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Mit Schalke bei PAOK Saloniki (4)
Königsblaue Postkarte: Tränengas vor der Schalke-Kurve, Blocksperre und Jubel

(Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)
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Saloniki – Sportlich war es eine klare Sache für den FC Schalke 04, aber rund um das Spiel bei PAOK Saloniki gab es zahlreiche Aufreger. Susanne Hein-Reipen berichtet unGEschminkt aus dem Gästeblock...

Liebe Schalker, liebe Mitleser,

der Blutdruck der rund 1.400 mitgereisten Schalke-Fans wird am Donnerstagabend auf einige harte Proben gestellt. Nach den stundenlangen Kontrollen mit gezielten Verzögerungen und kleineren und größeren Schikanen auf der vorgeschriebenen Busanreise ist auch im Stadion herzlich wenig von der sonstigen Gastfreundlichkeit der Griechen zu spüren. Neben einem gänzlich versifften Unisex-Toilettenbereich und Hundertschaften grimmig dreinblickender Polizisten und Ordner sorgt dabei vor allem ein riesiges Banner "Fucking Nazis getting off here" für Verdruss im Schalker Block. Ein ebenso überdimensionales Banner verkündet "Macedonia is one and only and it is here", dazu gibt es den "Stern von Vergina" auf griechisch-blauem statt rotem Untergrund und eine brennende mazedonische Fahne. Die Schalker Zaunfahnen hingegen sollen abgerissen werden, zumal die unteren Reihen ebenso wie die Nachbarblöcke freigehalten werden müssen. Dies führt dazu, dass die vordere Reihe über 90 Minuten unsere Fahnen hochhält. Zudem versperren ein Netz und massive Eisenspitzen den Weg Richtung Spielfeld, was das Abnehmen jeglichen Münzgeldes noch unverständlicher macht. Die großen UEFA-RESPECT-Aufsteller lösen bei den Schalkern nur noch bitteres Hohngelächter aus.

"Die machen wegen einer kleinen Fahne einen Höllenaufstand und beleidigen uns hier meterweise", "wenn wir RedBull wären, dann wäre das Geschrei über die Behandlung und Beleidigungen groß" oder "wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Felsbrocken schmeißen!" sind nur einige der Reaktionen. Andere versuchen es mit Galgenhumor: "Ey, ich fühle mich total provoziert. Marschiert da ein!" Nützt aber alles herzlich wenig, denn der Feuerwehrtankwagen mit dem Tränengas steht - Überraschung! - vor der Gästekurve. Alle Polizisten tragen neben Schild und Schlagstock Gasmasken vor der Brust, einige sind zusätzlich mit Feuerlöschern "bewaffnet". Zum Glück versucht sich in der frischen Nachtluft kein Schalker an Bengalos.

Was man neidlos anerkennen muss: Vor dem Spiel und in den ersten 15 Minuten ist der Support der PAOK-Fans "großes Kino". Die Wechselgesänge und Sprechchöre sind dröhnend laut und es macht wirklich das gesamte Stadion mit, auch die Haupttribüne. Auch die gigantische Choreofahne in den Vereinsfarben auf der Gegengerade sieht nicht schlecht aus.

Stark angefangen, stark nachgelassen. Nach einer Viertelstunde erlahmt der Schwung der "Hölle von Saloniki" drastisch. Trifft sich gut, denn mittlerweile haben wir unsere Fahnen gesichert, die Trommel ist in Position und es kann losgehen. "Schalke, nur Du alleine...", "Gelsenkirchen-Schalke-Neunzehnhundertvier, für Deine Farben leben und sterben wir..." und "wir kommen aus Gelsenkirchen, fahr'n mit blauweißen Fahnen durch das Land" machen den Gastgebern deutlich, dass mit uns zu rechnen ist.

Parallel dazu übernimmt auf dem Platz die königsblaue Elf nach der Anfangsoffensive der Gastgeber mit einem Lattentreffer von Natos und einigen Aktionen des quirligen Leovacs zunehmend das Kommando. Bis auf Meyer für den an einer Magen-Darm-Grippe laborierenden Bentaleb und Stammverteidiger Nastasic für Badstuber setzt Coach Markus Weinzierl auf die siegreiche Elf der letzten Spiele. Der erste Schuss auf den griechischen Kasten kommt von
Leon Goretzka (17.), der Führungstreffer vom immer stärker auftrumpfenden Guido Burgstaller: Nach einem Freistoß von Schöpf, der sich auf der rechten Außenbahn verbissen mit seinem Gegenspieler beharkt, kann Keeper Glykos einen Kopfball von Naldo nur abklatschen und der Ex-Nürnberger vollstreckt unhaltbar unter die Latte. Das erlösende 1:0 - im Gästeblock schreien wir uns den ganzen Frust der Hinfahrt von der Seele, die Heimfans sind plötzlich sehr leise.

Exzellente Gelegenheit für Gelsenkirchener Liedgut. "Wir schlugen Roda, wir schlugen Trabzon..." und "königsblaue Eurofighter sind Europas Spitzenreiter" ertönen lautstark, danach das Mantra "Vom Berger Feld da kommen wir, Ruhrpottkanaken aus dem Ruhrrevier...!" Auch auf dem Platz dominiert Schalke das Spiel klar, wenn auch ohne zwingende Offensivaktionen. Ralf Fährmann hat einen sehr geruhsamen Abend.

Mit der beliebten "Auswärtsfahrerhymne "Und so fahr'n wir mit der Mannschaft in die halbe Welt hinaus, nicht ganz nüchtern, aber standhaft, singt man auswärts und zuhaus..." und der 1:0-Führung geht es in die Pause. Keiner mag uns hier? Sch... ön egal!

Das Cateringangebot ist mager - Softdrinks und dünn belegte Sandwiches -, die Laune trotzdem gut. Weinzierl tauscht derweil den stark gelbrot-gefährdeten Schöpf gegen Kehrer, der spanische Schiedsrichter wirft binnen zehn Minuten mit vier gelben Karten um sich, so dass alleine drei PAOK-Spieler beim Rückspiel zugucken dürfen.

Auf den Rängen sind die zwischenzeitlich verschwundenen Nazis- und Macedonia-Banner mittlerweile in die Fankurve gewandert. Nicht wenige Schalker träumen mittlerweile von tausenden mazedonischen Sonnen beim Rückspiel, provozieren lässt sich trotzdem keiner. Stattdessen tauchen erstaunlich viele Eurofighterschals unter Jacken auf und werden stolz nach oben gereckt. "Schalke Null-Vier... für jetzt und alle Zeit... was auch immer passiert..."

Danach gibt es eine Seltenheit zu bestaunen: Meyer, der mit Abstand kleinste Spieler im Schalker Kader und bis dahin ein wenig fahrig wirkend, trifft per Kopf! Vorausgegangen war - auch nicht gerade alltäglich - eine prima Flanke von Kapitän Höwedes, dessen natürlicher Lebensraum sonst eher die eigene Hälfte ist. Jetzt haben wir alle das gute Gefühl, dass hier nix mehr anbrennt und schicken ein "freundliches" Auf Wiedersehn! in Richtung der Heimfans. Doch es kommt noch besser, der für Burgstaller eingewechselte Joker Huntelaar macht das 3:0. Kommt, eins GEht noch...

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