen Draxler seine unzureichende Fitness auf angeblich mangelnde Überwachung des Ein- und Auslaufens auf Schalke entschuldigen wollte, wurden spöttisch aufs Korn genommen: „3:0 – gar nicht übel für einen Verein, der nicht einmal Auslaufen kann“ und „wenn wir auslaufen würden, hätten wir 6:0 gewonnen“.

Außer der genüsslich zelebrierten königsblauen Schadenfreude blieben drei wichtige Punkte gegen einen unmittelbaren Konkurrenten um das internationale Geschäft und Platz 4 in der Tabelle. Nach dem zweiten durch eine geschlossene Mannschaftsleistung verdienten Sieg kehrt auf Schalke sportlich wieder etwas Ruhe ein. Die Negativserie des VfL Wolfsburg – sechste Niederlage auf Schalke in Folge und siebtes Spiel ohne Sieg – hingegen setzt sich fort. Und wenn Julian Draxler nicht bald die Kurve bekommt und „seine PS auf die Straße bringt“, statt über Druck und Schuld anderer zu lamentieren, hat Schalke mit der 36 Millionen-Ablöse das Geschäft seines Lebens gemacht.

Torschütze Alessandro Schöpf freute sich nach dem Spiel ein Wölfchen: „Ich habe zwar nur zehn Minuten gespielt, aber es war dennoch etwas Besonderes. So häufig habe ich ja noch nicht vor über 60.000 Zuschauern gespielt. Das war ein sehr schönes Gefühl. Das Tor war natürlich ein Riesenmoment für mich, das ist ja normal. Ich habe den Ball ganz gut getroffen. Danach war es einfach nur die pure Freude. Ich wusste gar nicht richtig, wo ich hinlaufen sollte. Aber viel wichtiger ist, dass wir eine richtig gute Leistung gezeigt und drei verdiente Punkte geholt haben. Wir haben mit Wolfsburg einen direkten Konkurrenten um die vorderen Platzierungen auf Abstand gehalten. Das macht den Sieg natürlich noch wertvoller.“

Stolz und Leidenschaft sind die Zauberworte…

 


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