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Kommentar
Schalke hat Aufholbedarf im Sport, nicht in der Satzung

(Foto: Schulte)
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Gelsenkirchen – Schalke diskutiert über den künftigen Wahlausschuss... doch das ist ja nur die eine Seite. Denn da stehen ja auch noch (oder schon) Kandidaten in den Startlöchern. Stefan Sablotny schaut auch da genauer hin. Im zweiten Teil seiner ironisch-kritischen Analyse.

Teil 1: SPAM oder: Schalker Panik als Mail

Der Gehirnmuskelkater vom Durchdenken des Satzungsänderungsantrag zum Wahlausschuss hat Spuren hinterlassen, einige grauen Zellen haben vor Schreck den Lemming gemacht und sich die Kleinhirnrinde runtergestürzt. Doch wie einst in der Verlängerung gegen CD Teneriffa heißt es: Zähne zusammenbeißen und „Lest weiter, wenn Ihr Schalker seid“ bölken.

Der Satzungsänderungsantrag zum Wahlausschuss hat jetzt erstmal die Bühne verlassen, was tritt nun im Schalker Schmierenstadl auf?

Dazu hat sich der Think-Tank des Vereinsadels natürlich auch Gedanken gemacht und sich je nach Abstimmungsergebnis der Satzungsänderung eine Hintertür oder Sahnehaube ausgedacht. Ist vielleicht so gelaufen:

„Allet gut und schön. Aber wenn dat mit der Satzung wirklich nich durchgeht? Der Chef wird dann wieder stinkig und foltert uns mit der Arenawurst. Wat is denn mit nem Hintertürchen?“

„Pass auf, ich bin da fett wat am Planen dran: Wenn du wat von außen nicht einnehmen kannst, dann musste nach drinnen rein. Wussten schon die alten Trojaner!“

„Die mit die Viren?“

„Quatsch. Kandidaten für den Wahlausschuss. Wir können da doch nicht mehr diese Proletarier drin lassen am sein tun. Ich kenne da so ein paar Leute! Lass uns mal mit denen reden!“

Ja, der Blick auf die Kandidatenliste zur Wahl des Wahlausschusses ist wahrlich interessant. Neben den aktuellen Amtsinhabern und Gesichtern aus der Fanszene tauchen dort auf dem ersten Blick Personen mit durchaus interessanter, teilweise exponierter, beruflicher Vita auf. Der zweite Blick offenbart jedoch etwas anderes. La Ola, La Ola, La Ola oder ähnlich sagen die Franzosen zu einer Konstellation als Ausdruck der Verwunderung.

Ich finde es nämlich interessant, wer plötzlich in den Wahlausschuss strebt. Fast alle Mitglieder in all den Jahren (nicht nur aktuell) kannte man. Von Heimspielen. Hat sie auswärts getroffen. Oder man konnte sie mit Schalke in Verbindung bringen. Haben sich im Vereinsleben engagiert. Es waren bei aller Kritik ob damals oder heute Leute aus den Fanreihen, klassische Schalker. Eine akzeptable Sache. Repräsentiert der Wahlausschuss doch die Mitglieder.

Geballte Managementriege

Und jetzt stellt sich urplötzlich eine geballte Managementriege aus einem identischen oder nahen Wirtschafts- und Society-Netzwerk für den Wahlausschuss zur Verfügung. Zumindest für die Kandidaten Basdorf, Blanck, Nadolny, Reeder, Schipper, Seidl reicht ein wenig Beobachtungsgabe und Recherche, dass durchaus interessenkonfliktreiche Verquickungen mit Verein und Amtsinhabern bestehen oder dem Gschmäckle, dass sich die genannten Personen untereinander gut kennen und teilweise durchaus im guten Verhältnis zu Amtsinhabern der verschiedenen Vereinsorgane stehen. Sei es durch Vortragsveranstaltungen, Rotarier-Events oder einfach bei Pils und Currywurst im La Ola-Club.

Natürlich ist schwer zu beurteilen, ob nicht löbliche Eigenmotivation der Ursprung der Bewerbung war. Vielleicht ist ja urplötzlich der heilige Sankt Yves in eigenrauchschwangerer Luft diesen Kandidaten im Traum erschienen und die große Liebe zur basisnahen Vereinspolitik ist entstanden.

