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Der oh-meine-Nerven-Spielbericht
Nach Trottelviertelstunde kämpft Schalke 04 den FC Augsburg nieder

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Erst rührt Augsburg Beton an, dann sieht Schalke bereits wie der souveräne Sieger aus und am Ende wird es noch einmal verdammt spannend: Der FC Schalke 04 besiegt den FC Augsburg mit 3:2 (1:0) und erobert den zweiten Tabellenplatz zurück. Susanne Hein-Reipen über ein kurioses Spiel mit königsblauem Happy-End.

Wenn jemand praktisch erfahren möchte, wieso das Ruhrgebiet ein europäisches Ballungszentrum ist, muss er nur zu einem Schalker Abendspiel unter der Woche mit dem Auto anreisen: Ob A 2, A 3, A 40, A42, A 43 oder die Schleichwege nach Gelsenkirchen, es ballt sich kräftig, Staus überall. Das fiese nasskalte Wetter macht es nicht besser.

Anstoßzeiten fangerecht gestalten!

An der Arena angelangt, peitscht der Wind den Regen fast waagerecht über die Parkplätze, in mancher Pfütze in den reichlich vorhandenen Schlaglöchern hätte ein Kreuzfahrtschiff Platz. Dafür sind trotz des 13.12. („heute schon den Kalender verprügelt?“) fast keine Polizisten zu sehen.

Im Tempel angekommen, wird klar, warum die Staatsmacht gefahrlos auf große Präsenz verzichten kann: Nicht nur, dass sich Schalker und Augsburger nach mehreren „Augsburg Calling“ und Recall-Aktionen durchaus freundlich gegenüberstehen; nur ganze 151 handgezählte Augsburger haben es nach Gelsenkirchen geschafft. Für die tapferen Auswärtsfahrer und ihr vorne im Block befestigtes Banner „Anstoßzeiten fangerecht gestalten!“ gibt es anerkennenden Applaus der insgesamt 59.215 Zuschauer. Lieber DFB, wolltet Ihr nicht eigentlich in englischen Wochen die Fans nicht quer durch die Republik jagen?

Und wir werden immer mehr!

Im Vorprogramm gibt es neben einer von zwei charmanten russischen Botinnen überbrachten Spende von Hauptsponsor gazprom an Schalke hilft! und Maskottchen Erwin im königsblauen Weihnachtsoutfit – „so einen chicen Bademantel hatte mein Oppa auch! -  etwas zu feiern: Aufsichtsratschef Clemens Tönnies kann dem 150.000 Vereinsmitglied einen überdimensionalen Mitgliedsausweis überreichen. Und wir werden immer mehr! Wie ist eigentlich der aktuelle Stand bei der KGaA aus der Nähe von Lüdenscheid-Nord…?

Stadionsprecher Dirk beschwört die gute Heimbilanz gegen die Fuggerstädter, in sechs Begegnungen gab es fünf königsblaue Heimsiege und ein Remis. Konstantinos Stafylidis, beim Schalker Anhang seit seines brutalen Fouls gegen Breel Embolo absolute persona non grata, fehlt verletzt; sein „Opfer“ sitzt zu Beginn nur auf der Bank. Dafür steht mit Philipp Max ein „Schalker Jung“ in Rot-Weiß auf dem Platz.

Auf geht’s Blau-Weiß…!

Selbst nach der 104. Wiederholung immer noch ein Gänsehautmoment ist das Steigerlied in der abgedunkelten Arena. Einfach Geil! Danach wird ebenso inbrünstig das Vereinslied „Blau und Weiß, wie lieb‘ ich Dich!“ hinausgeschmettert.

Beim Einlauf der Mannschaften hält die Nordkurve ein Transparent mit der Aufschrift „Ruhe in Frieden kleine Lina“ hoch. Die Siebenjährige, Tochter eines Fahnenschwenkers beim 1. FC Nürnberg, war am Vortag leider ihrer so tapfer bekämpften schweren Krebserkrankung erlegen. Ein schönes neues Ritual ist hingegen ein kurzes Klatschen der Mannschaft in Richtung ihrer Fans vor dem Spiel.

