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Mitgliederversammlung 2017
Ein Blick auf Fakten und Gesetzeslage

 

Bemerkenswert ist zunächst, dass die Vereinsgremien diese erst 2016 beschlossene Reform des Wahlausschusses wieder einkassieren wollen, bevor überhaupt ein einziges Mal danach gewählt wurde. Vertrauen in die Mitgliederversammlung als oberstem Vereinsorgan sieht anders aus.

Dass die Gremien den Mitgliedern keine qualifizierten Entscheidungen zutrauen, lässt sich auch daran ablesen, dass den nach dem neuen Modell von der Mitgliederversammlung gewählten 5 Wahlausschuss-Mitgliedern nur zugetraut wird, über „die Beziehungen der Kandidaten zur Fankultur“ zu befinden. Folklore, blau-weiß, dazu reicht es – aber die wirtschaftlichen Qualifikationen und die richtige Gesinnung müssen die Gremien überprüfen? An dieser Stelle ist anzumerken, dass die Zusammensetzung des aktuellen Aufsichtsrates mit Unternehmern, Juristen und Ärzten nicht gerade dafür spricht, dass die bisherigen Wahlausschüsse schwerpunktmäßig Dummbatzen mit toller Fanvita zugelassen haben.

Unter sich bleiben...

Machen wir uns nichts vor: Es geht nicht darum, die Qualifikationen oder die Vereinstreue der Kandidaten zu überprüfen. Der entscheidende Satz ist „inwiefern Kandidaten in die bestehende Struktur passen“. Die Gremien möchten bitteschön unter sich bleiben und nicht von frischem Wind, unbequemen Fragen oder gar neuen Ideen belästigt werden.

Richtig daran ist allein, dass öffentliche Schlammschlachten dem Verein FC Schalke 04 schaden. Kontroverse Debatten mit neuen oder zunächst revolutionär erscheinen Ideen aber auch intern bereits im Vorfeld ausmerzen zu wollen, ist hingegen das genaue Gegenteil von demokratisch. Ein Aufsichtsrat ist weder ein Ponyhof noch ein Kuschel-Club. Von erwachsenen Menschen in durchweg verantwortungsvollen Positionen muss man erwarten können, dass diese persönliche Befindlichkeiten hintenanstellen und um die beste Lösung für den Verein ringen, diskutieren und notfalls auch streiten können. Eine hitzige Diskussion bringt mehr als ein „wir haben uns alle lieb und das immer schon so gemacht.“

Und: Die Aussage, „die gemeinsame Verantwortung aller Gremien fördere die Stabilität des Wahlausschusses“ verkennt, dass eine solche gemeinsame Verantwortung weder in der Satzung noch im Gesetz vorgesehen ist. Die Wahl des Aufsichtsrates ist originäres Recht der Mitgliederversammlung. Die Vorauswahl der Kandidaten dazu hat sie auf  den Wahlausschuss übertragen. Es ist seine originäre und einzige Aufgabe, und nicht die des Ehrenrats, des Sportbeirats oder gar des Aufsichtsrats selber!

DFL-Lizensierungsordnung

Man kann über viele Wege nachdenken, die Auswahl zu verbessern. Die Zahl der zuzulassenden Kandidaten erhöhen, amtierende Aufsichtsräte automatisch zur Wiederwahl zulassen, bestimmte Mindestqualifikationen in der Satzung verankern – wäre alles möglich. Nicht möglich ist es hingegen, die von der Mitgliederversammlung auf den Wahlausschuss delegierten Rechte weiter zu beschneiden. Die DFL-Lizensierungsordnung gibt klipp und klar vor, dass die Mitgliederversammlung oder ein von ihr in seiner Mehrheit gewähltes Vereinsorgan den Vorsitzenden bzw. die übrigen Mitglieder des Vorstandes wählt. Aus diesem Grunde muss auch die Zahl der gewählten Aufsichtsratsmitglieder immer höher sein als die der Kooptierten/Entsandten.

Zudem gibt es nicht ohne Grund in nahezu jeder Vereinssatzung, so auch in der des FC Schalke 04, die Regelung, dass die Zugehörigkeit zu einem Vereinsorgan die Zugehörigkeit zu anderen Organen ausschließt, damit Interessenkonflikte und Kungelei vermieden werden. Auch diese Regel soll nun dahingehend geändert werden, dass Sportbeirat, Ehrenpräsidium und Ehrenrat personell mit dem Wahlausschuss verquickt werden. Aufsichtsrat und Vorstand sollen externe Experten benennen, die ihre Interessen im Wahlausschuss vertreten. Das heißt nichts anderes als: Der Aufsichtsrat entscheidet über seinen künftigen Kollegen mit, der Vorstand darf daran mitwirken, wer ihn künftig kontrolliert. Und der Ehrenrat, der vom – na sowas – Aufsichtsrat zur Blockwahl vorgeschlagen wird, darf auch mittun.

Die Meinungen der knapp 150.000 Vereinsmitglieder auf Schalke zu den handelnden Personen in den Gremien gegen weit auseinander, das ist vollkommen normal und „auch gut so“. Nicht gut wäre es hingegen, die Entscheidung, welches Gremium welche Aufgabe wahrzunehmen hat, personenabhängig aufgrund einzelner Querelen in den letzten Jahren auch für die Zukunft festzurren zu wollen und dabei die Mitbestimmungsrechte der Mitglieder in der Mitgliederversammlung deutlich zu beschneiden.

 


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