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Mit Schalke bei PAOK Saloniki (1)
Königsblaue Postkarte: Farben tragen unerwünscht!

Flagge zeigen... (Foto: Hein-Reipen)
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„Oho, international, Schalke international“ ist unterwegs nach Saloniki, mittendrin wie (fast) immer Susanne Hein-Reipen. Auf ihrer ersten Postkarte berichtet sie von einem Upgrade per Bierbauch, dem Wunsch nach einer kurzfristigen Geschlechtsumwandlung und der Unbeliebtheit der Schalker Farben…

Liebe Schalker, liebe Mitleser,

wir sind wieder einmal ins Abenteuer aufgebrochen. Trotz der Brisanz aufgrund der hinlänglich bekannten Fahnen-Vorgeschichte möchten wir unsere Mannschaft auch beim Europaleague-Auftritt bei PAOK Saloniki unterstützen.

Schon beim Treffen am Flughafen wird deutlich, dass die Warnung der Schalker Fanabteilung in der Auswärtsinfo, man solle in Thessaloniki keinesfalls mit Schalker Fanutensilien rumlaufen, nicht ungehört verhallt ist: Die Outfits der Schalker im Flieger von Aegean Airlines nach Thessaloniki sind deutlich weniger königsblau als bei anderen Touren. Genauso klar wird aber auch: So ganz ohne Bekenntnis, ohne „Flagge zeigen blau und weiß“ reisen Schalker auch nicht gerne. Hier ein Wappen, dort ein Schal, da eine Anstecknadel: Schalker lieben halt ihren Verein und zeigen das auch – und angesichts ähnlicher Warnungen u. a. für Maribor und Lemberg, wo sich die Lage vor Ort dann als völlig relaxt herausstellte, sind viele der Meinung, soooo heiß werde der „Flaggenscheiß“ schon nicht gegessen…

Im Flugzeug stellt sich erst einmal heraus, dass griechische Sitzgurte mit Gelsenkirchener Wampen überfordert sind: Sie sind schlicht zu kurz, Gurtverlängerungen Fehlanzeige. Zwei entsprechend stattlich gebauten Schalkern trägt das ein kostenloses Upgrade in die Business Class ein, wo sie feixend das kostenlos angebotene Fix-Dosenbier genießen.  Es gilt die gute alte Ruhrpott-Regel „wer hat, der hat!“ Für die anderen gibt es beengtere Sitzverhältnisse und einen wunderschönen Blick auf die verschneiten Alpen. Beim Blick auf die Flugroute zeigen sich einige Schalker erstaunt, wie nahe Skopje und Thessaloniki beieinander liegen. Für die entsprechende Bemerkung gibt es einen bitterbösen Blick der ansonsten ausgesprochen freundlichen Stewardess.

In Saloniki verspüren die Damen der Truppe den Wunsch nach einer Toilette. Die ist auch schnell gefunden, hat aber ihre Tücken: In den ersten drei Kabinen sind normale Stand-WCs, in den anderen nur ein Loch im Boden. Eine genaue Beschreibung des umliegenden Bodens sei den Lesern erspart, nur so viel: Zielen ist nicht die Stärke vieler Geschlechtsgenossinnen. Am besten wäre jetzt schweben, aber keinesfalls sollten mehr als die Schuhsohlen mit den unzähligen Spritzern in Berührung kommen. Leichter gesagt als getan, wenn Frau u. a. mit Rucksack und Winterjacke bewaffnet und der Kleiderhaken abgebrochen ist…  Der dringende Wunsch, für 04 Minuten Kerl zu sein, wird nicht erhört, also mit einer Hand die Hose festgehalten, unter dem anderen Arm die Jacke, geht es in die perfekte Abfahrtsskihaltung. Jetzt noch mit heruntergelassener Hose zwei Schritt zurückwatscheln und.... puh. Wir sind uns einig: Auch wenn Männer das schwache Geschlecht sind, beim Pinkeln in freier Auswärtsfahrerwildbahn haben sie technische Vorteile!

Vor dem „Thessaloniki Macedonian Airport“ badet die Landschaft in der goldenen Nachmittagssonne, ein freundlicher Taxifahrer ist auch schnell gefunden. Noch während wir unser Gepäck verstauen, treten zwei Männer in Zivil ans Auto heran und stellen sich als griechische Polizeibeamte vor. Sie warnen ebenso freundlich wie nachdrücklich vor „wearing this scarfs in the City“, denn „many people don’t like the colours, it is very dangerous“. 

Wir machen uns so unsere Gedanken. Einerseits widerstrebt es uns nach wie vor, die vollkommen harmlosen Eurofighter-Schals abzulegen, andererseits muss man zu sechst in einer fremden Großstadt vielleicht auch nicht unbedingt die Helden spielen? Beim Aufbruch zum Abendessen sind die Schalker Symbole jedenfalls nahe vollständig verschwunden. Erstmal Lage checken und auf Verstärkung warten quasi.

Die Lage sieht dann so aus: Ohne Fußballfarben wird man als erkennbar deutsche Gruppe sehr freundlich und hilfsbereit behandelt, keine Spur von Ressentiments aufgrund der politischen Spannungen um Angela Merkels Griechenland-Politik. Das Essen ist superlecker und preiswert, das Mythos zwar nicht vom Schalker Markt, aber frisch aus dem Fass. Auffällig ist, dass in der ganzen Stadt kein einziger Hinweis auf PAOK zu sehen ist, kein Sticker, kein Schal, kein Autoaufkleber, keine Graffitti. Langsam beschleicht uns der Verdacht, dass „No Colours“ nicht nur für Schalker, sondern allgemein gilt, schließlich gibt es auch noch einige heftige Lokalrivalitäten.

Im Dunkeln sieht der berühmte Weiße Turm, am Donnerstag Treffpunkt der Schalker, eher grau aus, zudem ist es mittlerweile sehr frisch geworden. Mit einem Absacker im Bauch freuen wir uns auf weitere Erkundungen am Mittwoch. Fortsetzung folgt…

Mit königsblauen Grüßen

Susanne

 


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