Leider liegt in der Erfahrungsschatzkiste mit den Schalker Verantwortlichen weiterhin die dicken Klunker des Misstrauens. Etwas, was sich die Würdenträger des S04 mit ihrem Verhalten aus einer Mischung von Frechheit, Kaltschnäuzigkeit, Dummheit und mangelndem Gespür zum Thema Mitgliederrechte hart verdient haben. Auch eine Art Leistung.

Der Verdacht kommt daher logischerweise auf, dass dieser Personenkreis bewusst angesprochen, kontaktiert, ermutigt oder hingewiesen wurde, eine Bewerbung für den Wahlausschuss einzureichen.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird das Argument der Kompetenzsteigerung und Professionalisierung den Mitgliedern vor die Füße erbrochen werden. Klingt auch mit Blick auf diese Persönlichkeiten logisch.

Im Prinzip soll jedoch mit diesen Kandidaten im Wahlausschuss eine Synergie hergestellt werden, die mittlerweile so oft in der Wirtschaft und Politik anzutreffen ist: Man bleibt gerne unter sich. Führende Wirtschaftsköpfe aus der "Szene" kungeln sämtliche Posten untereinander aus, drücken sich gegenseitig den Gefälligkeits-mir-Daumen in diesem geschlossenen sozialen Netzwerk. Der Pöbel kann dabei staunend von draußen zuschauen. Das hat nichts mit Kompetenz zu tun, die dann in den Wahlausschuss einzieht. Sondern reine Politik. Mehr nicht. Mit der gleichen Intention des Satzungsänderungsantrags: Kontrolle erhalten.

Das zusätzlich Prof. Dr. Eva-Maria Lewkowicz, die weiterhin freundschaftlich verbundene Ex-Frau des Schalker Vorstandsmitgliedes Peter Peters zum wiederholten Male in ein Organ strebt, das Kandidaten auswählt, deren Aufgabe es ist, auch eben dieses Vorstandsmitglied zu kontrollieren, kommt fast schon als Randnotiz daher. Böse Zungen behaupten Randnotiz deswegen, weil Frau Lewkowicz eine Wahlrede halten muss. Trotzdem: Maximal jemand, der Compliance mit Kompliment übersetzt, hält diese Konstellation nicht zumindest für leicht muffig.

Die Mitglieder sollten sich also genau anschauen, wer dort plötzlich ins Rampenlicht drängt und sich nicht von sicherlich geschickt gewählten Worten blenden lassen, um Stimmen zu fangen. Diesmal sind die Kanditaten mit Nähe zu Verantwortlichen keine Amateure und wahrscheinlich äußerst geschickt in ihren Reden. Quasi ein „Gegen Dortmund ham wa uns früher nich ma umgezogen“ im Gewand diverser edler Rhetorikseminare für führungskräftige Manager. In Fachkreisen auch „Wie binde ich inhaltliche Grützwurst in einhorniges Verbalgeschenkpapier?“-Schulungen genannt. Am "Authent-Tisch" kann nur trotz größter Verkleidungskünste nicht jeder sitzen.

Es ist also erneut für ausreichend Motz-Potenzial für die diesjährige Schalker Mitgliederversammlung gesorgt. Mit Blick auf die behandelten strittigen Punkte stellt sich allerdings die Frage, ob die Verantwortlichen nicht selbst dafür verantwortlich sind. Neben dem zusätzlichen Faktor der schwachen sportlichen Entwicklung.

Und sind wir mal ehrlich:

Ich glaube nicht, dass ein Profispieler über den Ball tritt, dass ein Christian Heidel Transferflops tätigt, dass kein Spielsystem außerhalb von Rückpässen erkennbar ist, dass Sponsoren mit den Zähnen knirschen, nur weil die Vereinsmitglieder mit Recht Ihre Stimme erheben.

Dafür gibt es andere Gründe, auch wenn den Vereinsmitgliedern gerne der Roman „Von Totengräbern und Sündenböcken“ aufgetischt wird.

Vielleicht sollte einfach mal damit aufgehört werden, die Mitglieder Jahr für Jahr aufs Neue zu verärgern und die Energie, den Enthusiasmus und die Kreativität, mit der dies versucht wird, doch besser in das Kerngeschäft verlagert werden: den Fußball.

Denn da gibt es reichlich Aufholbedarf. Nicht in unserer Vereinsstruktur.

Glückauf!

 

Teil 1: SPAM oder: Schalker Panik als Mail

 


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13. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern1230:82229
2Schalke 041216:10623
3RB Leipzig1220:15523
4M'gladbach1221:21021

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