Etwas zähe erste Halbzeit

Die Nordkurve ölt vom Anpfiff an die Stimmen mit „Auf geht‘s Schalke, kämpfen und siegen“ und „Eine Stadt erstrahlt in blau“. In der 04. Minute dann die erste Großchance, als McKennie nach schöner Vorarbeit von Burgstaller den Ball nicht ganz richtig trifft. Schade! Aber auch auf der Gegenseite gibt es Gefahr durch einen tückischen Freistoß von Gregoritsch.

Wer jetzt auf ein mitreißendes Spiel zweier tabellarisch gut platzierter Mannschaften gehofft hatte, wird jedoch zunächst enttäuscht: Die Gäste rühren mit gefühlt elf Mann – tatsächlich ist es eine Fünferkette – massiven Beton an, Schalker rennt mäßig erfolgreich dagegen an. Und so bleibt über weite Strecken des ersten Durchgangs der unermüdliche Support aus der Nordkurve das Highlight. „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“, „Geh‘n mit Dir auf jede Reise“ und eine kräftige Attacke!!! beleben das Geschehen auf dem Platz jedoch nicht.

Macht sie alle, schießt sie aus der Halle!

Kräftigen Applaus hingegen erntet der Ex-Schalker Kevin Kuranyi, den Schalke TV-Moderator Jörg Seveneick als Co-Moderator begrüßen kann. Das Liedgut wechselt derweil vom Wechselgesang zwischen Nord- und Südkurve über „Schalke, ich bin für dich geboren“ und  „Schalke, nur Du alleine bist meine Liebe...“ zu der unmissverständlichen Aufforderung „Macht sie alle, schießt sie aus der Halle!“ Schalke Null-Vier… für jetzt und alle Zeit… was auch immer passiert, wir lieben Dich sowieso… bis in die Ewigkeit!

Für leises Gemurre auf den Rängen sorgt in dieser Phase vor allem Franco di Santo, dessen ständige Aufstellung vielen Fans Rätsel und blumige Verschwörungstheorien aufgibt. Doch genau der sorgt nach bildschöner Vorarbeit von Amine Harit quasi mit dem Pausenpfiff per Hackentrick für die Schalker 1:0-Führung. Sein 21. Treffer im 100. Bundesligaspiel, vielleicht doch ganz gut, dass Domenico Tedesco aufstellt und kein Fan-Volksentscheid…

Die Glühwein-Fanbox

Die Führung zu diesem strategisch wichtigen Zeitpunkt kommt zwar etwas unerwartet, wird aber gerne genommen und hebt die Stimmung für die Pause deutlich. Allgemeiner Tenor am Bier- und Glühweinstand: „Datt war püschologisch ganz wichtig!“

Apropos Glühwein: Auch diverse Akteure in der eigentlich einem Würstchenhersteller gewidmeten Fanbox scheinen ein oder zwei Tassen zu viel erwischt zu haben, anders sind Reime der Marke „3 Punkte heute das wäre ein Traum, wie ein königsblauer Weihnachtsbaum“ kaum zu erklären. Reim Dich oder ich fress‘ Dich!

Deutlich seriöser kommt Kirsche für die Abteilung Fanbelange rüber. Neben einer Vorschau auf das Wintertrainingslager in Benidorm kann er über diverse Aktionen rund um Schalke hilft (u. a. Besuch der Profis in mehreren Kinderkliniken und den Weihnachtsmarktstand der UGE) und die königsblaue Beteiligung an einem UNHCR-Programm für die Ausbildung von Jugendfußballtrainern im Libanon berichten. Und er tippt, „wir machen noch einen!“

 


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31. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3184:226278
2Schalke 043149:351456
3Dortmund3161:412054
4Bayer 043155:411451

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