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Halb verzockt und halb verpfiffen
Schalke verliert gegen Bremen: Ein Spiel direkt aus der Fußballhölle

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Frust pur auf Schalke: Bis zur 79. Minute führt der FC Schalke 04 gegen Werder Bremen mit 1:0; am Ende jubeln jedoch die Gäste über ein 1:2 und drei wichtige Zähler gegen den Abstieg. Die Schalker Mannschaft hingegen kassiert Pfiffe und Spott der eigenen Fans. Susanne Hein-Reipen über einen mehr als gebrauchten Fußballnachmittag.

Vor dem Spiel ist die Welt in Gelsenkirchen noch in Ordnung. Ausverkauftes Haus; in den Sammeldosen der Ultras für Choreospenden klingelt es nach den stimmungsvollen Wunderkerzen- und Nordkurvenchoreographien der letzten beiden Heimspiele reichlich. Die Statistikfüchse im Kreisel wissen: Die Heimbilanz gegen Bremen ist positiv und wenn Naldo gegen die Werderaner trifft, hat er als Verteidiger gegen jeden Bundesligaverein mindestens einmal genetzt. Na dann!

Auf den Spuren der Schalker Vergangenheit

Beim Fanspiel ernten zwei Schützen einen Sonderapplaus, weil sie sich als wohnhaft in Schalkenbach outen. Die Tickets für das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Wolfsburg werden angeboten wie Sauerbier, offensichtlich ist die Kombination aus spätem Anstoßtermin und Liveübertragung nicht förderlich für die Nachfrage. Und: Beim Aufwärmen sind Breel Embolo und Guido Burgstaller unzertrennlicher als Ernie und Bert und stecken mehrfach feixend die Köpfe zusammen.

Ernster wird es dann am Mikrofon: Schüler des Gelsenkirchener Grillo-Gymnasiums haben den Lebensweg von Ernst Alexander nachgezeichnet. Der junge Jude war vor dem zweiten Weltkrieg talentierter Jugendspieler auf Schalke, wurde dann aber über Westerborg nach Auschwitz deportiert und im Jahre 1942 ermordet.

Der FC Schalke 04 nimmt dies zum Anlass, künftig mit einer Gedenktafel an sein Schicksal zu erinnern – und erstmalig einen nach ihm benannten Preis für Engagement gegen Diskriminierung und Gewalt zu verleihen. Die Laudatio auf die engagierten Gymnasiasten hält Peter Peters, dazu gibt es via Videowürfel ein Grußwort von Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen und jede Menge anerkennenden Applaus.

Wenn der Steiger zweimal klingelt…

Anschließend gibt es das Steigerlied und „Blau und Weiß, wie lieb ich Dich“, bevor die Nordkurve einen kleinen akustischen Gruß an Nutztiere mit Ringelschwänzchen in der Gästekurve sendet und mit „Jeden Tag und jede Nacht singen wir immer wieder blauweiße Lieder, weil es uns glücklich macht“ durchstartet.

So weit, so normal – doch dann hat die Stadionregie einen kleinen Aussetzer und spielt zum Einlaufen der Mannschaften ein zweites Mal das Steigerlied an. Das königsblaue Publikum ist verblüfft, fasst sich aber schnell und schmettert ein zweites Mal mit. „Warum soll der Steiger nicht zweimal kommen…?“ grinst ein älterer Schalker vergnügt.

Die Kurve singt noch munter weiter, als die Regie den Fehler bereits bemerkt und abgebrochen hat. Doch der Fehlerteufel hat sich offenbar breitgemacht: Auf dem Würfel fehlt das Bild von Ralf Fährmann, dadurch passt bei der Mannschaftsaufstellung keiner der ausgerufenen Spieler zum gezeigten Porträt. Doch wir kennen unsere Pappenheimer ja auch ohne Spickzettel…

Mauer Start

Die ersten zehn Minuten passiert auf dem Rasen herzlich wenig. Auf den Rängen müht sich die Nordkurve mit „Geh‘n mit Dir auf jede Reise“, „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“ und „Eine Stadt erstrahlt in Blau“, etwas Stimmung in die kalte Bude zu bringen, doch die anderen drei Tribünen stellen sich wie bereits beim Heimspiel gegen Hannover taub und tot. 

