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Susanne Hein-Reipen kommentiert
Die Schalke-Kolumne 210: 11 Sätze, die ich auf Schalke nicht mehr hören will

Sprüche, Floskeln und Versprecher gehören zum Fußball wie Bier und Bratwurst. Highlights wie Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien!, Zuerst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech hinzu oder Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert dürfen in keiner Sprüchesammlung fehlen und werden wohl auch in 50 Jahren noch gerne zitiert. Susanne Hein-Reipen hat ihre persönliche No-Go-Liste verfasst...

Doch daneben gibt es leider auch Floskeln, bei denen selbst das Phrasenschwein vor Verzweiflung laut quiekend freiwillig zum Schlachter laufen möchte. Und nicht erst seit dieser Saison beschleicht mich das Gefühl, dass wir Schalker uns diese verbalen Zumutungen besonders oft anhören müssen.
Meine persönliche Elf des Grauens der No-Go-Sätze:

1. "Wenn Bayern schwächelt, müssen wir da sein!" Nur Deppen werfen den Bumerang absichtlich so, dass er ihnen absehbar voll an die Rübe knallt.

2. "Wir müssen ihn behutsam aufbauen" als einzige "Begründung", hochtalentierte junge Spieler trotz guter Leistungen zugunsten teurer Traber wie Neustädter oder Boateng aus der Mannschaft zu nehmen.

3. Alle Sätze unseres Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies, die mit "ich" beginnen und zwischen den Zeilen mit "bin der Verein" enden: Ich habe den Trainer entlassen, ich habe Horst eine SMS geschickt, ich habe ihn emotional aufgeladen, ich habe die Kabinenansprache gehalten… Der FC Schalke 04 ist weder eine Monarchie noch eine One-Man-Show!

4. Alle Sätze unseres Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies, die in eine Fernsehkamera gesprochen werden. Der Aufsichtsrat ist ein Kontrollorgan und nicht Vorstand, Manager, Trainer und Pressesprecher in einem!

5. "Wir werden die Situation knallhart analysieren", wenn danach wahlweise mit Wattebäuschen geworfen oder ein Bauernopfer suspendiert wird.

6. "Das wird ein ungeheuer schweres Spiel" insbesondere vor Heimspielen gegen Abstiegskandidaten. Respekt ja, die eigene Mannschaft unnötig schwach reden nein.

7. "Wir müssen mit einem Punkt zufrieden sein" nach Heimspielen gegen Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen. Müssen wir nicht, man darf auch einmal laut aussprechen, dass das Gebotene schlicht zu wenig war.

8. "Es gibt keine Ausreden mehr", "die Mannschaft steht jetzt in der Pflicht" oder "jeder muss sein Bestes geben/sich hinterfragen" und vergleichbare Platitüden. Einsatz und die Pflicht, das Beste zu versuchen, sollten (nicht nur) für höchstbezahlte Kicker selbstverständlich und keine immer wieder überraschende Erkenntnis sein!

9. "Wir hatten heute keinen Biss", "der letzte Einsatz hat gefehlt", "die taktische Disziplin war gleich Null, die Leidenschaft war gleich Null", wenn diese Selbsterkenntnisse reine Lippenbekenntnisse des Kapitäns in den sozialen Netzwerken bleiben und bei den nächsten Auftritten keinerlei Besserung erkennbar ist.

10. "Ich übernehme die Verantwortung", wenn keine Verantwortung übernommen wird und es außer populistischen Schnellschüssen keine nachhaltigen Konsequenzen gibt. Statt Schuldzuweisungen an alle anderen bis hin zu den Fans, die in Dutzenden von Spielen quer durch Europa grandiosen Support geliefert haben, wäre eine gute Portion Selbstkritik angesagt.

11. Alle Sätze, die an das Bekenntnis zum eingetragenen Verein ein fettes "ABER" oder Schlimmeres anhängen. "Wir wollen ja ein e. V. bleiben, solange das Financial Fairplay funktioniert/wenn die Mitglieder 1.000 Euro spenden/aber man wird ja wohl mal über eine Ausgliederung und Investoren nachdenken dürfen…" In Leitbild und Satzung ist eindeutig festgelegt, dass der FC Schalke 04 e. V. ein eingetragener Verein ist und bleibt. Ständige diesbezügliche Testballons bringen nur Unruhe in das Umfeld.

Insgesamt wünsche ich mir für die kommenden Wochen bis zur Jahreshauptversammlung und die neue Saison, dass auf Schalke weniger geredet und versprochen und mehr gearbeitet und gehalten wird! Ständige großmäulige Ankündigungen, denen kaum Taten folgen, führen nur zu Hohn und Spott der Medien und andersfarbiger Fans und zu Frust im eigenen Lager. Es wird dauern, bis die durch die Außendarstellung des Vereins und die blutleeren Vorstellungen der Kicker aufgebrochenen Gräben zwischen Fans und Verantwortlichen, die u. a. zum Stimmungsboykott und den Protesten rund um das Heimspiel gegen Paderborn geführt haben, wieder zugeschüttet sind.

Apropos Gräben zuschütten: Vor zwei Jahren auf der JHV wurden von Clemens Tönnies die "größten Bagger der Welt" versprochen - bislang ist noch nicht einmal ein von ihm gesteuertes Bobbycar auf dem Schalker Feld gesichtet worden, das sich auf die Fans zubewegt, statt mit immer neuen Dampfplaudereien und verbalen Provokationen für neue Turbulenzen und noch tiefere Gräben zu sorgen. Womit wir wieder bei der ungeheuren Diskrepanz von Worten und Taten wären…

Glückauf,
Susanne


Die Autorin:
Susanne Hein-Reipen

Alle Schalker Gast-Kolumnisten

 

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