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Der Fanbericht zu Schalke - Hertha
Leon und Guido, wir woll’n ein Kind von Euch!

(Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Schalke bleibt sich treu. Einmal schauen alle pikiert weg... und dann kommt wieder so ein Tag wie gegen Hertha. Schalke, die Diva, oder? Susanne Hein-Reipen war mittendrin im königsblauen Freudentaumel. Ihr Bericht...

Der FC Schalke 04 machte beim verdienten 2:0-Heimsieg gegen Hertha BSC seinem Ruf als vollkommen unberechenbarer und leicht irrer Club wieder einmal alle Ehre: Nur zwei Wochen nach der indiskutablen Leistung gegen Frankfurt rissen die Königsblauen ihre 61.981 Fans vor Begeisterung von den Sitzen. Mehrfache „Standing Ovations“ und ein lautstarkes „Schalke ist der geilste Club der Welt“ waren der Lohn.

Vor dem Spiel erleben einige Dauerkartenbesitzer einen Schreck, leuchtet doch an den Einlasskontrollen rot „Karte gesperrt!“ auf. Die Jungs am Ticketschalter können jedoch ausgesprochen freundlich und schnell Abhilfe schaffen: Offenbar ein Softwarefehler, mutmaßlich durch die Umstellung auf die aufgrund der Verkäuferprovision von 15 % nicht ganz unumstrittene neue Ticketbörse. Mit Ersatztickets und einem kräftigen Glückauf kommen alle rechtzeitig in den Tempel. Im Fanshop gibt es ein neues Kapitel aus der Serie „watt es nich‘ alles gibt“: Essbare Kohle.

Ebenfalls etwas skeptisch wird der neu verlegte Rasen beäugt. Die deutlich sichtbaren Ansätze der Rollbahnen erinnern viele Schalker ein wenig an Laminat; das frische Grün erweist sich aber als weitaus spieltauglicher als das alte. Topthema beim Vor-Spiel-Getränk: Die unerwartete Niederlage der lieben Nachbarn in Darmstadt. Hohn und Spott kiloweise.

Zum Steigerlied verlöschen die Lichter, eine Hommage an die Kumpel unter Tage, die auch durch Wiederholung nicht ihren Gänsehauteffekt verliert. Ebenso inbrünstig wird „Blau und und Weiß, wie lieb ich Dich“ zum Einlaufen der Mannschaften geschmettert. Bis auf Nastasic, für den Badstuber seine Arena-Startelf-Premiere feiert, setzt Markus Weinzierl auf die Siegerelf von Sandhausen.

Die Nordkurve geht vom Anpfiff an schwungvoll und lautstark zur Sache. „Lalalalala, singen FC Schalke“ und „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“ bringen sofort die akustische Lufthoheit, zumal die Gästekurve bis dahin nur körperlich anwesend ist. Als sie sich nach einigen Minuten zaghaft an „Auf geht’s, Hertha“ versucht, dröhnt es in vielfacher Lautstärke „Schalke, für Deine Farben leben und sterben wir!“ zurück. Weil die Südkurve ein wenig begriffsstutzig ist, muss der Oberrang zum „Vorwärts Schalke, kämpfen und siegen“-Wechselgesang ran.

Auch auf dem Platz hat Schalke von Beginn an das Heft in der Hand, die Abwehr der Herthaner steht jedoch zunächst sicher. Kalou semmelt freistehend vor Fährmann einmal über den Kasten (13.), im Gegenzug knallt Leon Goretzka das Leder mit Karacho an den Pfosten (15). Hallo wach! In Block M seufzt ein älterer Herr verzückt, „der Goretzka ist sackstark! Wenn der jetzt noch treffen würde…!“ Zunächst sieht es aber nicht danach aus: Einige Minuten später pariert Jarstein eine „Hundertprozentige“ der königsblauen Nummer 8, deren Chancenverwertung in den letzten Spielen schon für einiges Haareraufen beim Anhang sorgte.

Schalke wird zunehmend mutiger, die Nordkurve lauter. „Wir kommen aus Gelsenkirchen, fahr’n mit blauweißen Fahnen durch das Land“ und „Olé FC Schalke“ untermalen zwei Einschussmöglichkeiten des unermüdlich rackernden Guido Burgstallers (34./37.). Im dritten Anlauf klingelt es dann ENDLICH im Tor der Gäste: Nach einem absoluten Heber-Traumpass von Nabil Bentaleb nimmt er den Ball mit der Brust mit und vollendet per Rechtsschuss aus spitzem Winkel ins rechte untere Toreck (41.).  JAAAAAAAAAAAAA! Die Arena steht Kopf – war das der lang ersehnte und verdiente „Dosenöffner“?

Ob ich erlahme und ergrau, ich liebe Königsblau!

In bester Laune intoniert die Kurve sämtliche Strophen von Oppa Pritschikowski: Ob ich erlahme und ergrau, ich liebe Königsblau!

Bis zur Pause passiert auf dem Platz nicht mehr viel; nur Vedad Ibisevic entzürnt die Schalker Gemüter durch Fallsucht und fortgesetztes Lamentieren. Als er sich wieder einmal oscarreif für die beste Darstellung des sterbenden Schwans bewirbt, legt die Nordkurve den humorvollen Trend zu #faireGesänge zu den Akten: „Steh auf du S**“ und „Hertha-Schw****“ zeigen, dass diese Art Fußball in Gelsenkirchen nicht sehr geschätzt wird.

Mit deutlichem Applaus geht es in die Pause; der Unterschied zu den beiden vorangegangenen Heimspielen könnte nicht größer sein. In der Böklunder Fanbox glänzen ein paar Dreikäsehochs mit einer ausgesprochen niedlichen Darbietung von „Wir sind Schalker, asoziale Schalker…“; bei „Fanbelange aktuell“ plaudert Fanbetreuer Kirsche über verstärkte Angebote für Fans Ü 60 und die gemeinsam mit dem Fanprojekt auf der Schalker Meile initiierte Tauschbörse für königsblaue Paninibilder. Am kommenden Montag ab 19.04 Uhr sind zudem alle Schalker herzlich eingeladen, an der Vorstellung der Studie zur Fanbetreuung auf Schalke mit anschließender Podiumsdiskussion u. a. mit Kirsche und Vorstand Peter Peters teilzunehmen.  Kirsche weist nachdrücklich auf die Auswärtsinfo für Saloniki hin und bittet die Auswärtsfahrer dringend, ab dem „Weißen Turm“ die Shuttlebusse zu benutzen. Für Karten für das Pokalviertelfinale in München kann bis Sonntagabend eine Anfrage gestellt werden, außerdem sind noch Restkarten für das Spiel in Köln verfügbar. Und: Quasi druckfrisch kommt die Meldung rein, dass Max Meyer zum „Sportler des Jahres 2016 in Gelsenkirchen“ gekürt wurde. Herzlichen Glückwunsch!

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