Nur die knapp 4.000 mitgereisten „Fischköppe“ geben gelegentliche akustische Lebenszeichen von sich.

In der 11. Minute nähert sich Konoplyanka, der gemeinsam mit di Santo zum Unverständnis weiter Teile der Schalkefans den Startelf-Vorzug vor Burgstaller, Pjaca und Embolo bekommen hat, ein erstes Mal dem Bremer Tor. Vor lauter Begeisterung über die richtige Richtung – halleluja! - wird sofort der Wechselgesang zwischen Nord- und Südkurve und „Die ganze Stadt steht hinter dir“ angestimmt. Ein weiterer Gruß gilt den Freunden vom Nürnberger Glubb: „Der FCN steigt wieder auf!“

70 % Konoplyanka, 40 % Keeper Pavlenka

Nach gut zwanzig Minuten wird es endlich auf dem Platz etwas lebendiger. Nastasic kassiert trotz wütender Schalker Proteste Gelb für ein gestrecktes Bein gegen Kruse – seine Fünfte in dieser Saison, also muss er in München zuschauen. Die Meckerei über die Entscheidung dauert jedoch nicht lange.

Fast im Gegenzug passt der für den angeschlagenen Goretzka auf der Achterposition spielende Bentaleb zu Konoplyanka, dieser marschiert Richtung gegnerisches Tor und zieht aus gut zwanzig Metern ab. 

Pavlenka steht eigentlich goldrichtig, hat die Hände oben, doch der Ball flutscht ihm zum allgemeinen Erstaunen trotzdem durch die Finger. Das 1:0 in der 24. Minute, jawollja! „Ingo Anderbrügge würde jetzt sagen, das Tor gehört zu 70 % dem Kono und zu 40 % dem Torwart“ feixt ein Schalker.

Leider bleibt diese Slapstickeinlage trotz erneuter Anfeuerungen aus der Nordkurve der unbestrittene Höhepunkt des ersten Durchgangs. Ein eiskalter Regenguss lähmt beide Mannschaften, Bremen ist nach vorne an Harmlosigkeit nicht zu überbieten, Schalke zieht sich zurück. Einhellige Meinung des Schalker Publikums zur Pause: „Mit den Rückpässen auf Ralle brauchen sie gar nicht erst wieder anzufangen!“ und „Da ist noch reichlich Luft nach oben!“

Pausentee: Schwarmintelligenz wird nicht erhört

In der Pause gibt es neben ein bisschen Fremdschämen beim Eigen-Geburtstagsständchen in der Fanbox auch wieder das Neueste aus dem Hause Fanbelange. Fanbetreuer Kirsche verweist auf die Ausstellung zu „25 Jahren Fan-Ini“, die am 5.2. im Schalker Museum eröffnet wird und die große Fanfete der Isarschalker

Außerdem gibt es jede Menge Diskussionen, was man besser machen könnte. Gäbe es eine Volksabstimmung, kämen Burgstaller und Pjaca rein, Nastasic müsste wegen Gelb-Rot-Gefährdung zugucken – doch leider bleibt die Schalker Schwarmintelligenz ungehört.

Stattdessen bringt Domenico Tedesco nach der Pause Leon Goretzka für Bentaleb und erntet ein promptes Pfeifkonzert und die berühmte „1.000 Trainer schon verschlissen, Spieler kommen, Spieler geh’n“-Strophe aus dem Klassiker „Wir sind Schalker, keiner mag uns, scheißegal“.

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3492:286484
2Schalke 043453:371663
3Hoffenheim3466:481855
4Dortmund3464:471755

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